Thorsten Held feierte beim ADAC-24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring Platz 85.
Beim größten deutschen Automobilsportereignis mit offiziell 352.000 Zuschauern startete der Sunthauser Thorsten Held zusammen mit dem Österreicher Peter Baumann sowie dem Mechernicher Matthias Trinius auf einem Porsche Cayman CM 12. Das Trio belegte am Ende die 85. Position im Endklassement.
Der seriennahe Sportwagen war vom in der Eifel beheimateten Pure-Team by Mohr neben einem weiteren Zuffenhausen-Renner für das Traditionsrennen vorbereitet und eingesetzt worden. Baumann-Held-Trinius legten auf der aus der legendären Nordschleife sowie Teilen des Grand-Prix-Kurses zusammengesetzten 25,378 Kilometer langen Achterbahn insgesamt 117 Runden zurück, wobei sie einen Schnitt von 123,202 Kilometern pro Stunde hinlegten. Am Ende belegten sie mit dem 300-PS-Auto den 85. Platz unter 159 gestarteten und 111 platzierten Fahrzeugen.
Carbonteil zerschneidet Leitung
In der V5-Klasse platzierte sich der Porsche mit der Startnummer 455 auf Platz vier. Thorsten Held zeigte sich mit dem Resultat ziemlich zufrieden, indes hätte dieses noch ein wenig besser aussehen können. In der fünften Rennstunde, gerade als die Dämmerung so langsam hereinbrach, war Teamkamerad Trinius über ein Carbonteil gefahren, das nach einem vorherigen Zwischenfall von einem anderen Rennauto abgefallen war. Das Carbonteil schnitt in einem hinteren Radkasten des Porsche eine Leitung durch, was zum Ausfall des ABS führte. „An den Boxen mussten wir den gesamten Kabelbaum auswechseln. Das war eine sehr filigrane Arbeit für die Mechaniker, die uns über drei Runden gekostet hat“, erläuterte Held, die womöglich eine zehn Positionen bessere Klassierung im Gesamtklassement und einen Podiumsplatz in der Klasse gekostet hat.
Im Feld fuhren 41 bis zu rund 600 PS starke GT3-Fahrzeuge der Marken Lamborghini, Ferrari, Porsche, Mercedes, BMW, Aston Martin und Audi um den Gesamtsieg. Profifahrer und Amateurpiloten mussten bei den hohen Geschwindigkeitsdifferenzen bei Überrundungen deshalb ein besonderes Geschick walten lassen. „Das ist besonders in der Nacht schwierig, wenn man im Rückspiegel nur die Lichter sieht, aber nicht richtig das Tempo des Verfolgers einschätzen kann“, gestand der 47-jährige Held die Schwierigkeit ein.
Die Wetterbedingungen in der Eifel gestalteten sich als ziemlich herausfordernd. So hatten Fahrer und Teamentscheidungsträger ein kniffliges Reifenroulett zu spielen: profillose Slicks oder Regenreifen. War der Start- und Zielbereich gerade trocken, konnte es an den Streckenpunkten Flugplatz, Adenauer Forst, Fuchsröhre, Karussell, Pflanzgarten, Schwalbenschwanz oder Döttinger Höhe wieder regnen – in den Ausprägungen eines leichten Nieselregens oder gar in einer Art Monsun. Bei den herrschenden kalten Temperaturen bauten auch die Reifen vielfach zunächst nicht richtig Grip auf.
Zu Beginn gleich ein Dreher
Startfahrer Held fabrizierte deshalb gleich in der Anfangsphase auf dem Grand-Prix-Kurs im engen Rennverkehr einen fulminanten Dreher, der zum Glück folgenlos blieb.
Bis drei Stunden vor Schluss hatte der erste AMG-Mercedes in einem Quartett mit F1-Vierfach-Weltmeister Max Verstappen das Rennen angeführt, als ein Antriebswellenschaden zur Aufgabe zwang. Der Sieg ging somit an das AMG-Schwesterauto, das insgesamt 156 Runden zurücklegte.