Die BUND-Vorsitzende Martina Schwinger (v. l.) und ihre Helfer Herbert Mayer, Walter Lacher und Thomas Sommerhalter stellten am Dienstag die Informationstafeln auf. Foto: Alexander Anlicker

Die Ortsgruppe Schliengen-Bad Bellingen des Bunds für Umwelt- und Naturschutz Deutschland macht auf ein schützenswertes Geotop aufmerksam.

Folgt man dem Wanderweg mit der gelben Raute von Obereggenen in Richtung Sankt Johannesbreite, kommt man am Wegweiser „Am Quelltopf“ (370 Meter) vorbei. Wer jetzt dem kleinen Weg nach rechts in Richtung Hagschutz folgt, geht zunächst einige Meter bergab, bis auf der linken Seite ein kleiner Hügel erscheint. Auf dessen Kuppe befindet sich eine Quelle.

 

Es handelt sich bei dem kleinen Hügel um einen so genannten Quellkegel. Ein Quellkegel ist ein Geotop, das durch das Austreten von Grundwasser an die Erdoberfläche entsteht. Dabei lagert sich das mitgeführte Material, meist Kalk oder Sand, um die Quelle herum ab und bildet einen kegelförmigen Hügel.

Das Grundwasser fließt im benachbarten Hang auf einer wasserundurchlässigen Schicht talwärts und sorgt so für den nötigen Wasserdruck, damit der Kegel wachsen kann.

Der Quellkegel im Gewann „Gaßgarten“ bei Obereggenen ist eine schützenswerte geologische Besonderheit, wie das Landesamt für Geologie, Bergbau und Rohstoffe bereits im Jahr 1999 feststellte. „Der Quellkegel gilt in dieser Ausbildung als einzigartig und stellt ein bodenkundliches Denkmal dar“, heißt es in der Bewertung der unteren Naturschutzbehörde beim Landratsamt.

Der Quellkegel liegt am Wanderweg von Obereggenen in Richtung St. Johannisbreite. Foto: Here/Maps4News/Anlicker

Die BUND-Ortsgruppe Schliengen-Bad Bellingen hatte schon länger die Idee, zu zeigen, dass der Quellkegel etwas Besonders ist, erklärte die Vorsitzende Martina Schwinger im Gespräch mit unserer Zeitung. Das Geotop ist Teil eines geschützten Biotops, ist auf den beiden Informationstafeln nachzulesen, welche die ehrenamtlichen BUND-Mitglieder um Schwinger am Dienstag aufgestellt haben.

Ein Grafik erklärt die Entstehung des Quellkegels. Foto: zVg/Egon Weisenseel

Die Texte für die Tafeln hat der Bad Bellinger Diplom-Geograf Walter Erhardt verfasst. Die Tafeln erklären die Entstehung des Quellkegels und bieten weitere Informationen. Etwa, dass der Quellkegel etwa drei Meter hoch und in rund 2500 Jahren gewachsen ist.

Der wassergefüllte Quelltopf ist mittlerweile unter dichten Hecken und Gestrüpp verborgen. Foto: Alexander Anlicker

Er werde aber nicht mehr weiter wachsen, erklärt Schwinger. Sie verweist darauf, dass der Quelltopf vor einigen Jahrzehnten einmal mit Bauschutt verfüllt wurde. Dadurch ist der Quelltopf undicht, und es tritt Wasser seitlich am Kegel aus. Dies hat zur Folge, dass die Quelle mittlerweile zuwächst.

Die beiden Schilder erklären die Entstehung des außergewöhnlichen Naturwunders. Foto: Alexander Anlicker

Rund 350 Euro haben die beiden Schilder gekostet, welche die BUND-Gruppe aus Eigenmitteln finanziert hat.

Eine besondere Anekdote weiß Walter Lacher zu berichten, denn die Fläche im Gewann „Gaßgarten“ heißt im Volksmund auch „Gorgendorf“. Es wurde erzählt, dass unter dem Hügel ein Dorf versunken und der Kirchturm sich unter dem Quelltopf befinden soll. Die Glocke im Kirchturm soll um 11 Uhr läuten, berichtete er. „Wir haben uns als Kinder mit dem Ohr auf den Boden gelegt und gelauscht – und es hat tatsächlich geläutet“, erzählt Lacher mit einem Augenzwinkern.