Eberhard Kipp berichtet er, was in diesem Jahr geplant ist und wer von der Veranstaltung alles profitieren soll.
Eberhard Kipp stammt aus Bickelsberg. 2007 hat er in Rosenfeld eine eigene Marketing-Service-Agentur für Mittelständler gegründet. Seit 2011 sitzt das Unternehmen in Sulz.
Zum vierten Mal nach 2017, 2019 sowie 2022 koordinieren und bewerben er und seine Mitarbeiter „Rosenfeld live“. Dieses Jahr ist der Erlebnistag am Wochenende 17. und 18. Mai, jeweils von 11 bis 17.30 Uhr.
Was ist „Rosenfeld live“?
„Im Kern eine Gewerbeschau“, sagt der 57-Jährige. Er beschreibt einen Wandel, was die teilnehmenden Firmen erreichen möchten: Früher wollten eher kleinere Unternehmen sich präsentieren und Produkte verkaufen. Heute sind Industrie und Großgewerbe stärker vertreten. Sie wollen ihr Image zeigen und Personal gewinnen. „Landauf, landab rücken sich die Unternehmen ins rechte Licht“, sagt Kipp – und das wollen auch jene in Rosenfeld.
Welchen Nutzen haben die beteiligten Unternehmen?
Als Gemeinschaftsleistung sei das günstiger und effizienter, weiß Kipp. Besucher schauten sich zudem lieber bei fünf Firmen um statt nur bei einem Betrieb. Das beflügle den Wettbewerb der örtlichen Unternehmen: „Die geben Vollgas und putzen sich raus.“ Vor allem sollen Mitarbeiter und Auszubildende gewonnen werden. Die Hürde für Bewerber sei niedriger, wenn jene ein Unternehmen bereits unverbindlich kennenlernen konnten. Das klappt auch, wie Kipp von einer Firma erfahren hat, die im vergangenen Jahr erstmals dabei war. Firmen, die pausierten, sind wieder dabei.
Wer ist diesmal dabei?
21 Teilnehmer haben im September mit den Vorbereitungen begonnen, 46 Teilnehmer sind inzwischen angemeldet: 33 Firmen – darunter auch der Schwarzwälder Bote -, Forstamt, Polizei und nicht zuletzt elf Vereine. Die Zahl ist wieder gestiegen, in dieser Größenordnung gab es „Rosenfeld live“ erst einmal.
Wo sind diese zu finden?
Die Teilnehmer verteilen sich auf drei Standorte im Stadtgebiet: Vier in Heiligenzimmern, sechs auf dem Gelände der Fischermühle, der große Rest im Gewerbegebiet Dornbrunnen. Zwischen den Standorten und 14 Haltestellen verkehren Busse im 20-Minuten-Takt.
Was haben Besucher von „Rosenfeld live“?
„Karriere ist ein Riesenthema“, sagt der Koordinator. Viele Eltern informierten sich, was ihre Kinder beruflich machen könnten, gingen gemeinsam mit diesen in Firmen und schauen, ob das was für diese wäre. In Rosenfeld könne man beispielsweise sehr gut mehrere metallverarbeitende Firmen vergleichen: „Was machen die? Wie ist die Atmosphäre? Was passt zu mir?“ Die Neugierde sei wichtiger als Werbegeschenke und etwas zu essen: „Viele Leute wollen wissen: was passiert hinter den Kulissen bei diesem großen Unternehmen? Sie wollen reingucken“, und die Gewerbeschau öffne Türen, die sonst verschlossen blieben.
Weshalb ist die Schau für die Stadt Rosenfeld wichtig?
„Weil der Standort sonst gar nicht in Erscheinung tritt“, sagt Kipp. Die Stadt habe im Vergleich zur Einwohnerzahl mit Abstand die meisten Arbeitsplätze im Kreis, viele Einpendler und eine gute Kaufkraft – aber geringe Einzelhandelsumsätze. „Alle kommen zum Arbeiten nach Rosenfeld und kaufen anderswo ein.“ „Rosenfeld live“ unterstütze nicht nur die Firmen bei der Mitarbeitersuche, sondern auch die Einzelhändler: „Wir brauchen eine Veranstaltung, die nach außen ausstrahlt.“
Wie wird das vorbereitet?
„Es ist mehr Geschäft, als man sich vorstellen kann.“ Eine Gewerbeschau dieser Größe von Ehrenamtlichen organisieren zu lassen – etwa einem Handels- und Gewerbeverein, den es in Rosenfeld ohnehin nicht mehr gibt – sei heutzutage kaum noch realistisch. Dabei betont Kipp, dass alle Teilnehmer selbst verantworten, wie sie sich präsentieren und was sie anbieten – und das funktioniere: „Es ist unglaublich, was da an Kreativität entsteht.“
Wie viele Besucher kommen?
Das kann Kipp nur hochrechnen, beispielsweise über verkaufte Essen. 2022 kamen zwischen 5000 bis 8000. Das sehe man allerdings nicht unbedingt, weil sich die Besucher über ein großes Gebiet verteilen. „Damit rechne ich auch für dieses Mal, wenn das Wetter einigermaßen mitmacht.“
Worauf freut Eberhard Kipp sich am meisten?
„Die Begegnungen“, antwortet er, ohne zu zögern: Bei „Rosenfeld live“ treffe man oft Leute, die man lange nicht gesehen habe. Und die Menschen – seine Mitbürger – zusammenbringen, ist dem Koordinator ein persönliches Anliegen: „Dass man sich trifft, und nicht nur in einem Festzelt oder beim Sport.“ Beim Erlebnistag Mitte Mai wird man viel zu Fuß unterwegs sein – beste Voraussetzungen für spontane Begegnungen und Gespräche also.