Tagesthemen-Moderatorin Jessy Wellmer kündigt den Beitrag aus Allmannweier an. Foto: Screenshot/ARD

Die Diskussion um die „Blumenkübel von Allmannsweier“ schien sich zuletzt beruhigt zu haben. Am Dienstag strahlte nun die ARD in den „Tagesthemen“ einen Beitrag dazu aus.

Es ist mittlerweile fast zwei Monate her, dass die Gemeinde Schwanau – genauer: der Ortsteil Allmannsweier – und vor allem ein paar Blumenkübel bundesweite Beachtung fanden. Denn wie mehrfach berichtet, hatte Firmenchef Martin Herrenknecht mehrere Holzkübel, die zur Verkehrsberuhigung in der Tempo-30-Zone im Herrenweg aufgestellt waren, entfernen lassen und teilweise auf seinem Firmengelände abgestellt.

 

Was folgte war langes ein Hin- und Her – inklusive bundesweiter Berichterstattung, die in den vergangenen Wochen etwas abebbte. Bis Dienstag. Am Abend strahlten die „Tagesthemen“ (Einschaltquote: gut zwei Millionen) der ARD einen fast fünfminütigen Beitrag zu den „Kübeln des Anstoßes“, wie Moderatorin Jessy Wellmer den Beitrag ankündigte, aus.

Viel Neues brachte der Reporter vor Ort jedoch nicht zu Tage, kaum jemand wollte mit ihm sprechen. Weder Schwanaus Bürgermeister Marco Gutmann, noch der Allmannsweierer Ortsvorsteher Michael Krenkel oder Martin Herrenknecht waren für ein Interview vor laufender Kamera bereit. Herrenknecht etwa lehnte laut ARD-Bericht in den vergangenen Wochen drei Anfragen ab. Gutmann, mit dem der Reporter vor laufender Kamera telefonierte, äußerte sich gegenüber dem Sender per Mail. Das eigenmächtige Vorgehen habe die Demokratie sicherlich nicht gestärkt, wird der Bürgermeister indirekt zitiert. Es entspräche jedoch seinem demokratischen Verständnis, aufeinander zuzugehen.

Nur ein Amtsträger äußert sich vor der Kamera zu dem Thema: Hartmut Läßle (Liste Hartmut Läßle), der sich schon Mitte November während der Gemeinderatssitzung öffentlich geäußert hatte. „Am Ende geht’s leider ein bisschen um Macht und Ohnmacht“, sagt Läßle in der ARD. Er zeigt den Konflikt auf, vor dem in der Gemeinde wohl viele Sorge haben und spricht von der „Angst, was würde passieren, wenn Herr Herrenknecht sagt: ’Wissen Sie was? Ich verlege einen Teil der Firma wo anders hin’“. Und dennoch wird Läßle deutlich: „Hände weg von unseren Institutionen“, sagt er und meint damit wohl auch den Gemeinderat, der das Aufstellen der Blumenkübel zur Verkehrsberuhigung beschlossen hatte.

Dass mit dem initialen Aufstellen der Kübel im Ort nicht jeder Anwohner einverstanden sein könnte, lässt sich anhand des Berichts zumindest erahnen. „Es ist auch keiner gefragt worden, ob hier überhaupt Tempo 30 hinkommt“, sagt ein Anwohner des Herrenwegs. Eine zweite Anwohnerin, die zu Wort kommt, findet es „gut, dass mal jemand etwas sagt und jetzt diskutieren wir darüber“. Den Einwand des Reporters, dass sich Herrenknecht über den Gemeinderat hinweg gesetzt habe, kommentiert sie lapidar: „Ja gut, die sind auch nicht allwissend.“

So ist der aktuelle Stand in der Diskussion um die Blumenkübel

An der Situation verändert habe sich bislang noch nichts, erklärte Bürgermeister Marco Gutmann auf Nachfrage. Die Gespräche mit den zuständigen Behörden liefen weiter, eine Verkehrsschau stehe noch aus. Diese ist für den Dezember angesetzt, „und der hat noch ein paar Tage“, so Gutmann gegenüber unserer Redaktion.