Nicht nur die Kosten sind beim Umbau der einstigen Kirchplatzschule in Schramberg-Sulgen ständig gestiegen. Jetzt ist der Umbau zum Kindergarten fertig.
Was von manchen als „schnelle Lösung“ gedacht war, hat sich zu einem langwierigen Projekt entwickelt, das aber jetzt endlich sein Ende findet: Der Umbau der früheren einstigen Grundschule am Sulgener Kirchplatz in eine dreigruppige Kindertagesstätte.
Schon allein die Zeit bis endlich mit dem Umbau begonnen werden konnte, hatte es in sich. Im Jahr 2018 hatte der Gemeinderat einst beschlossen, das frühere Schulgebäude zu einer Kindertagesstätte umzubauen, weil die Plätze in den benachbarten Einrichtungen Eckenhof, Wittum und Hohlgasse nicht ausreichten.
Ein Jahr später, 2019, war der damalige Fachbereichsleiter Umwelt und Technik, Rudolf Mager, noch von „geschätzten Kosten“ von rund 1,4 Millionen Euro für den Umbau ausgegangen – dies war im Verwaltungsausschuss damals sogar von Udo Neudeck (Freie Liste) als „zu teuer“ kritisiert worden, da zuvor ja eine funktionierende Grundschule dort untergebracht war. Und Jürgen Reuter (Aktive Bürger) hatte alternativ einen Neubau im Schießacker vorgeschlagen.
Klar war jedoch, dass egal wie es weiter geht, eine Interimslösung erforderlich wird. Und so wurden Module auf dem bisherigen Schulhof aufgestellt – die Kosten hierfür lagen schon allein bei rund 180 000 Euro.
Es wird teurer
2021 dann kam der nächste Schock: Die Umwandlung der Schule zu einem Kindergarten erwies sich als deutlich teurer, weil schwieriger, als ursprünglich erwartet. Rund drei Millionen Euro erwartete Architekt Roland Hess im Verwaltungsausschuss und nannte energetische Ertüchtigung und Brandschutz als Gründe. Aber auch das Denkmalamt hatte wegen des geplanten Aufzugs Einwände und die Statik machte am einst vorgesehenen Platz nicht mit.
Probleme mit Bausubstanz
Nicht zuletzt machte auch der später erfolgte Anbau an das einstige Schulgebäude aufgrund der Bausubstanz Probleme.
Platz für 60 Kinder
Kritik in den einzelnen Ratsgremien der Stadt gab es zudem auch immer wieder am Projektablauf – bedingt durch mehrfachen Mitarbeiterwechsel im Hochbaubereich und zudem im Leitungsbereich des Fachbereichs für Umwelt und Technik. Im Dezember 2022 hatte die Nachfolgerin von Rudolf Mager, Petra Schmidtmann, bereits schon wieder ihren Hut genommen, und der zuständige Sachbearbeiter, Christoph Birkel, hatte die Stadt ebenfalls verlassen.
Von 1,4 auf 3,9 und 5,8 Millionen Euro
Im November 2022 wurden die Kosten dann bereits – für den einst als günstige Lösung versprochenen Schulumbau – mit 3,88 Millionen Euro beziffert. Die Fertigstellung (ohne Außenanlagen) war zu diesem Zeitpunkt übrigens für Mai 2024 angekündigt worden.
„Land in Sicht“ hieß es dann schließlich im Dezember 2025, nachdem im August 2024 dann auch endlich mit dem Umbau begonnen worden war. Zunächst war es aber wegen alten Fundamentresten und notwendiger Betonsanierung zu weiteren Verzögerungen gekommen. Zudem wurden Probleme mit der Zuarbeit bei der Statik und Schwierigkeiten mit auswärtigen Baufirmen als Gründe genannt.
Betreuung startet am 23. Januar
Trotz zahlreicher Bereiche in denen es noch Arbeiten gab, war die Stadt vor dem Jahreswechsel zuversichtlich, dass ein Einzugstermin noch im Januar gehalten werden könne. Diesen hat Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr nun bestätigt: Die Betreuung im Gebäude, dessen Umbaukosten für rund 60 Kinder in zwei Kindergarten- und einer Krippengruppe zum Abschluss bei 5,8 Millionen Euro liegen, soll am Freitag, 23. Januar, starten.