Der Traum vom ersten Titel ist geplatzt: Gegen Aston Villa verlor der SC Freiburg im Europa-League-Finale klar mit 3:0. Die SCF-Spieler in der Einzelkritik.
Es hat nicht sollen sein: In seinem ersten Europapokal-Finale muss sich der SC Freiburg klar mit 0:3 gegen Aston Villa geschlagen geben.
Nachdem sich die Freiburger zu Beginn schwertaten, kamen sie nach gut 20 Minuten besser ins Spiel. Kurz vor der Pause erzielte Aston Villa jedoch zwei Traumtore innerhalb weniger Minuten.
Davon erholte sich der SC Freiburg nicht mehr, das 3:0 nach gut einer Stunde war bereits die Vorentscheidung in einem Spiel, in dem man den Freiburgern eigentlich wenig vorwerfen kann. Die Einzelkritik.
Noah Atubolu
Der Schlussmann stand von Beginn an im Fokus, nach wenigen Minuten musste er das erste Mal eingreifen, um den ganz frühen Rückstand zu verhindern. Beim Gegentor durch Youri Tielemans in der 42. Minute war der Keeper machtlos. Nachdem Aston Villa eine Ecke zunächst kurz ausgeführt hatte, stand der Belgier im Rückraum komplett frei und traf den Ball perfekt. Auch beim 0:2 durch den Ex-Leverkusener Emiliano Buendia, der den Ball traumhaft ins lange Eck schlenzte, konnte Atubolu nichts machen. Beim dritten Gegentor – aus kurzer Distanz ins kurze Eck – ist ihm ebenfalls kein Vorwurf zu machen. Ansonsten musste er auch in Durchgang zwei nicht wirklich eingreifen. Und was auf sein Tor kam, hielt er.
Lukas Kübler
Der Doppelpacker aus dem Halbfinal-Rückspiel war vor allem defensiv gefordert und brachte genau das rein, was Trainer Julian Schuster an ihm schätzt: Zweikampfstärke und Intensität. Offensiv wollte Kübler ebenfalls Impulse bringen, seine Bälle fanden jedoch zu selten den eigenen Mitspieler. Nach 72 Minuten wurde der Halbfinal-Held ausgewechselt, Jordy Makengo kam für ihn in die Partie.
Philipp Lienhart
Der Innenverteidiger forderte seinen Torwart in der neunten Minute mit einem zu kurzen Rückpass und sorgte so für Gefahr. Sein Block in der 37. Minute entschärfte einen Schuss, der für Atubolu tückisch geworden wäre. Auch ansonsten ließ er sich in Durchgang eins nicht zu Schulden kommen. Beim dritten Gegentreffer (59. Minute/Morgan Rogers) konnte der Österreicher seinem zum kurzen Pfosten ziehenden Gegenspieler nicht folgen und verlor das entscheidende Duell. In der 61. Minute kam Max Rosenfelder für ihn in die Begegnung.
Matthias Ginter
Vor den Augen von Bundestrainer Julian Nagelsmann klärte der Innenverteidiger, der noch auf ein WM-Ticket hofft, nach gut 15 Minuten artistisch eine Flanke der „Villians“. Ansonsten wirkte Ginter als erfahrenster im Team wie ein Ruhepol. Während den Kollegen vor allem zu ab und an eine Klärungsaktion abrutschte, war Ginter souverän. Die zwei Traumtore von Aston Villa vor der Pause konnte er jedoch auch nicht verhindern. In der 69. Minute verhinderte Ginter mit einer starken Grätsche ein mögliches viertes Gegentor und versuchte danach, sein Team noch mal wachzurütteln. Vergebens.
Philipp Treu
Der Rechtsverteidiger handelte sich nach fünf Minuten eine ganz frühe gelbe Karte ein, als er an der Mittellinie taktisch foulte. Dass er früh verwarnt war, merkte man jedoch nicht – Treu hielt sich defensiv nicht zurück. Nach vorne konnte er auf der linken Seite jedoch nicht viel bewirken. Durch Küblers Auswechselung wechselte er danach auf die rechte Abwehrseite.
Maximilian Eggestein
Der Dauerbrenner im Team des SC Freiburg hatte zur Pause die meisten Kilometer auf dem Tacho. Gemeinsam mit Höfler bemühte er sich um Struktur – und hatte damit auch Erfolg. 15 Minuten lang wirkte die SC-Mannschaft von Gegner, Kulisse und Finale beeindruckt, ehe sie besser ins Spiel kamen. Die beiden Gegentore kurz vor der Pause erschwerten das Unterfangen für Durchgang zwei jedoch erheblich.
Nicolas Höfler
Der Routinier durfte in seinem letzten Spiel als Profifußballer von Beginn an ran. In der 16. Minute hatte Höfler dann auch die erste Chance für den Sport-Club. Sein Schuss aus rund 12 Metern ging jedoch knapp am Tor vorbei. Wie auch Eggestein war „Chicco“ Höfler um Ordnung im Spiel mit dem Ball bemüht. Nach einer Stunde im Europa-League-Finale endete dann die Karriere von Höfler: Schuster brachte Höler, Manzambi rutschte eine Position nach hinten.
Jan-Niklas Beste
Wenn sich Rechtsverteidiger Kübler im Spiel nach vorne einschaltete, glich der Flügelspieler nach hinten aus. Das ging zu Lasten seiner Offensivaktionen, von denen es nicht allzu viele gab. Beste war bemüht und lief viel – hatte es gegen eine stabile Villa-Abwehr jedoch schwer. Weil zudem der Strafraum oft zur durch Matanovic besetzt war, fanden seine Flanken keinen Mitspieler.
Johan Manzambi
Der Schweizer Youngster war es, der Emiliano Martinez im Villa-Tor erstmals forderte. Sein Fernschuss aus 18 Metern war jedoch sichere Beute für den argentinischen Weltmeister. Eine scharfe Hereingabe, nachdem er sich zuvor seines Gegenspielers im Dribbling entledigt hatte, fand keinen Abnehmer. In einer insgesamt an diesem Abend zu ungefährlichen SC-Offensive stach Manzambi durch Ballsicherheit heraus, bei seiner guten Chance in der 84. Minute stand er wohl knapp im Abseits.
Vincenzo Grifo
Der Flügelspieler wurde in der 22. Minute rüde von Matthew Cash gefoult. Weil dieser jedoch vor dem Treffer an Grifos Schienbein auch den Ball berührte, gab es nur Gelb für den Villa-Spieler. Der Italiener arbeitete viel und arbeitete gut nach hinten mit. Offensiv jedoch kam der Standardspezialist kaum zur Entfaltung. Nach 73 Minuten war Grifo Schluss, Derry Scherhant kam für ihn in die Partie.
Igor Matanovic
Der Stürmer hatte nach einer Minute die erste Mini-Chance für die Freiburger, als er unter Bedrängnis vorbei köpfte. In der Folge wurde Matanovic immer wieder mit langen Bällen gesucht. Weil sich jedoch der Sport-Club in Durchgang eins mit Ball schwer tat, hin auch der kroatische Nationalstürmer phasenweise in der Luft. Als er in der zweiten Halbzeit per Kopf zum Abschluss kam, stand er knapp im Abseits – ansonsten war er im Strafraum oft alleine und hatte gegen die Villa-Verteidiger wenig Raum.
Max Rosenfelder
Der Youngster kam nach gut einer Stunde für Philipp Lienhart in die Innenverteidigung. Nach einer Unsicherheit von Emiliano Martinez hatte er um die 70. Minute herum die Chance zum 1:3 – traf den Ball allerdings nicht richtig.
Lucas Höler
Für eine etwas offensivere Ausrichtung kam der Stürmer nach einer Stunde ins Spiel. Höler gelang es, Bälle im Mittelfeld festzumachen. Weil die SC-Offensive an diesem Abend jedoch zu wenig Durchschlagskraft entwickelte, blieb das am Ende ohne Ertrag.
Jordy Makengo und Derry Scherhant
Die beiden kamen nach 73 Minuten in eine Partie, die zu diesem Zeitpunkt schon entschieden war. In den letzten Minute plätscherte das Finale seinem Ende entgegen.