Darf ein CDU-Oberbürgermeister zwei uneheliche Kinder haben? Darüber wird in Rottenburg derzeit heiß diskutiert. Foto: Vladimir Korostyshevskiy/ Shutterstock

Zwei uneheliche Kinder: Rottenburgs Oberbürgermeister bestätigt Vaterschaft. Zu viel für CDU-Mitglied in Bischofsstadt?

Rottenburg - Es ist derzeit wohl das Stadtgespräch Nummer eins: Kurz nach der Wiederwahl wird bekannt, dass Oberbürgermeister Stephan Neher wieder Vater geworden ist. Allerdings ist nicht seine bisherige Partnerin Federica Maier die Mutter.

In sozialen Netzwerken wird diskutiert."Ich bestätigte, dass ich zum zweiten Mal Vater geworden bin", erklärt Neher die Gerüchte auf Anfrage unserer Zeitung in einer Presseerklärung. "Die Mutter meines Sohnes wohnt nicht in Rottenburg und ist keine Person des öffentlichen Lebens. Ich bitte deshalb, die Privatsphäre der beteiligten Personen zu respektieren."

Um seine vierjährige Tochter werde er sich weiterhin gemeinsam mit seiner bisherigen Partnerin Federica Maier kümmern. Zurückhaltend erklärt er: "Ich bitte um Verständnis, wenn ich Privates und Berufliches so gut wie möglich voneinander trenne. Ich will versuchen, dass meine Kinder durch die berufliche Stellung ihres Vaters keine Vor- oder Nachteile erleben." Nachdenklich fügt er hinzu: "Des Öfteren musste ich in Gesprächen mit Amtskollegen/innen erfahren, wie schwierig dies wohl ist und immer wieder Probleme aus dem dienstlichen Kontext auf das familiäre Umfeld von Oberbürgermeister oder Bürgermeister ausstrahlen."

Besonders großes Aufsehen erregt Neher mit seinem Privatleben wohl auch deshalb, weil es eine Vorgeschichte gibt. Neher war verlobt, als er 2008 das Amt des Oberbürgermeisters in Rottenburg antrat. Doch die Verlobung löste er. Grund: Er ging eine Partnerschaft mit der früheren Stadträtin Federica Maier von den Jungen Aktiven ein, mit der auch eine Tochter bekam. Diese legte daraufhin im März 2011 ihr Mandat als Stadträtin nieder. Beide wollten sich mit diesem Schritt nicht irgendwelchen Angriffen aussetzen müssen.

Auf der Facebook-Seite Dein Rottenburg wurde schon eifrig über die aktuellen Entwicklungen im Privatleben von Stephan Neher diskutiert. So gibt es einige Stimmen, die finden, dass dies nicht zu einem Oberbürgermeister einer Bischofsstadt und Parteimitglied der CDU passe. "We proudly present the CDU-Oberbürgermeister der Diözese-Stadt Rottenburg", schreibt eine Facebook-Nutzerin. Eine andere sieht das ähnlich und übt auch Kritik, dass Neher nicht schon vor seiner Wiederwahl die Öffentlichkeit informiert hat: "...und als CDU-Oberbürgermeister sollte man sich seine Glaubwürdigkeit bewahren. Natürlich kann er machen, was er will. Dann muss er aber auch vor der Wahl zum Kind stehen."

Andere finden, dass dieses Thema eindeutig Privatsphäre von Neher ist. "Jeder Mensch hat ein Recht auf Privatsphäre - auch ein Oberbürgermeister - warum also muss man darüber diskutieren? Ich entscheide mich bei der OB-Wahl eigentlich eher danach ob ich dem Kandidaten das Amt zutraue und nicht danach ob und wie viele Kinder (ehelich oder unehelich) er hat", schreibt Claudia S. Und Andra L. schreibt an Stephan Neher gerichtet: "Herzlichen Glückwunsch Herr Oberbürgermeister zum Sohnemann. Genießen Sie es aus vollen Zügen... und an die Kritiker: Kehrt vor eurer eigenen Haustüre."