Erstmals war die Hochbrücken-Baustelle Ziel einer Blitzer-Aktion. War das eine fiese Nummer oder musste dort durchgegriffen werden? Darum hat die Stadt Horb jetzt dort „zugeschlagen“.
Erst Tempo 50, dann 30 – langsam schlängelt man sich als Verkehrsteilnehmer an der Baustelle Hochbrücke ader B 32 zwischen Nordstetten und Horb vorbei. Gerade bergab tun sich viele schwer, das Tempo auf 30 zu halten. Und von hinten drängeln schon andere, weil sie lieber schneller vorankommen wollen. Klar ist: Nur wenige halten sich in der Regel ganz genau an die Geschwindigkeitsvorgaben.
Doch nun hat die Stadtverwaltung durchgegriffen und erstmals Radarkontrollen in beiden Richtungen aufgestellt – vor einer Woche. Die Stadt bestätigt, dass es sich dabei um eine Premiere gehandelt hatte. Die „Mini-Blitzer“ sorgen immer wieder mal für Diskussionen in der Stadt.
Erstaunliches Ergebnis der verdeckten Messung
Wie kam es dazu? Zuvor hatte die Stadt ihre „grauen Kästen“ eingesetzt – sogenannte Seitenradarmessgeräte. Die messen bereits die Geschwindigkeit, halten jedoch nichts fest, wer zu schnell gefahren ist. Die Stadt formuliert das in der Presseantwort so: „Im Bereich des Baustellenabschnitts an der neuen Hochbrücke wurde präventiv zunächst eine verdeckte Geschwindigkeitsüberwachung durchgeführt.
Das Ergebnis: Nur die wenigsten halten sich an die vorgeschriebenen Geschwindigkeiten. Pressesprecherin Inge Weber erklärt auf Nachfrage unserer Redaktion: „Die Verkehrserhebung über sieben Tage ergab, dass nur vier Prozent der Fahrerinnen und Fahrer die vorgeschriebene Geschwindigkeitsbegrenzung einhalten.“ Doch bei dieser „verdeckten Messung“ blieb es nicht. „Zusätzlich konnten wir bei einer Besichtigung vor Ort teilweise riskantes Fahrverhalten beobachten“, so Weber.
Stadt: „Baustellen sind sensible Bereiche“
Waren Bauarbeiter gefährdet? Wie wichtig ist die Tempodrosselung dort? Die Stadt antwortet dazu: „Baustellen auf der Fahrbahn oder am Fahrbahnrand sind im Straßenverkehr grundsätzlich besonders sensible Bereiche. Daher ist die Einhaltung von Geschwindigkeitsbegrenzungen entscheidend für den Schutz der Baustelle und der Verkehrsteilnehmenden. Zur Sicherstellung dieses Schutzes wurde daher präventiv eine Geschwindigkeitsüberwachung durchgeführt.“
Doch ist Tempo 30 an manchen Stellen wie beim letzten Stück Richtung Autobahn nicht zu hart? Nein, antwortet die Stadt. „Die festgelegten Höchstgeschwindigkeiten vor, innerhalb und nach der Baustelle wurden vom Regierungspräsidium Karlsruhe festgelegt und dienen dem Schutz der Baustelle und der Verkehrsteilnehmenden.“
Auch Drängler sind ein Problem
Die Stadtverwaltung verteidigt auch die Positionierung der Radarkontrolle in Richtung Autobahn: Gerade beim Bergauffahren Richtung Autobahn seien immer wieder „Drängler“ zu beobachten, die teilweise sehr dicht auf Fahrzeuge auffahren. „Deshalb ist es sinnvoll, gerade auch solche Abschnitte zu überprüfen.“
Gespannt darf man nun sein, wie das Ergebnis der Radarkontrolle aussieht. „Die Auswertung liegt noch nicht vor“, so Pressesprecherin Weber. Allerdings warnten an dem „Blitzer-Tag“ Verkehrsteilnehmer andere ausgiebig mit Lichthupe.