Vor dem bislang größten internationalen Spiel will der SC Freiburg vor allem eines: Nichts Besonderes. Gegen Braga müssen die Breisgauer jedoch zunächst ein Tor aufholen.
Dass der SC Freiburg im Halbfinal-Rückspiel gegen Sporting Braga gewinnen muss, um die Finalchance zu wahren spielt für Trainer Julian Schuster nur eine untergeordnete Rolle spielt.
„Ich glaube, unsere generelle Ausrichtung ist es, Spiele für uns entscheiden zu wollen“, sagte der SC-Coach am Mittwoch. Wichtig sei es, geduldig zu bleiben und im Verlauf des Spiels „den Glauben aufrecht zu halten“, sagte er.
Helfen könnte den Freiburger dabei, dass sie die Situation bereits kennen. Im Achtelfinale gegen Genk verloren die Breisgauer im Hinspiel auswärts (0:1), eine Woche später gab’s eine 5:1-Gala und den verdienten Einzug ins Viertelfinale.
Comeback-Qualitäten gezeigt
Und auch am Sonntag zeigten die Breisgauer Comeback-Qualitäten, als sie gegen den VfL Wolfsburg nach Rückstand noch ausglichen und am Ende sogar dem Siegtreffer nahe waren. „Es ist wichtig, die Kontrolle und die Disziplin zu behalten. Es ist nur ein Tor“, sagte Matthias Ginter.
Matthias Ginter weiß, wie es sich anfühlt, einen Titel zu gewinnen
Der Abwehrchef ist in Sachen „große Spiele“ der erfahrenste Spieler im SC-Kader, immerhin wurde er 2014 mit der Nationalmannschaft in Brasilien Weltmeister. Insgesamt dreimal stand er im Verlauf seiner Karriere bereits im DFB-Pokalfinale, mit dem BVB gewann er 2017 den Titel. Auch die Partie am Donnerstag sei „ein sehr, sehr großes Spiel“, sagte Ginter am Mittwoch auf der Pressekonferenz.
Die Euphorie in der Stadt vor dem größten internationalen Auftritt der Freiburger Vereinsgeschichte ist riesig – das merkte in den vergangenen Tagen nicht nur Schuster im Alltag. Im Umfeld sei die Nachfrage nach Tickets „maximal“ gestiegen, man werde auf der Straße öfter angesprochen, berichtete der Coach.
Julian Schuster setzt auf die „gewohnten Abläufe“
Mit der Mannschaft setzt er jedoch auf die „gewohnten Abläufe“ im Vorfeld. „Allen anderen ist es maximal erlaubt, dieses Spiel so groß wie möglich zu machen“, sagte Schuster. Das Verbindende sei genau das Schöne am Fußball, so der Trainer.
Ginter versprach den Fans und allen Mitarbeitern des Vereins, dass man das menschenmögliche dafür tun werde, um weiterzukommen. Wie das gelingen soll? „Nicht zu viel nachdenken, einfach Fußball spielen – wie wir es als Kinder gelernt haben“, sagte der Innenverteidiger, der neben dem Europapokal-Finale auch noch vom WM-Ticket träumt.
Bundestrainer Julian Nagelsmann wohl nicht in Freiburg vor Ort
Bundestrainer Julian Nagelsmann wird am Donnerstag allerdings wohl nicht im Europa-Park-Stadion erwartet. „Verzeiht mir, dass ich mir keine Gedanken über den Terminkalender des Bundestrainers mache“, sagte Schuster dazu am Mittwoch. Die Leistung seiner Spieler werde nicht dadurch beeinflusst, wer im Stadion sitze, sagte er. „Von daher wird das uns auch nicht helfen, wenn er da ist oder nicht da ist.“
Ebenfalls nicht helfen kann am Donnerstagabend Yuito Suzuki. Der Japaner fällt mit Schlüsselbeinfraktur die restliche Saison aus.