Udo Richter (sitzend) wird von Hund Nala schnell gefunden. Foto: Albert Bantle

Welch breitgefächertes Arbeitsfeld ein Rettungshundeteam zu bewältigen hat – davon konnten sich die Bewohner des Eschachparks in Niedereschach überzeugen.

Auf Einladung von Monika Blamberger, die den Trakt des Betreuten Wohnens jenseits der Eschach am Hummelberg betreut, war die Rettungshundestaffel des DRK Villingen zu Gast.

 

Die beiden Rettungshundeführerinnen Stephanie Schnekenburger und Ines Hölle-Laufer brachten gleich vier Rettungshunde mit.

Mit 16 aktiven Hundeführern und zehn einsatzfähigen Rettungshunden, die alle ihre Prüfungen absolviert haben, komme die Rettungshundestaffel etwa 15 bis 20 Mal im Jahr zum Einsatz, erzählen die beiden.

Arbeitsschwerpunkt in der Ausbildung

Wobei der Arbeitsschwerpunkt in der Ausbildung der Hunde liege, die mindestens zwei Jahre dauere, bevor die Hunde nach bestandener Prüfung in den Einsatz dürfen. Dazu komme zweimal wöchentlich ein Training jeweils über drei bis vier Stunden und die Fortbildungen, meist an Wochenenden – also ein sehr zeitaufwendiges Hobby, das praktisch keine Zeit mehr für andere Dinge lasse.

Die Aufgaben, die sie mit ihren Hunden zu bewältigen haben, seien Menschensuche – meist ältere Menschen, die orientierungslos und geschwächt seien und nicht mehr nach Hause finden – aber auch Kinder, Pilzsammler oder Wanderer, die den Fuß verstaucht haben. Und da sei auch schon mal ein vermisster Ehemann dabei, der die ganze Nacht über weg war, bis sich herausgestellt habe, dass er die bei seiner Freundin verbracht habe.

Es gibt drei Arten von Suchhunden

Bei ihren Hunden werde unterschieden zwischen hauptsächlich drei Arten von Suchhunden, dem „Mantrailer“, der die sich anhand von Geruchsproben von Vermissten auf deren Spur machen, Trümmerhunde und Flächensuchhunde, die schnell und sicher unübersichtliche Gebiete durchsuchen.

Bei drohenden gesundheitlichen Gefahren

Rettungshunde werden eingesetzt, wenn vermisste Personen schnell gefunden werden müssen. Dabei liegen häufig drohende gesundheitliche Gefahren wie Unterkühlung oder fehlende Medikamente der Vermissten vor. Der Schwerpunkt der Villingen Staffel liege bei den Flächensuchhunden, was bedeute, der Hund müsse in der Lage sein auf einer großen Fläche nach Menschen zu suchen.

Wie dies in der Praxis funktioniert, dafür musste Udo Richter, Bewohner im Betreuten Wohnen, als Übungsperson herhalten. Nachdem die Hündin Nala von Hundeführerin Stephanie Schnekenburger anhand eines Taschentuchs von Udo Richter den Geruch des „Vermissten“ aufgenommen hatte, galt es, dessen Spur aufzunehmen, nachdem er es sich auf einer Bank vor dem Hildegard-Strohm-Stüble bequem gemacht hatte. Schon nach kurzer Zeit war das „Anschlagen“ von Nala zu vernehmen, mit dem sie den „Vermissten“ freudig begrüßte.

Hunde in Pflegeheimen

Besuchshunde
Gerade für ältere Menschen in Pflegeheimen sind Hunde wertvolle soziale Partner und können deren Alltag bereichern. Mensch und Hund vertrauen einander und gehen besonders aufmerksam und feinfühlig miteinander um. Dafür gibt es sogar „Besuchshunde“, die von den Senioren als echter Partner und Seelentröster empfunden werden, die durch ihre reine Anwesenheit schon die Stimmung heben. Denn Hunde verbinden Menschen miteinander, fördern den Austausch und gemeinsame Aktivitäten.