Der Rottweiler Jonas Koch hat nach 15 Jahren als Radsportprofi seine Karriere beendet. Foto: Eibner/Eisenbauer

Jonas Koch hängt nach 15 Jahren sein Rennrad an den Nagel. Der Rottweiler spricht im Interview über sein Karriereende, seine größten sportlichen Highlights und was als Nächstes kommt.

15 Jahre lang war Jonas Koch als Radsport-Profi in ganz Europa unterwegs. Sechsmal nahm er bei den sogenannten „Grand Tours“ teil – dreimal bei der Vuelta a España sowie je zweimal beim Giro d’Italia und der Tour de France. Nun hat der Rottweiler im Alter von 32 Jahren sein Rennrad an den Nagel gehängt. Im Interview mit unserer Zeitung spricht er über diese Entscheidung und lässt seine Karriere Revue passieren.

 

Herr Koch, Sie haben nach 15 Jahren im Profi-Bereich Ihre Karriere beendet...

Genau. Die Verträge laufen ja immer bis Jahresende. Das heißt also, dass ich seit Anfang des Jahres jetzt ganz offiziell im Radsport-Ruhestand bin (lacht).

Ist Ihnen diese Entscheidung schwergefallen?

Definitiv. Es war keine einfache Entscheidung, aber ich denke, es ist die richtige. Der Fahrermarkt ist ziemlich voll, Teams fusionieren – es ist einfach aktuell keine einfache Situation. Ich wusste ja schon in den letzten Monaten, dass ich im Vertragsjahr bin und von Seiten meines letzten Teams (Red Bull-BORA-hansgrohe, Anm. d. Red.) wurde mir signalisiert, dass es nicht weitergeht. Und mit 32 Jahren bin ich natürlich auch nicht mehr der Jüngste.

Wie genau sah dann der Entscheidungsprozess aus? Und wie geht es nun für Sie weiter?

Ich habe viele lange Gespräche mit meiner Frau geführt und wir sind zu dem Schluss gekommen, dass das jetzt der richtige Zeitpunkt ist. Was ich als Nächstes mache, weiß ich noch nicht. Ich schaue mich jetzt erst einmal um. Vielleicht mache ich ein Studium. Zunächst wird aber meine Familie an erster Stelle stehen. Ich habe zwei kleine Kinder, mit denen ich nun sehr viel Zeit verbringe.

Können Sie zu diesem Zeitpunkt bereist ein echtes Fazit zu Ihrer Karriere ziehen?

Das ist gerade noch schwierig. Aktuell gehe ich erst einmal komplett auf Abstand zum Radsport. Aber das wird bestimmt kommen, dass ich mehr darüber nachdenke und meine Karriere Revue passieren lasse.

Aber ein paar Highlights aus diesen 15 Jahren stechen sicherlich heraus?

Auf jeden Fall! Dass ich auf der Straße in Stuttgart deutscher Vizemeister geworden bin zum Beispiel. Aber vor allem, dass ich an allen drei „Grand Tours“ teilnehmen durfte. Auch dass wir mit unserem Kapitän (der Kolumbianer Daniel Felipe Martinez, Anm. d. Red.) beim Giro d’Italia 2024 Zweiter geworden sind, wird mir besonders in Erinnerung bleiben.