Baby stirbt in Waschmaschine: Mutter aus Albstadt sagt vor Gericht aus

Wegen des Verdachts des Totschlags steht in Hechingen eine Frau vor Gericht.
KistnerSie habe die Schwangerschaft nicht bemerkt, sagte die Frau vor dem Landgericht Hechingen. Bis zum Augenblick der Geburt habe sie keine Beschwerden gehabt.
Mitte Juni hatte die Staatsanwaltschaft Hechingen wegen des Verdachts des Totschlags Anklage gegen die 35-Jährige Anklage erhoben. Am Abend des 29. März 2025 soll sie heimlich und von ihrem Lebensgefährten unbemerkt ein Kind im Badezimmer der gemeinsamen Wohnung zur Welt gebracht haben, so die Ermittler.
Der Frau wird vorgeworfen, das Neugeborene im Anschluss an die Geburt mit verschmutzten Kleidungsstücken in die Waschmaschine gelegt und die Trommel geschlossen zu haben.
Unwissend stellte der Lebensgefährte der Frau später die Waschmaschine an. Er hatte demnach keine Kenntnis davon, dass sich das Neugeborene darin befand. Durch den Waschvorgang erlitt das Baby ein schweres Schädeltrauma. Nach dem Ergebnis der Obduktion starb es an den Folgen eines ausgedehnten Gehirnödems, wobei auch ein Sauerstoffmangel in der Trommel seinen Tod mitverursacht haben könnte.
Das Kind habe sich nicht bewegt, nicht geschrien
Dabei habe es die Angeschuldigte zumindest für möglich gehalten und billigend in Kauf genommen, dass ihr Lebensgefährte die Waschmaschine später anstellen würde, ohne das Neugeborene zu entdecken, und dass dieses dadurch in der Waschmaschine zu Tode kommen würde, hieß es damals in einer Mitteilung der Anklage.
Die Frau wiederum erklärte am Dienstag, sie habe die Schwangerschaft nicht wahrgenommen, habe vor der Geburt noch gebadet, wollte eigentlich Fußball schauen. Sie habe starke Bauchkrämpfe gehabt. Dann sei Blut, dann sei das Kind gekommen. Die Frau wurde laut Anklage noch am selben Abend wegen starker Blutungen in eine Klinik gebracht.
„Ich war sehr erschrocken“, sagte sie vor Gericht. Das Kind habe sich nicht bewegt, nicht geschrien, sie habe gedacht, das Kind sei tot. Das Baby habe sie in ein Handtuch gewickelt und in die Waschmaschine gelegt.
Der erste Prozesstag dauert indes an. Neben Notärztin und Sanitätern sagen weitere Zeugen aus.