Zwischen Waldmössingen und Aichhalden soll ein Radweg entstehen. Dabei muss die Landesstraße gekreuzt werden. Aichhaldens Bürgermeister Michael Lehrer pocht auf eine Unterführung.
Trotz mehrfacher Anstrengungen stehen die Chancen schlecht für eine Unterquerung der Landesstraße für Radfahrer im Bereich Lehen zwischen Heiligenbronn und Waldmössingen direkt an der Kreisstraßeneinmündung von Aichhalden her.
Das Verkehrsministerium des Landes hat die lokalen Wünsche auf eine sichere Querung der stark befahrenen Landesstraße abgelehnt, wie bereits mehrfach deutlich wurde. Doch Aichhaldens Bürgermeister Michael Lehrer will nicht aufgeben und hat deswegen auch vor, die Landespolitiker des Landkreises davon zu überzeugen, dass diese Maßnahme sinnvoll ist.
Als erstes will er Daniel Karrais (FDP) kommende Woche auf dieses Problem an seiner Gemarkungsgrenze aufmerksam machen, um vielleicht doch noch zumindest eine „kleine Lösung“ hinzubekommen.
Günstigere Lösung?
Es müsse ja nicht die teuerste Lösung sein, meine Lehrer. Andernorts gebe es auch Radwegunterführungen, die nicht mit einer teuren Brückenlösung einher gingen, weiß der Bürgermeister.
So könnte beispielsweise mit Metallfertigteilen wie Wellstahl oder anderem eine günstigere Variante gebaut werden auch wenn diese eben nicht dem üblichen „Standard“ entspreche.
Es sei ja nicht so, dass die Landesstraße nur wenig befahren sei, sagt Lehrer, hinzu komme, dass sich die Straße an der Kreuzung direkt auf einer Kuppe befinde und nach beiden Seiten abfalle.
Eingeschränkte Sicht
Wer sich die Situation vor Ort anschaue, der sehe schnell, dass deswegen die Sicht in alle Richtungen eingeschränkt sei und auch die Autofahrer so erst sehr spät sehen würden, dass Radfahrer die Straße kreuzen wollten.
Die geplante 2,50 Meter breite Querungshilfe sei zwar eine Möglichkeit, die beiden Fahrtrichtungen nacheinander zu kreuzen, doch sei es beispielsweise mit einem Fahrradanhänger schwierig, so in der Mitte zwischen den Fahrbahnen zu stehen, dass Rad oder Anhänger nicht ein kleines Stück in die Straße hineinrage.
Zu wenig Fläche
Auch könne es bei Familien mit kleinen Kindern – vor allem wenn nur eine erwachsene Person dabei sei – schwierig sein, an der Stelle künftig die Straße zu queren, weil möglicherweise ein Kind zunächst warten müsse, das andere mit dem Elternteil dann bis zur Mittelinsel fahre, dann alleine vorausgeschickt werden müsse, während das zweite erst danach zunächst alleine die erste Fahrspur überqueren könne.
Noch schwieriger für Gruppen
Ungeschickt sei dies auch für Gruppen – beispielsweise bei Radausfahrten eines Vereins, gab jüngst auch der Vorsitzende des Radsportvereins Wanderlust Waldmössingen, Roland Weißer, im Gespräch mit unserer Redaktion zu bedenken. Radfahrer könnten bei einer Querungsinsel diese nur einzeln oder maximal zu zweit nutzen, so dass eine größere Gruppe stark auseinandergezogen werde.
Mehr Bürger aufs Rad
Sinn und Zweck des Radwegs ist es nach Lehrers Auffassung dass künftig mehr Bürger aufs Rad umsteigen, auch um beispielsweise von Aichhalden aus ihre Arbeitsplätze bei Unternehmen in Waldmössingen zu erreichen.
Von daher gebe es künftig sicherlich Zeiten, in denen aufgrund von Arbeitsbeginn und -ende ziemlich viele Radfahrer und Autofahrer gleichzeitig unterwegs seien und sich der Verkehr kreuze.