Stefan Wurft (von links), Annette Wolber, Thomas Kipp und Uwe Bartsch vom Aktionskreis „Sauberes Schiltach“ mit „Kipp-it-Clean“-Plakaten.Foto: Privat Foto:  

Bei der diesjährigen „Flur- und Bachputzede“ geht es neben dem normalen Müll auch um die Problematik von Zigarettenkippen.

Sei sieben Jahren organisiert der Aktionskreis „Sauberes Schiltach“ unter der Schirmherrschaft der Stadt Schiltach eine “Flur- und Bachputzede“. An diesem Samstag, 14. März, ist es wieder so weit. Den Anstoß für die jährlichen Aktionstage hatte anfangs der Bund unabhängiger Wähler (BuW) des Gemeinderats gegeben, nach dem Vorbild von ähnlichen Aktionen am Rhein.

 

Dieses Mal wird beim Müllsammeln noch mehr als bisher auf Zigarettenkippen geachtet, denn Schiltach hat sich der „Kipp-it-clean“-Initiative (www.kippitclean.de) angeschlossen, die über die Toxizität achtlos weggeworfene Zigarettenstummel in der Umwelt aufklärt und die korrekte Entsorgung fördert. Außer Schiltach machen unter anderem Schenkenzell, Aichhalden und Schramberg bei der Initiative mit. Hans-Kurt Rennig aus Schenkenzell war in Überlingen auf die Initiative gestoßen und hatte sich für eine Beteiligung stark gemacht.

Weshalb Kippen eine Gefahr sind

Zur Bachputzede hat der Aktionskreis unter anderem Flyer und Plakate erstellen lassen, die darüber informieren, dass 106 Milliarden Zigaretten allein in Deutschland geraucht werden und zwei Drittel aller Zigarettenkippen auf dem Boden landen, Gewässer verschmutzen können und so zur Gefahr für Lebewesen werden. So habe eine einzelne Kippe die Kraft, bis zu 40 Liter Grundwasser zu verunreinigen. Denn eine Kippe enthalte 7000 Schadstoffe, wovon 50 nachweislich krebserregend seien. Zudem bestünden die Zigaretten-Filter aus Kunststoff, der nicht abgebaut wird und als Mikroplastik endet. „Es geht darum, ein Bewusstsein für die Problematik zu wecken“, versichert Aktionskreis-Mitglied Thomas Kipp, es gehe nicht um den „erhobenen Zeigefinger“. Sorge bereite Kipp, der speziell die Wasserqualität der Kinzig begutachtet, dass die Artenvielfalt im Fluss durch Mikroplastik und chemische Stoffe kontinuierlich zurückgehe.

Professor Andreas Fath von der Hochschule Furtwangen, der sich als „Extremschwimmer“ seit Jahren für den Gewässerschutz engagiert, will am Samstag auch zum Feuerwehrhaus in Schiltach kommen und über Zigarettenfilter und deren Problematik informieren.

Die Müllsäcke zum Sammeln werden am Freitag, 13. März, von 17 bis 18 Uhr und am Samstag, dem Aktionstag, ab acht Uhr am Feuerwehrhaus an die Helfer ausgegeben.