Im Brigachtalter Gemeinderat wurde der Stand der laufenden Rekultivierung des ehemaligen Steinbruchs vorgestellt.
In der jüngsten Gemeinderatssitzung stellte die Firma Storz, vertreten durch Susanne Gräfin Kesselstatt, und Michael Bliedtner vom Büro für Rohstoffe und Umwelt den Stand der laufenden Rekultivierung des Steinbruchs Klengen vor.
Die Ziele der Rekultivierung zählte Susanne Kesselstadt wie folgt auf: Zur ökologischen Aufwertung sei der Aufbau neuer Lebensräume wie Wald, Magerwiesen, Feuchtbereichen geplant. Wertvolle Felswände sollen erhalten bleiben, so Susanne Kesselstatt. Die Entwicklung eines stabilen Mischwaldes soll durch die Aufforstung von rund 8,3 Hektar und der Pflege der bestehenden Sukzessionswälder erreicht werden.
Produktive Böden sollen für regionale Landwirtschaft rückgewonnen werden, berichtete sie. Weitere Ziele der Rekultivierung seien die Naherholung und Umweltbildung durch einen Naturlehrpfad und ein Insektenhotel. Dies könne ein Erlebnis- und Bildungswert für Bürger, Schulen und Vereine sein, so die Geschäftsführerin.
Rund 6,5 Hektar Gewerbeflächen
Auch eine gewerbliche oder wohnbauliche Entwicklung durch die Bereitstellung von rund 6,5 Hektar Gewerbeflächen könnten erzielt werden. Das verbleibende Verfüllvolumen betrage rund 800 000 Kubikmeter, die geschätzte Restlaufzeit etwa zehn bis zwölf Jahre.
Die Historie des Steinbruchs Brigachtal beginnt 1958 mit der Inbetriebnahme und dem Beginn des Muschelkalkabbaus. Es folgten mehrere Erweiterungen des Abbaugebiets. Bis 1999 betrieb die Karl Riegger GmbH & Co. KG den Steinbruch, 1999 erfolgte die Übernahme durch J. Friedrich Storz Baustoffe.
Von 1958 bis 2017 erfolgte kontinuierlicher Muschelkalkabbau, wodurch rund sechs Millionen Kubikmeter gewonnen wurden. 2017 wurde der Abbau aufgrund fehlender Erweiterungsflächen eingestellt. Seit 2017 wird der Bereich zur Zwischenlagerung und Verarbeitung von Mineralstoffen genutzt. 2020 startete die finalen Rekultivierungsplanung und 2023 wurde die Genehmigung für die Rekultivierung und Renaturierung des Steinbruchs Klengen erteilt.