Im alten Schulgebäude (v.l.): Bürgermeisterin Monika Neuhöver-Avdić, Oberbürgermeister Jörg Lutz, Robert Schäfer, Véronique Elsner, Stefan Dieterle, Ilona Oswald, Ingo Herzog und Melanie Waldman. Foto: Gabriele Hauger

Das Gerüst steht. Die Tumringer Grundschule in Lörrach wird aufwendig saniert. 2027 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Es geht vor allem um Brandschutz.

Grund zum Strahlen gab es Mittwochnachmittag beim Pressetermin in Tumringen. Oberbürgermeister Jörg Lutz nannte den Tag „einen wunderschönen Anlass“. Denn es gehe voran mit der notwendigen Schulsanierung in Lörrach. Nach der gelungenen Sanierung der Fridolinschule in Stetten samt Hallenneubau sei die Grundschule dran, auch sie angesiedelt in einem traditionsreichen Bau – aus dem Jahr 1909.

 

Reibungsloser Umzug

Reibungslos sei glücklicherweise der Umzug der Schüler in den Interimsbau direkt an der Wiese gelaufen. Geradezu begeistert zeigte sich Schulleiterin Véronique Elsner über die aktuelle Zwischenlösung. Und führte die Besucher stolz durch die lichten, freundlichen Räume, die tatsächlich ein überraschend angenehmes und professionelles Ambiente bieten. In und nach den Weihnachtsferien sind Schüler, Lehrer und Sekretariat umgezogen. Und fühlen sich laut Elsner äußerst wohl.

Foto: Gabriele Hauger

Nach diesen Einblicken dürfte jedem klar geworden sein: Die Errichtung dieser Zwischenlösung war der richtige Weg und besser als ein zeitweiser Umzug der Schule nach Stetten. Das unterstrich auch nochmals der OB. Schülerbusse in die Neumatt seien Lehrern, Eltern und Schülern so glücklicherweise erspart worden.

Blick in die Schulgeschichte

Lutz blickte kurz auf die Geschichte des Baus zurück. Die Eröffnung der damals evangelischen Volksschule 1909 sei ein Meilenstein für Tumringen gewesen. Bis dahin hatten sich die Kinder in einem Schulzimmer im Alten Rathaus des Ortsteils versammelt, wo heute die Gevita Residenz angesiedelt ist. 117 Jahre später, nachdem Generationen von Schülern im großen Bau Rechnen, Schreiben und mehr lernten, müsse nun dringend saniert werden. Die Kosten dafür werden mit 5,9 Millionen Euro beziffert. Die Errichtung der Interimsschule wurde mit 857 000 Euro veranschlagt.

Die Zwischenlösung ist gelungen. Foto: Gabriele Hauger

„Safety first“ (Sicherheit geht vor) – lautet das Prinzip. Denn bei Überprüfungen des Gebäudezustands war festgestellt worden, dass der Brandschutz nicht erfüllt ist. Gerade die aktuelle Katastrophe in Crans Montana zeige, wie wichtig dieser aber sei, unterstrich Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic.

Modern und zeitgemäß

Auch aus diesem Grund wurde die Sanierung der Schule der der Hellbergschule vorgezogen worden, erinnerte Lutz. Nun sollen neben der energetischen Dachsanierung die Räume „in die Neuzeit überführt“ werden.

Die Planung erfolgt durch den Fachbereich Hochbau der Stadt Lörrach mit Unterstützung des Büros Mayer Bährle sowie des Architekturbüros Herzog GmbH. Das Schulhaus habe Generationen geprägt, unterstrich Ingo Herzog. Es sei „ein Stück Heimat“.

Als Architekt spüre er Achtung und Respekt vor der Aufgabe, ein solches Traditionsgebäude zu sanieren. „Das Schulhaus braucht auch Liebe“, sagte er. Nach der technischen Substanzerkundung hätten sich damals große Probleme beim Brandschutz gezeigt. Sofortmaßnahmen waren notwendig – ein Provisorium für drei Jahre. So wurden beispielsweise Brandmeldeanlage und die Kellerdecke ertüchtigt. Ende 2022 kam der Beschluss der Stadt, die Schule insgesamt zu modernisieren. 2024 wurde der Bauplan eingereicht. Ein Jahr später erfolgte die Genehmigung.

Nicht nur die Böden kommen raus. Foto: Gabriele Hauger

Seit Montag wird nun gearbeitet: Das komplette Dach wird saniert – gemäß den Energierichtlinien der Stadt. Einzelgauben werden entfernt, dafür zwei große gebaut. So soll mehr Raum für die notwendige Ganztagesbetreuung geschaffen werden. Akustikdecken und Einbauschränke sind geplant.

Es wird gearbeitet

Die Elektronik wird komplett erneuert, ebenso gibt es eine neue Lüftungsanlage, führte Herzog weiter aus. So entstünden neue multifunktionale Räume und eine größere Schulküche. Zudem wird der Eingang der Nord-West-Seite wieder geöffnet. Komplett erneuert wird zudem das Trinkwassernetz und die Waschbecken, neue WC-Anlagen im Dachgeschoss und Leitungen für Küche und Ganztagesbetreuung entstehen.

Mehr als die Hälfte der Aufträge sei bereits vergeben, fast ausschließlich an Firmen aus der Region – ein gutes Zeichen, findet Herzog.

Er sowie Planer und Stadtspitze zeigten sich überzeugt, dass Lehrer und Schüler Ende 2027 ein wunderbares Gebäude beziehen werden. Diskussionen darüber, dass ein Abriss und Neubau besser gewesen wären, sollten sich dann erübrigt haben.