Der Bürgermeister schildert seine Sicht der Dinge. Foto: ­

Bürgermeister Jürgen Leichtle stellt auf Anfrage unserer Redaktion seine Sicht der Dinge dar.

Leichtle teilt hierzu Folgendes mit: „In den vergangenen Tagen und Wochen wurde eine Personalangelegenheit der Gemeindeverwaltung Lauterbach wiederholt in der Öffentlichkeit thematisiert – sei es in Gemeinderatssitzungen, über Leserbriefe oder durch Nachfragen in sozialen Medien.

 

Ich möchte an dieser Stelle mit Nachdruck betonen: Die Gemeinde Lauterbach handelt im Rahmen des geltenden Rechts. Entscheidungen im Personalbereich werden nicht leichtfertig getroffen, sondern unter sorgfältiger Beachtung des Arbeitsrechts, des Beamtenrechts und vor allem des Datenschutzes. Dass wir in solchen Fragen keine öffentlichen Auskünfte zu Details geben, dient dem Schutz der betroffenen Personen – und ist nicht etwa Ausdruck von Intransparenz, sondern von rechtsstaatlichem Handeln“.

Kritische Fragen legitim

Weiter führt Leichtle aus: „In den jüngsten Leserbriefen wird mehrfach unterstellt, grundlegende rechtliche Prinzipien seien nicht beachtet worden – etwa beim Thema Kündigungsschutz oder beim Umgang mit behördlichen Mitteilungen. Diese Einschätzungen halten einer rechtlichen Überprüfung nicht stand. Die Entscheidungen wurden unter Einbeziehung juristischer Expertise getroffen. Die formalen Abläufe wurden dabei beachtet und entsprechen den geltenden rechtlichen Vorgaben.

Es ist legitim, kritische Fragen zu stellen. Es ist auch nachvollziehbar, dass bestimmte Entwicklungen Emotionen wecken. Aber ich appelliere eindringlich an alle Bürger, insbesondere auch an engagierte Ehrenamtliche und Vertreter der Kirchen: Lassen Sie uns die Grenzen des öffentlich Sagbaren und die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen respektieren. Persönliche Vorwürfe, Unterstellungen oder pauschale Verurteilungen helfen niemandem – und spalten unser Gemeinwesen.

Kollegen verunsichert

Gerade deshalb ist es mir wichtig, ein klares Wort zum übrigen Team der Gemeindeverwaltung zu sagen: Unsere Mitarbeiter leisten tagtäglich hervorragende Arbeit – oft weit über das übliche Maß hinaus. Sie sorgen dafür, dass unsere Verwaltung auch in anspruchsvollen Zeiten zuverlässig funktioniert. Dass diese Mitarbeitenden – darunter auch junge Kollegen sowie Neueinstellungen – durch die öffentliche Debatte stark verunsichert und emotional belastet werden, ist eine Folge, die alle Verantwortlichen im Blick behalten sollten. Auch sie haben ein Recht auf Schutz, Rückhalt und einen respektvollen Umgang im beruflichen Umfeld“.

Leichtle fährt fort: „Auch pauschale Zweifel an der Amtsführung oder persönlichen Integrität eines Bürgermeisters betreffen nicht nur mich, sondern das gesamte Team im Rathaus, das unter großem Einsatz für die Bürger arbeitet. Der Gemeinderat ist im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten eng eingebunden – insbesondere durch nichtöffentliche Beratungen, Sondersitzungen und Sachstandsberichte. Auch mit anderen Behörden stehen wir im Austausch. Die notwendige rechtliche und politische Verantwortung wird also sehr wohl wahrgenommen.

Arbeiten an Lösungen

Zugleich wird im Hintergrund intensiv an tragfähigen und fairen Lösungen gearbeitet, die allen Beteiligten gerecht werden und den Weg für einen respektvollen Neuanfang ebnen. Dabei fließt fachliche Expertise ein – aus Verwaltung, Recht und Beratung. Diese Gespräche finden selbstverständlich nicht in der Öffentlichkeit statt, sondern mit der gebotenen Vertraulichkeit, wie sie bei Personal- und Rechtsfragen aus Verantwortung gegenüber allen Beteiligten geboten ist. Solche Lösungen brauchen Zeit, Sorgfalt und fachliche Vorbereitung – gerade weil unsere demokratische Gesellschaft keine einfachen Antworten kennt, sondern auf Rechtsstaatlichkeit, Ausgleich und Verantwortung setzt.

Umso wichtiger ist es, dass dieser Prozess nicht durch öffentliche Vorverurteilungen oder persönliche Angriffe erschwert wird. Was wir jetzt brauchen, ist kein weiteres Zuspitzen von Gegensätzen, sondern Vertrauen in die Stärke unseres Gemeinwesens – und die Bereitschaft zur Versöhnung.

Fair bleiben

Wir alle tragen gemeinsam Verantwortung für den sozialen Frieden in unserer Gemeinde. Ich wünsche mir, dass wir diese Verantwortung auch dann ernst nehmen, wenn es schwerfällt. Dazu gehört, dass wir aufeinander zugehen, fair bleiben und nicht übereinander urteilen, ohne die ganze Geschichte zu kennen – gerade dann, wenn nur ein Teil davon öffentlich erzählt werden kann.

Die Gemeindeverwaltung steht allen Bürgern offen für sachliche Anliegen – im direkten Gespräch, per E-Mail oder telefonisch. Bitte nutzen Sie dafür die offiziellen Wege.

Ich danke allen, die in dieser schwierigen Phase auf Dialog, Besonnenheit und Respekt setzen. Auch in dieser Situation bleibt mein Ziel klar: eine gute und verlässliche Verwaltung für die Bürger unserer Gemeinde – getragen von Vertrauen, rechtlicher Klarheit und einem respektvollen Miteinander“.