In Sachen Breitbandausbau steht Ettenheim vor einer neuen Herausforderung: Das Unternehmen „Unsere grüne Glasfaser“ beendet die Arbeit im Stadtgebiet.
Das Telekommunikationsunternehmen „Unsere grüne Glasfaser“ (UGG) hat sich aus dem eigenwirtschaftlichen Breitbandausbau in Ettenheim zurückgezogen. Darüber berichtet die Stadt in einer Mitteilung. Von dem Rückzug betroffen sind die bislang für den eigenwirtschaftlichen Ausbau vorgesehene Kernstadt sowie die Stadtteile Münchweier, Ettenheimmünster und Altdorf.
Im Rahmen des Markterkundungsverfahrens 2025 hatte die UGG zuvor für insgesamt 3149 Adressen einen Ausbau auf eigene Kosten angemeldet. Ergänzend dazu plant die Breitband Ortenau, die den Ausbau koordiniert, 143 Adressen in unterversorgten Außenlagen über Fördermittel mit Glasfaser zu erschließen. „ Bürger, die bereits Verträge für einen Glasfaseranschluss abgeschlossen haben, werden nach Angaben der Breitband Ortenau direkt durch die jeweiligen Anbieter – O2 oder Stiegeler IT – über das weitere Vorgehen informiert“, so Josef Glöckl-Frohnholzer, Geschäftsführer der Breitband Ortenau. Er fügte hinzu, dass man bereits an einer neuen Lösung für den eigenwirtschaftlichen Ausbau arbeite: „Im Rahmen des jährlich stattfindenden Markterkundungsverfahrens sind wir aktuell in enger Abstimmung mit der Deutschen Telekom.“ Dabei werde derzeit auch geprüft, ob zusätzlich zu den ursprünglich von der UGG zum Ausbau vorgesehenen Adressen weitere 404 versorgte Gebäude in Wallburg und Ettenheimweiler in den Ausbau einbezogen werden könnten. „Unser Ziel ist es, schnellstmöglich eine tragfähige Lösung für den eigenwirtschaftlichen Ausbau zu entwickeln und Planungssicherheit für alle Beteiligten zu schaffen“, so der Geschäftsführer.
Gespräche mit neuem Anbieter laufen bereits
Unterdessen schreiten die Planungen für den geförderten Ausbau weiter voran: Die Genehmigungsplanung sei nahezu abgeschlossen; nach finaler Abstimmung mit der Telekom bereite die Breitband Ortenau die Ausschreibung für den Netzbau vor. Sofern die Gespräche mit der Telekom positiv verlaufen, könnte der eigenwirtschaftliche Ausbau noch im Jahr 2026 starten, so die Stadt. Der Beginn des staatlich geförderten Ausbaus ist aktuell für Anfang 2027 vorgesehen.
Stadt hat viel Arbeit in den Ausbau gesteckt
„Sehr ärgerlich für uns ist die mangelhafte Kommunikation und der Rückzug der UGG. Seit dem ersten Kontakt und einer Infoveranstaltung in der Stadthalle in 2022, einem Spatenstich im November 2024, diversen baulichen Maßnahmen und einem Sachstandsbericht im Sommer 2025 vor dem Gemeinderat hat auch die Verwaltung viel Arbeit in dieses Projekt gesteckt. Froh sind wir, dass parallel zur Absage der UGG jetzt intensive und konstruktive Gespräche mit der Deutschen Telekom geführt werden“, so der Ettenheims Bürgermeister Bruno Metz.
Der Glasfaserausbau ist das größte Infrastrukturprojekt in der Geschichte des Ortenaukreises: Insgesamt sollen in den kommenden Jahren rund 121 000 Gebäude im Landkreis an das Glasfasernetz angeschlossen werden. Ziel ist es, durch die Kombination aus gefördertem und eigenwirtschaftlichem Ausbau eine möglichst flächendeckende Versorgung mit gigabitfähiger Infrastruktur zu erreichen. Bei mehr als der Hälfte aller Gebäude liegt das Glasfaserkabel bereits in der Straße und ein Anschluss ans Netz wäre technisch kurzfristig möglich, heißt es weiter. Bis 2027 soll eine Quote von 70 Prozent erreicht werden, der vollständige Ausbau aller bislang unterversorgten Gebäude soll bis 2031 abgeschlossen sein.
Weitere Informationen zum Glasfaserausbau und der Breitband Ortenau gibt es im Internet unter www.breitband-ortenau.de.
Info – So geht es weiter
Das Thema rund um den Glasfaserbau soll in der Gemeinderatssitzung am 19. Mai diskutiert werden. Dabei soll über den aktuellen Stand sowie das weitere Vorgehen informiert werden.