Während die Campus-Sporthalle vom Bund gefördert wird, gab es für das 40 Millionen Euro teure Kombibad eine Absage. Warum die Stadt Rottweil dennoch optimistisch bleibt.
Nach der Förderzusage für die geplante Campus-Sporthalle war die Freude zunächst groß. Der Zuschuss aus dem Bundesprogramm zur Sanierung kommunaler Sportstätten des Bundes war heillos überzeichnet gewesen. Dass es dennoch eine Million Euro für den Ersatzbau der sanierungsbedürftigen ABG-Sporthalle gab, sorgte bei der Verkündung der Förderzusage im Gemeinderat Ende April sogar für Applaus. Allerdings: Auch für das rund 40 Millionen Euro teure Kombibad hatte man auf einen positiven Bescheid gehofft.
Im Dezember hatte Rottweils Oberbürgermeister Christian Ruf noch auf acht Millionen aus dem Förderprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ gehofft. Bis Ende Januar 2026 mussten die Stadt und die Betreiberin der Rottweiler Bäder, die ENRW, die Bewerbung abgeben – die Zeit drängte also.
Ende Februar wurde im Zuge der ersten öffentlichen Planung für das neue Kombibad im Gemeinderat deutlich: Das Förderprogramm ist überzeichnet, sprich, es gibt zu viele Bewerbungen für den zur Verfügung stehenden Fördertopf des Bundes. Auf die damalige Frage von Jörg Hügel (Grüne), was im Fall einer Absage zu tun sei, antwortete Ruf: „Unser politisches Signal lautet: Wir brauchen die Förderung dringend.“
Absage erteilt
3684 Projekte gingen letztlich beim zuständigen Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung ein – mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 7,5 Milliarden Euro. In der ersten Tranche, in der 333 Millionen Euro aus Bundesmitteln bereitstehen, ist die geplante Campus-Sporthalle mit einer Million Euro dabei – das Kombibad nicht.
Die Stadt zeigt sich dennoch zufrieden, zumindest mit der Campus-Sporthalle zum Zuge gekommen zu sein. „Nicht einmal jedes zehnte Projekt konnte in der ersten Runde berücksichtigt werden. Umso beachtlicher ist es, dass es gelungen ist, die neue Sporthalle für den Schulcampus Rottweil dort zu platzieren“, betont Pressesprecher Tobias Hermann auf Nachfrage unserer Zeitung.
Man sei die einzige Kommune in den Landkreisen Rottweil und Tuttlingen, die sich über eine Förderung freuen könne. „Beworben hatte sich bereits für diese Runde auch die ENRW mit dem geplanten Kombibad. Hier wurde uns in dieser Förderrunde leider eine Absage erteilt“, so Herrmann.
Derweil hat sich mit einem separaten Förderaufruf speziell für kommunale Schwimmbäder eine weitere Chance ergeben, doch noch Gelder für den Aquasol-Neubau zu bekommen. 250 Millionen Euro stehen aus diesem Topf zur Verfügung, Bewerbungsschluss ist der 19. Juni.
Hermann erklärt, warum man diesmal größere Chancen sieht: „Die Fördermittel können hier nur an kommunale Schwimmbäder vergeben werden. Das heißt: Der Bewerberkreis ist kleiner – wobei auch hier mit einer deutlichen Überzeichnung zu rechnen sein dürfte.“
Daumen drücken
Die ENRW habe bereits angekündigt, auch an diesem Förderprogramm teilzunehmen. „Dort werden gerade sämtliche Unterlagen für die erneute Bewerbung zusammengestellt, und wir hoffen auf einen neuerlichen Zuschlag“, betont Hermann. Es gelte also weiterhin, die Daumen zu drücken – zumal es nach dem Wunsch vieler Rottweiler nicht bei der bisherigen Planung ohne Solebad und 50-Meter-Becken bleiben soll.
Die CDU-Stadtratsfraktion forderte zuletzt, dass nicht nur die Planungskosten für das vorgesehene Kombibad, sondern auch die Mehrkosten für die Nutzung Rottweiler Sole und den Erhalt des 50-Meter-Beckens im Freibad aufbereitet werden. Hintergrund ist ein mögliches bürgerschaftliches Engagement – etwa durch einen Förderverein –, mit dessen Hilfe Erweiterungen der bisherigen Planung finanziert werden könnten. Denkbar wäre dies sowohl für den Erhalt des großen Schwimmerbeckens als auch für ein Solebad oder einen Rutschenturm.
Dass die Rottweiler solch ein Projekt stemmen können, zeigt die Vergangenheit. Das bestehende Solebecken des Aquasols war nur dank der Mithilfe Rottweiler Bürger und des Solebad Fördervereins möglich geworden.