Das alte Rat- und Schulhaus braucht Zuwendung. Sanierung und Umbau sind angesagt. Damit alles in eine zukunftsfähige Richtung geht, sollen die Bürger mit ins Boot.
Den griffigen Slogan „Bürgerbeteiligung Rathaus – Fischingen plant gemeinsam“ hat Ortsvorsteher Jürgen Huber anlässlich der Sanierung und dem Umbau des Rathauses zum Bürgerzentrum ausgegeben. Dabei er erinnert sich an die Zeit zurück, als es um den Umbau der jetzigen „Wehrsteinhalle“ ging – und sich die Bürger überdurchschnittlich an der Veranstaltung im Narrenheim beteiligten.
Einst war es Rathausund Schule, heute beherbergt das Haus die Geschäftsstelle, Sitzungssaal, das beengte Archiv sowie das Probelokal des Musikvereins und eine Unterkunft für Flüchtlinge. Das markante Gebäude beinhaltet jedoch viel mehr brachliegendes Potenzial – bis hoch zum einstigen Gefängnis unterm Dach. Vorteilhaft ist die Lage im Sanierungsgebiet Mühlheim-Fischingen. Das bedeutet: Zuschussfähigkeit bei einer Sanierung.
Für die Fischinger Bürger ist das Rathaus schon von der Historie her sehr wertvoll und erhaltungswürdig. Bis zur Eingemeindung im Jahr 1972 zur Stadt Sulz beherbergte es den Bürgermeisteramt samt Gemeinderat. Und hier wurde auch der Eingemeindungsvertrag verfasst, der dann die Selbstständigkeit beendete und die hohenzollerische Gemeinde zum Stadtteil von Sulz machte.
Heute muss das Rathaus Fischingen komplett energetisch saniert und renoviert werden. Die Stromheizung ist nicht mehr auf einem aktuellen technischen Stand und heizt auch, wenn man es gar nicht will. Im Zuge der Renovierungsarbeiten soll auch für Barrierefreiheit gesorgt werden. Die Räumlichkeiten des MV Fischingen müssen überdacht werden. Das enge Archiv ist nicht vorschriftsgemäß untergebracht.
Ein Blick auf die Markierung eines 100-jährlichen Hochwassers an der Straßenlaterne vor dem Rathaus macht deutlich, dass das Rathaus dann im Hochwasser stehen würde und eigentlich nur mit einer Aufzugsanlage barrierefrei ausgeführt werden kann.
Planungen sollen in einem Jahr vorliegen
Die Bürgerbeteiligung zum Fischinger Rathaus soll am 6. Mai von 19 bis 21.30 Uhr in der „Wehrsteinhalle“ stattfinden. Dort wird das Projekt vorgestellt: Warum wird saniert? Wie sieht die aktuelle Nutzung aus, und was liegt alles im Sanierungsgebiet? Dann beginnt die Arbeit an acht Thementischen.
Im Anschluss gibt es ein Fazit zur Workshop-Arbeit, einen Ausblick auf die nächsten Schritte im Projektverlauf sowie die Dokumentation des Erarbeiteten. Ortsvorsteher Huber geht übrigens von einer Fertigstellung der Planungen im Frühjahr 2027 aus. Dann könnten die Gewerke auch schon ausgeschrieben werden.
„Wir müssen uns anstrengen und zeigen, dass wir das wollen, und wie wir das wollen“, lautet Hubers Appell. Bestuhlen will er an dem Abend für 80 Gäste. Das entspricht in etwa der Bürgerbeteiligung, die es bei den Maßnahmen zur Mehrzweckhalle gab.
Mit dabei sind neben dem Fischinger Ortsvorsteher Huber und den Stadträten natürlich Bürgermeister Jens Keucher sowie der Erste Beigeordnete Hans-Peter Fauser. Ebenfalls gut vertreten ist das Bauamt mit seinem Leiter Reiner Wössner, der Stellvertreterin Katharina Hofer und Patricia Wohlschiess, zuständig für Denkmalschutz und Sanierungsgebiete. Tamara Alich koordiniert die Bürgerbeteiligung, die Moderation erfolgt durch Elisa Dauben von STEG. Willkommen sind auch die Fischinger Vereine sowie Ortsvorsteher und Stellvertreter aus Mühlheim.
Das Schul- und Rathaus Fischingen
1857
Bau des neuen Schul- und Rathauses
1883
Erweiterung des Schul- und Rathaus durch einen dritten Stock
1921
Rathaus verputzt und neu eingedeckt
1969
Einweihung der neuen Schulanlage, die Hauptschule wird nach Empfingen ausgelagert
1973
Die Hauptschüler besuchen die Hauptschule in Sulz