Robin Kubetzko aus Zell hat mit seinem„Discgolf-Schrank“ den Sieg beim Wettbewerb „Die gute Form“ geholt. Foto: Gerald Nill

Das beste Gesellenstück kommt aus Zell. Robin Kubetzko gewann den Wettbewerb „Die gute Form“ mit seinem „Discgolf-Schrank“.

Discgolf? Der frischgebackene Schreiner-Geselle der Schreinerei Rümmele muss zunächst kurz sein ausgefallenes Hobby erklären. Spielgeräte sind, wie in seinem Schrank aufgereiht, Kunststoffscheiben, die geworfen werden, um – ähnlich wie beim Golf – ein Ziel zu erreichen. „Die Ziele sind Körbe mit Ketten“, berichtet Robin Kubetzko, der sein Hobby im Grütt in Lörrach ausübt und dort mit dem Verein „Discgolf Lörrach“ übt. Einmal im Jahr gebe es dort auch ein großes internationales Turnier. Was läge näher, als einen Schrank zu entwerfen für die unterschiedlichen Wurfgeräte, die bis zu 190 Meter weit fliegen können?

 

„So einen Schrank habe ich tatsächlich noch nie gesehen“, erklärt Kubetzko seinen Entwurf. Einen Entwurf, den er bereits vor knapp einem Jahr beim ersten Treffen der Innung in Freiburg vorbrachte. Ein Entwurf, der aber erst noch einmal verworfen, dann immer wieder verfeinert wurde. Am Ende machte sich der Schreiner an die Arbeit, wählte Massivholz aus Eiche, das an den Türen lamellenartig angeordnet ist. Dahinter sieht man eine geschwärzte Plexiglasscheibe, die beim Anknipsen der Beleuchtung transparent wirkt. Der Korpus des Basiselements besteht hingegen aus einer beschichteten mitteldichten Faserplatte in einem graugrünen Farbton, wobei die Kante mit einem Eiche-Einleimer eingefasst ist. Ein spezielles LED-Lichtband, das in einen Silikonschlauch eingelassen ist, versenkte der Bewerber beim Möbel-Wettbewerb „Die gute Form“ geschickt in einer Fräsnut.

Das meiste ist von Hand gemacht

Die Schreinerei Rümmele verfügt in der Werkstatt über eine nagelneue CNC-Maschine. „Tatsächlich habe ich aber nur ein paar Fräsungen und Bohrungen auf der Maschine gemacht, das meiste aber von Hand,“ erklärt Kubetzko. Er fühlt sich in dem Zeller Traditionsbetrieb „sehr wohl“ und schätzt das „schöne familiäre Umfeld“.

„Mit klarer Idee und ausgewogenen Proportionen“

Sein Unikat eines „Discgolf-Schranks“ überzeugte die Jury von Schreiner Baden restlos „mit klarer Idee und ausgewogenen Proportionen“. In der Beurteilung heißt es: „Die reduzierte Materialwahl betont dabei das Wesentliche und unterstreicht die prägnante, gut gestaltete Form.“ Und weiter: „Besonders bemerkenswert ist der innovative Öffnungsmechanismus, durch welchen sich der obere Korpusteil elegant in der Mitte teilen lässt und die beiden Hälften sich zur Seite schieben lassen.“

Kubetzko: „Ich habe selbst nicht mit dem Sieg gerechnet“

Kubetzko gesteht: „Ich habe selbst nicht mit dem Siegpreis gerechnet.“ Als Preise durfte er Werkzeuge und eine Siegprämie mitnehmen. Mehr noch: Im nächsten Jahr wird der Zeller Handwerker die badische Schreiner-Innung bei der Handwerkermesse in München vertreten. Bis dahin wird der Siegerschrank gut verpackt verwahrt und nach dem Bundeswettbewerb in der heimischen Wohnung an einem Ehrenplatz aufgestellt. Ein unverkäufliches Möbelstück also? „Kommt auf den Preis an.“

Firmenchef Moritz Rümmele ist hinzugekommen. Er taxiert den Wert des Discgolf-Schranks auf 6000 bis 8000 Euro. „Dafür würde ich ihn nicht hergeben“, sagt der Innungssieger spontan. Damit bleibt das Möbelstück so ausgefallen wie der Freizeitsport selbst.