Für den SC Lahr ist es eine große Chance – ein Sieg in der Relegationshinrunde würde das Team einen Schritt näher Richtung Oberliga bringen. Foto: Fissler

Der SC Lahr will in die Oberliga. Der erste Schritt ist das Duell gegen den FC Bruchsal. Für den Dribbler Fries gab es nur wenige Tage vor dem großen Spiel Familienzuwachs.

Relegation zur Oberliga: SC Lahr - 1. FC Bruchsal (Donnerstag, 18 Uhr). Fünf Jahre ist es her, seit der SC Lahr das letzte Mal um einen Platz in der Oberliga gekämpft hat. Beim Relegationsspiel am Donnerstag an der Dammenmühle treffen die Lahrer Kicker zum ersten Mal auf ihre Gegner aus Bruchsal. Ein Sieg nach Hin- und Rückspiel bedeutet aber noch nicht den Aufstieg. Um in der kommenden Saison in der fünften Liga mitzukicken, muss das Team im nächsten Schritt auch noch gegen den württembergischen Gegner aus Holzhausen gewinnen.

 

Kapitän Konstantin Fries ist dennoch guter Dinge: „Wir sind gespannt und voller Zuversicht. In erster Linie freuen wir uns sehr auf das Spiel“, erzählt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Der 26-Jährige ist am vergangenen Samstag Vater geworden und steht nun nicht nur sportlich, sondern auch familiär vor einer neuen Herausforderung. „Wenn es meiner Frau und dem Baby gut geht, werde ich auf jeden Fall auf dem Platz dabei sein“, kündigt Fries an. Seine Teamkollegen seien alle fit und gut auf das große Spiel vorbereitet. „Ich bin aktuell noch das einzige Fragezeichen“, lacht Fries. „Aber ich hoffe sehr, dass alles klappt.“

Gegen Bruchsal hat der Kapitän des SC Lahr schon einmal gespielt, als er noch für den Freiburger FC auf dem Rasen stand. „Ich schätze sie als starken Gegner ein, viele der Spieler haben bereits in der Regional- und Oberliga gespielt. Das wird keine leichte Aufgabe.“

Thorsten Damm übernimmt Bruchsal als neuer Trainer

Nur drei Wochen vor dem Relegationsspiel hatte der FC Bruchsal sich mitten in der Saison von seinem Trainer André Walica und auch seinem Co-Trainer Benjamin Britsch getrennt. Nun hat Thorsten Damm die Mannschaft interimsmäßig übernommen und soll die Kraichgauer in die Oberliga bringen. Der 51-Jährige bringt bereits Erfahrung aus höheren Ligen mit, wie der FC Bruchsal mitteilt.

Der A-Lizenz-Inhaber war unter anderem als Trainer und Sportlicher Leiter bei der Sport-Union Neckarsulm, als Co-Trainer beim SV Sandhausen sowie zuletzt als Interimstrainer beim VfR Mannheim tätig. Für den FC Bruchsal, der bereits in der Oberliga gespielt hat und dorthin über die Relegation aufgestiegen ist, sei die Ruhe, Erfahrung und Klarheit von Damm für das heikle Saisonende besonders wichtig.

Die Gastgeber aus Lahr starten voll besetzt in das große Spiel. „Wir können da glücklicherweise wirklich aus den Vollen schöpfen und sogar noch mehr. 20 Mann haben wir zur Verfügung“, freut sich Trainer Sascha Schröder im Gespräch mit unserer Redaktion. Zur Vorbereitung auf die Relegation haben er und seine Mannschaft den Gegner genau beobachtet. „Wir haben viel Videomaterial gesehen und mussten feststellen – Bruchsal ist eine sehr reife Mannschaft. Sie sind nicht ohne Grund wieder Zweiter geworden, das Potenzial für die Oberliga ist deutlich zu sehen.“ Im vergangenen Jahr hatten die Bruchsaler auf die Relegation verzichtet und sich nicht innerhalb der Frist für das Spiel angemeldet.

Rückspiel wird am Sonntag in Bruchsal stattfinden

Von seiner Strategie in dieser Saison möchte der SC Lahr laut Trainer Schröder für das Relegationsspiel nicht abweichen. „Wir sind mit unserer Taktik auf Platz zwei gelandet und werden dabei bleiben.“ Die Stimmung vor der Partie am Donnerstag sei nicht allzu angespannt. Schröder erklärt, dass man jedoch einen deutlichen Unterschied zu einem klassischen Pokalspiel merke. „Es ist eben nicht mit einem Spiel getan, wir müssen jetzt gegen Bruchsal den Grundstein setzen, um uns danach weiter zu qualifizieren.“

Einen klaren Favoriten kann der Lahrer Trainer vorab nicht ausmachen. Er schätze beide Mannschaften sehr stark ein, auch beim Torverhältnis und der Punktzahl sei man auf Augenhöhe – am Ende sei es tagesformabhängig, wer das Rennen macht.

„Natürlich würden wir uns über einen Sieg freuen, aber es reißt uns auch keiner den Kopf ab, wenn es anders kommt“, so Schröder. „Es gehört schon einiges zur Oberliga, das ist wirklich ,Next Level’. Wenn wir das mitnehmen – umso besser. Aber wenn nicht, wäre das auch nicht schlimm.“ Nach dem Hinspiel am Donnerstag geht es für den SC Lahr am Sonntag für das Rückspiel nach Bruchsal, wo um 17 Uhr angepfiffen wird.

Torstatistik

In dieser Saison erzielten für den SC Lahr die meisten Tore Moritz Bandle (13), Mick Keita (10) und Konstantin Fries (10). In Bruchsal waren die Top-Torschützen Jonas Malsam (19), Paulino De Tullio (10) und Stefano Savarese (10).