Die Grünen in gleich vier Kantonen stoßen eine Offensive für einen besseren S-Bahn-Verkehr an. Foto: Michael Werndorff

Der Bahnausbau in Basel soll weiter vorangehen. Ein wichtiges Element dabei: Die unterirdische Durchmesserlinie, die auf sich warten lässt.

Die Grünen wollen nicht langfristige Projekte wie die unterirdische Durchmesserlinie zwischen dem Bahnhof Basel SBB und dem Badischen Bahnhof abwarten. Stattdessen setzen sie sich dafür ein, bereits kurz- bis mittelfristige Angebotsverbesserungen der Trinationalen S-Bahn Basel zu erreichen. Dafür haben die Grünen gleich in vier Regionalparlamenten – in beiden Basel, Aargau und Solothurn – zwei fast gleichlautende Vorstöße eingebracht, wie die vier Kantonalparteien in einer gemeinsamen Mitteilung schreiben.

 

In naher Zukunft sollen mehr Personen transportiert werden und umweltfreundlich mit dem öffentlichen Verkehr statt mit dem Auto unterwegs sein können, wie das Bündnis schreibt. Ziel sei die bestmögliche Nutzung der bestehenden Infrastruktur.

In ihrem ersten parlamentarischen Vorstoß fordern die Grünen von den Kantonsregierungen, die Beschaffung von Doppelstockzügen zu prüfen.

Platzangebot erhöhen

Denn: „Beim Einsatz von Doppelstockzügen könne das Platzangebot gegenüber eingeschossigen Kompositionen bei gleicher Bahninfrastruktur und gleichem Personaleinsatz deutlich erhöht werden“, heißt es im Antrag. Doppelstockzüge hätten sich seit ihrer Inbetriebnahme auf der S-Bahn in Zürich im Jahr 1990 sehr bewährt. Inzwischen verkehrten Doppelstockzüge im Regionalverkehr auch auf der S-Bahn in Bern und in St. Gallen, führt Antragsteller Peter Hartmann aus. Für die Westschweiz sei die Beschaffung von Doppelstockzügen durch die SBB im Gang und für den grenzüberschreitenden Verkehr des Léman Express (S-Bahn Genf) laufe derzeit eine Ausschreibung für Mehrsystem-Doppelstockzüge, welche das im oberen Bereich enge französische Lichtraumprofil berücksichtigen.

Ein zweites Ansinnen: Die Grünen fordern die Optimierung und Kapazitätserhöhung durch intelligente Lösungen. So sollen die Regierungen beauftragt werden, den Einsatz von Flügelzügen zu prüfen. Flügelzüge werden aus zwei oder mehr Kompositionen gebildet, welche in Zentrumsnähe als ein Zug unterwegs sind und unterwegs getrennt werden und in verschiedene Richtungen weiterfahren. Zudem soll der Einsatz von Tangentialzügen geprüft werden, welche den Knoten und Sackbahnhof Basel SBB umfahren.

Finanzierung betrachten

Auch die direkte Verbindung Basel Badischer Bahnhof in Richtung Pratteln über die heute ausschließlich von Güterzügen benutzten Gleise soll angeschaut werden. Bei den Prüfungen sollen die Auswirkungen auf den Schnellzug- und Güterverkehr sowie die Finanzierungsoptionen aufgezeigt werden, wie es im Vorstoß heißt. Das Basler Herzstück in seiner ursprünglichen Form, also mit unterirdischen Bahnhöfen in der Basler Innenstadt, wurde jüngst aufs Abstellgleis gestellt. Stattdessen ist nur noch eine Durchmesserlinie im Gespräch. Die beiden Basel setzen sich in Bern nun für eine schnell realisierbare, unterirdische Durchmesserlinie zwischen dem Bahnhof SBB und dem Badischen Bahnhof in Basel ein.

Noch im Oktober hatten sich die Kantone für einen Tiefenbahnhof im nächsten Ausbauschritt eingesetzt und das Gutachten von Ulrich Weidmann von der ETH Zürich kritisiert, in dem er das Herzstück depriorisiert hatte. Die neue, sechs Kilometer lange Durchmesserlinie soll die Spitzkehren in den beiden Bahnhöfen überflüssig machen.