Die 0:4-Niederlage des SC Freiburg gegen den BVB war das Ende einer unglücklichen Woche. Und gleichzeitig der Startschuss für die Vorbereitung auf eines der größten Spiele.
Mental war das bittere Pokal-Aus des SC Freiburg gegen den VfB Stuttgart am Sonntag zwar verdaut, körperliche Abnutzungserscheinungen hatten die 120 Minuten am Donnerstag aber dennoch hinterlassen. SC-Trainer Julian Schuster hatte daher fast keine andere Möglichkeit, als vor dem Spiel bei Borussia Dortmund die große Rotationsmaschinerie anzuschmeißen. Mit Matthias Ginter, Johan Manzambi, Yuito Suzuki und Jordy Makengo blieben gar vier Spieler aus der Pokal-Startelf ganz zu Hause.
Große Sorgen darum, dass die Leistungsträger am Donnerstag im Europa-League-Halbfinale in Braga ausfallen, sollte sich allerdings niemand machen. „Wir sind am Freitagmorgen kurz nach vier zu Hause angekommen. Die Jungs habe wirklich alles herausgepresst, was in ihrem persönlichen Tank war“, erklärte Schuster die XXL-Rotation.
Dass es am Ende in Dortmund für den Sport-Club mal wieder nichts zu holen gab, lag vor allem an einem schwachen Start der Gäste. Die ersten beiden Gegentore fielen zu einfach, dazu kam fehlendes Spielglück in Form von verpassten Chancen. So stand am Ende eine „verdiente Niederlage“, wie Schuster bilanzierte.
Wenig Zeit zum Durchschnaufen nach dem BVB-Spiel
Lange mit der Niederlage beim BVB, der durch den Sieg die Champions-League-Qualifikation sicher hat, wollte sich beim SC Freiburg allerdings niemand. Zu aufregend sind die kommenden Wochen, zu schnell geht es weiter. Zeit zum Nachdenken bleibt da wenig, zum Durchschnaufen noch viel weniger.
„Großer, fetter Haken“ an die vergangene Woche
„Für uns ist es wichtig, da jetzt einen großen, fetten Haken dranzumachen. Natürlich nehmen wir gewisse Dinge mit, die wir besser machen müssen“, sagte Schuster bei DAZN. Gemeint war damit sicherlich auch die defensive Stabilität, die unter dem Fehlen des derzeit überragenden Ginter litt. Der Abwehrchef, der noch auf ein WM-Ticket hofft, dürfte gegen Braga und im Saisonendspurt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wieder in der Startelf stehen. Denn in den mindestens fünf verbleibenden Spielen in Bundesliga und Europapokal geht es um viel: die erneute Quali fürs internationale Geschäft – und den Einzug ins Finale der Europa League.
Im Halbfinale der Europa League wartet Sporting Braga
Gegen Sporting Braga steht der SC Freiburg am Donnerstag erstmals in seiner Vereinsgeschichte in einem internationalen Halbfinale. „Wir haben immer gesagt, wir wollen im Frühjahr noch international spielen. Jetzt ist das Frühjahr fast vorbei. Das sagt dann auch schon alles. Die Jungs haben sich das erarbeitet, das ist besonders. Aber es ist auch wichtig, diese Spiele nicht größer zu machen, als sie sind“, sagte Schuster.
Und dennoch: Neben dem DFB-Pokalfinale 2022 dürften die Duelle gegen Braga die bislang größten Spiele der jüngeren SC-Vergangenheit werden. Die erneuten Reisestrapazen – dieses Mal nach nach Portugal – und zurück nehmen Spieler und Fans daher wohl gerne in Kauf.