Mamas rufen am Samstag zur Protestaktion am Schwarzen Tor auf. Folgen des Hebammenhilfevertrages sorgen weiterhin für Empörung. Sie wollen ihre Hebammen aber behalten.
Jetzt nimmt das Hebammenthema weiter Fahrt auf, und engagierte Mütter schalten sich ein. Unter dem Titel „Wir wollen unsere Hebammen behalten“, rufen drei Rottweiler Mamas zu einer Protestaktion auf.
Julia Ettwein hat die Aktion mit zwei weiteren Mamas auf die Beine gestellt und die drei hoffen nun auf eine große Resonanz. „Das Thema Geburt geht alle an, nicht nur die werdenden Mamas“, betont Julia Ettwein im Gespräch. „Wir möchten unbedingt, dass die tolle und familiäre Atmosphäre bei der Geburtshilfe der Helios-Klinik bestehen bleibt.“
Hilferufe blieben zunächst ungehört
Nach Inkrafttreten des Hebammenhilfevertrags zum 1. November, der die Bezüge und Leistungen der Hebammen regelt, hatten die Beleghebammen der Rottweiler Helios-Klinik geschlossen gekündigt und sorgten mit ihrer Entscheidung deutschlandweit für Furore. Sie hatten zwar in den vergangenen Monaten auf die drohenden Änderungen des wirklich sehr komplexen Vertragswerks aufmerksam gemacht, doch offenbar blieben die Hilferufe bei den Schwangeren und Mamas ungehört.
Das hat sich jetzt schlagartig geändert. „Wir wollen unsere Hebammen behalten, lasst uns dagegen protestieren, dass die Krankenkassen sie nicht mehr fair bezahlen. Für heute, für morgen und für die Zukunft“, so der Aufruf. Man dürfe auch nicht nur die Geburt allein betrachten, „denn die Hebammen kümmern sich auch um Geburtsvorbereitung und Nachsorge. Und eine Wochenbetthebamme zu finden, ist jetzt schon unendlich schwer“, weiß Julia Ettwein aus Erfahrung.
Babyfotografin klärt über Social Media auf
Auch Babyfotografin und Krankenschwester Carmen Brockhammer hat sich des Themas angenommen und hat es sich zum Ziel gemacht, über die Social-Media-Kanäle noch mehr über das Thema aufzuklären und über die Folgen der Vertragsänderung zu informieren.
„Der Vertrag ist schwierig zu verstehen und wir müssen genau erklären, was überhaupt passiert und welche Folgen der Vertrag hat. Die Leute verstehen meist gar nicht, worum es da konkret geht“, sagt sie im Gespräch und sieht eine Problematik auch darin, dass die Hebammen keine Lobby hätten. „Die Phase, in der man Hebammen braucht, ist einfach sehr kurz. Dann rutscht das Thema aus dem Fokus“, bedauert sie.
Hebammen von Aktion gerührt
Die Protestaktion findet am Samstag, 15. November, ab 10 Uhr oberhalb des Schwarzen Tors statt. Die Initiatorinnen hoffen auf viel Unterstützung. „Das haben Menschen unabhängig von uns organisiert. Wir sind total berührt. Kommet zuhauf“, schreiben die Rottweiler Hebammen zu der geplanten Aktion.