Journalist Reinhard Keck aus Freudenstadt hat eine Lesereise über London geschrieben.
Es ist eine – journalistisch distanzierte – Liebeserklärung an eine faszinierende Stadt geworden: an London. In der Reihe „Lesereisen“ ist im Picus Verlag mit „London“ jetzt eine neue Reise erschienen, ein handliches Buch, durchaus und mit viel Vergnügen auch ohne die Anstrengungen einer Reise bequem zu Hause zu lesen. Geschrieben von Reinhard Keck (44), geboren und aufgewachsen in Freudenstadt.
Die Lesereisen des Picus Verlags führen rund um den Erdball. Es gibt die handlichen Bücher von Nepal und Neuseeland, vom Schwarzwald und von Slowenien, von Ligurien und Lissabon und eben jetzt auch von London. Sie beten nicht die bekannten touristischen Ziele herunter, sondern arbeiten das Besondere, das persönlich Gesehene und Erlebte in einem Land, einer Region oder einer Stadt heraus.
So auch der Journalist Reinhard Keck: „Ich versuche, die Stadt zu fühlen, ihr unter die Haut zu gehen“, erzählt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Das gelingt ihm weitgehend in zehn Reportagen ähnlichen Kapiteln, in denen er zum Beispiel den Fußballtempel Wembley aufsucht oder durch die Kneipen zieht, am Ring einer Boxschule sitzt oder Originale in Mayfair porträtiert, dem Ort für „Menschen mit Geld und teurem Geschmack“, wie Keck schreibt, „wo jeder verbaute Ziegelstein ein Goldbarren ist“.
Er speist bei berühmten Köchen und trinkt Tee im Buckingham Palast, wo er die Aura der britischen Monarchie schnuppert und in der königlichen Geschichte blättert. Reinhard Keck hat sich das Staunen über London bewahrt, gesteht ein, dass er wohl „nie die Stadt mit ihrem Tempo, ihrer überwältigenden Energie“ ganz verstehen wird.
Stadt voller Widersprüche
London sei keine Wohlfühlstadt, schreibt er in seiner Einführung, sondern eine Stadt voller Widersprüche, eine Metropole für Fortgeschrittene. Dabei kommt auch Keck um den abgegriffenen „Melting Pot“ nicht herum, London als Schmelztiegel der Nationen, Religionen, Emotionen und noch vieler „-ionen-Worte“ mehr.
Reinhard Keck hat sich vor und nach seinem Abitur seine ersten journalistischen Sporen in der Sportredaktion des Schwarzwälder Boten in Freudenstadt verdient, dann in Erfurt und London Literatur und Journalismus studiert.
Er arbeitete bei bekannten Zeitungen in München und Berlin und lebt seit gut zehn Jahren als Korrespondent für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft für deutsche und gelegentlich auch für englische Publikationen in London. Er berichtete aus Krisenregionen wie Afghanistan, Syrien oder der Ukraine.
Reinhard Keck ist verheiratet und Vater von „zwei jungen Londonerinnen“, wie er schreibt. „Seinem“ Viertel Bermondsey malt er zum Schluss seines Buches ein besonders farbig-saftiges Portrait, kann sich vorstellen, als Autor daraus noch mehr zu machen. London-Kenner werden Kecks Lesereise lieben, wer die Neun-Millionen-Metropole noch nicht kennt, kann sie mit seinem Buch lieben lernen.
Das Buch: Reinhard Keck, Lesereise London – die Magie des Melting Pots, 130 Seiten gebunden, ISBN 978-3-7117-1123-6, erschienen im Picus Verlag. Die „Lesereise London“ ist zum Preis von 16 Euro im Buchhandel erhältlich.