Zum Jahresbeginn 2026 blickt Haiterbachs Bürgermeisterin Kerstin Brenner zurück auf das abgelaufene Jahr und wagt einen Ausblick auf die Herausforderungen des neuen.
Vor einem Jahr trat Kerstin Brenner ihr Amt als Bürgermeisterin der Stadt Haiterbach an. Vor allem die Teilortsjubiläen in Ober- und Unterschwandorf sowie eine gelungene Leistungsschau bewegen sie dazu, das Jahr 2025 als gutes Jahr für Haiterbach zu bewerten.
Ganz allgemein gefragt: War 2025 ein gutes Jahr für Haiterbach? Und warum oder warum nicht?
Das Jahr 2025 war ein gutes Jahr für Haiterbach: Wir konnten in Haiterbach gemeinsam wieder einiges für unsere Stadt bewegen und gemeinsam vorantreiben. Mit dem Jubiläum 875 Jahre Ober- und Unterschwandorf und der Leistungsschau hatten wir tolle und gelungene Großveranstaltungen, die nicht jedes Jahr in dieser Größenordnung stattfinden.
Was war 2025 der wichtigste Meilenstein für Ihre Stadt?
Im vergangenen Jahr gab es zum 1. Januar in Haiterbach den Wechsel an der Rathausspitze. Aus meiner Sicht war es wichtig, dass ich in der neuen Rolle als Bürgermeisterin ankomme und die Entwicklung der Stadt Haiterbach weiter vorantreibe. Nach den ersten zwölf Monaten kann ich sagen, dass dies gelungen ist und wir – Verwaltung, Gemeinderat und Bürgerschaft – gemeinsam einen guten Weg beschreiten.
Welches Projekt wird für Ihre Stadt 2026 das wichtigste sein?
Aktuell sind nicht alle Führungsstellen im Rathaus besetzt. Damit wir die vielfältigen Aufgaben bewältigen können, ist die Besetzung dieser Schlüsselrollen notwendig. Dafür werden wir uns einsetzen. Weiter möchte ich im kommenden Jahr einen Fokus auf die Kindergartengebäude legen – dort haben wir einen gewissen Sanierungsstau, mit dessen Abbau begonnen werden soll. Ebenso werden wir den Umbau des neuen Bauhofgebäudes im Waldweg und den Umzug dorthin weiter vorantreiben.
Was wird 2026 die größte Herausforderung für Haiterbach?
Die finanzielle Lage der Städte und Gemeinden ist durch sinkende Einnahmen bei gleichzeitig steigenden Kosten und Standards in die Schieflage geraten.
Im kommenden Jahr werden wir durch geschickte Priorisierung schauen müssen, dass wir dennoch unsere Projekte vorantreiben können. Verstärkt wird unser Augenmerk auf der Generierung von Zuschüssen liegen.
Ende Januar 2026 steht die erste Fahrt der Hesse-Bahn an. Welche Bedeutung hat das für Sie?
Ich freue mich über den erfolgreichen Abschluss des Projekts. Allerdings ist die Hesse-Bahn für uns in Haiterbach eher nachrangig, da wir nicht unmittelbar daran angeschlossen sind. Aber da wir im Rahmen von Ausgleichsmaßnahmen stark betroffen waren und in Haiterbach viel darüber diskutiert und gerungen wurde, hat der Startschuss auch für uns eine besondere Bedeutung.
Der Job des Bürgermeisters scheint in den vergangenen Jahren immer härter geworden zu sein - mit allen negativen Konsequenzen. Auch im Kreis Calw ist das zu spüren. Was macht Ihnen beruflich am meisten zu schaffen? Und was müsste sich ändern, um das zu verbessern?
Mir ist in meinem ersten Amtsjahr verstärkt aufgefallen, wie viele unterschiedliche Meinungen es zu einer Sache geben kann. Eine von manchen als gute Idee empfundene Sache wird von anderen ganz anders gesehen. Diese unterschiedlichen Ansichten erschweren die Entscheidungsfindung aus meiner Sicht erheblich.
Egal ob Windräder, Baugebiete oder Mobilfunkmast - immer öfter bildet sich organisierter Widerstand gegen größere Projekte in der Nachbarschaft. Halten Sie das für legitim? Oder greift hier eher das Sankt-Florian-Prinzip, das im englischsprachigen Raum auch als „not in my backyard“ (“nicht in meinem Hinterhof“) bekannt ist?
Hier zeigt sich, dass die Betroffenheit und das Interesse dann am größten ist, wenn etwas direkt vor der Haustür passiert. Per se ist das aus meiner Sicht nicht schlecht und ein wichtiges Element in einer Demokratie. Allerdings sollte sich der Widerstand immer auf der sachlichen Ebene abspielen, Emotionen und Vorwürfe sind hier falsch am Platz.
Die Finanzlage der Kommunen ist schlecht, überall muss gespart werden. Zurückstecken will natürlich niemand. Ist die Erwartungshaltung der Bürger in dieser Situation realistisch?
Ich spüre bei meinen vielfältigen Kontakten mit den Bürgerinnen und Bürgern ein grundsätzliches Verständnis fürs Sparen und für unsere finanzielle Situation. Im Einzelfall kann dies aber auch anders gesehen werden.
2026 wird der Landtag gewählt. Welchen Wunsch haben Sie an die neue Landesregierung?
Als Vertreterin der kommunalen Ebene habe ich zwei konkrete Wünsche: Die Verbesserung der finanziellen Ausstattung der Kommunen nach dem Motto „Wer bestellt, bezahlt“ und den Abbau von Bürokratie – der Aufwand, den wir als Kommunen teilweise betreiben müssen, ist oft nicht gerechtfertigt.
Und zu guter Letzt noch etwas Persönliches: Was war Ihr schönster Moment 2025?
Mein Urlaub in Ägypten – mit einer unvergesslichen Nilkreuzfahrt und anschließendem Badeurlaub am Roten Meer. Die Fahrt auf dem Nil, vorbei an beeindruckenden Tempeln und jahrtausendealter Geschichte, hatte etwas Magisches. Danach die entspannten Tage am Roten Meer mit Schnorcheln in der wunderbaren Unterwasserwelt machten diesen Urlaub zu etwas ganz Besonderem. Eine perfekte Mischung aus Kultur, Erholung und Natur, die mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.