Der Kappeler Thomas Benz (von links) erhielt die Auzeichnung „Kirschwasser des Jahres“. Die Ettenheimerin Elke Niemann bekam zwei Ehrenpreisen, während der Ottenheimer Lutz Weide vier Ehrenpreise einheimste und zum besten Brenner Badens gekürt wurde. Foto: Mühl

Der Ottenheimer war bei „Baden Best Spirits“ in Sasbachwalden sehr erfolgreich und gewann vier Ehrenpreise. Bei einem Treffen in Ottenheim stellten die Teilnehmer ihre Arbeit vor.

Numerisch ist der Bezirk Lahr unter Badens Brennern nicht der Größte seiner Art. Was aber die Qualität der Produkte betrifft, zählen die Brenner aus Lahr und Umgebung in Breite und Spitze zum aktuell Besten, was Baden zu bieten hat. Das zeigte sich unlängst wieder bei „Badens Best Spirits“, der alle zwei Jahre in Sasbachwalden stattfindenden größten Obstbrand-Prämierung weltweit.

 

Rund 40 Prüfer bewerteten bei der aktuell 40. Auflage der Veranstaltung mit 229 vertreten Anstellern rund 2000 eingereichte Destillate, Liköre und Spirituosen. Der Bezirk Lahr zählte bei „Badens Best Spirits“ bereits in der jüngeren Vergangenheit immer wieder zu den erfolgreichen Teilnehmern. „In dieser Vielzahl, vor allem auch mit absoluten Spitzenprodukten, haben wir das aber noch nicht geschafft bisher“, ordnet Bezirksvorsitzende Elke Niemann (Münchweier) ein.

Von den neun teilnehmenden Brennern aus dem Bezirk fuhr keiner ohne Auszeichnung nach Hause. Unter diesen waren wiederum fünf, auf die sich neun der insgesamt 78 bei der Veranstaltung vergebenen Ehrenpreise mit voller Punktzahl verteilten.

2000 Destillate, Liköre und Sprituosen wurden eingereicht

Vier Ehrenpreise holte Lutz Weide (Ottenheim) mit einem Apfelweinbrand aus dem Eichenfass, einem Apfelweinhefe, einem Riesling Trester und einem Gin. Zwei holte Elke Niemann (Sauerkirschwasser, Mandarinen-Geist), je einer ging ans Brennhäusle UG (Friesenheim), Thomas Benz (Kappel) und Clemens Haas (Reichenbach). Vertreten waren aus dem Bezirk außerdem Christian Eisele (Münchweier), Isolde Stark (Wallburg), Jakob Burger (Münchweier) und Maximilian Walter (Oberschopfheim).

Lutz Weide wurde zugleich bester Brenner Badens, Niemann belegte Gesamtplatz sechs. Benz sicherte sich Platz eins in einer Sonderwertung, holte die Auszeichnung „Kirschwasser des Jahres“.

Lutz Weide ist seit 2008 staatlich geprüfter Brenner

Ein Kirschwasser wurde diesmal als Kategorie gewählt, weil vor exakt 300 Jahren den Oberkircher Landwirten erstmals seitens des Bischofs von Rohan, Straßburg das badische Brennrecht zuerkannt wurde. Bei allem Erfolg – die Brennkunst, seit März 2025 offiziell als Immaterielles Kulturerbe ins bundesweite Verzeichnis der Deutschen UNESCO-Kommission aufgenommen, ist insgesamt rückläufig. Die Rahmenbedingungen würden schwieriger, wie die Brenner berichteten. Alkohol werde gesellschaftlich immer weniger als in Maßen genutztes Genussmittel betrachtet, sondern in erster Linie problematisiert.

Werde die Alkoholsteuer tatsächlich umgesetzt, nehme die Problematik weiter zu. Die prämierten Brenner aus dem Bezirk Lahr gehen dem Handwerk schon seit vielen Jahren nach. Lutz Weide destillierte bereits seit Mitte der 1990er Jahre, absolvierte 2008 die Ausbildung zum staatlich geprüften Brenner, 2012 folgte jene zum Edelbrand-Sommelier.

Und auch zum staatlich geprüften Baumwart ließ er sich aus- und weiterbilden. Er verfügt über zweieinhalb Hektar Streuobstwiesen, verarbeitet nahezu ausschließlich eigenes Obst. „Ich wurde schon einige Male mit Ehrenpreisen bedacht, aber die jetzige Auszeichnung ist mein größter Erfolg bisher“, sagt der Ottenheimer, der auf einen langen Brennerweg zurückschauen kann, nicht ohne Stolz.

Alkoholsteuer bereitet den Brennereien Sorgen

Elke Niemann brennt seit 18 Jahren, befasst sich in dritter Generation mit der Kunst. Auch sie absolvierte die Brenner- und die Sommelier-Ausbildung, studierte einst Chemie und verfügt über ein Hektar Streuobstwiese. Seit 2014 nimmt sie regelmäßig bei „Badens Best Spirits“ teil, schaffte schon mehrfach den Sprung unter Badens beste zehn Brenner.

Thomas Benz half bereits als Kind im Haus seiner Oma mit, wenn es ums Thema ging. Seit 14 Jahren brennt er in Eigenregie, verfügt über ein Hektar Streuobstwiese, wobei alle gängigen Sorten vertreten sind. Benz pflegt diese Bestände auch selbst, war zum aktuell dritten Mal bei der Veranstaltung der Besten dabei. „Gold habe ich zuvor schon gewonnen, aber das Kirschwasser des Jahres ist mein größter Erfolg bisher“, erzählt der Kappler.

Badens Brenner

Der Verband der Badischen Kleinbrenner wurde 1946 in Oppenau gegründet. Er richtet alle zwei Jahre die „Baden Best Spirits“ aus. Seit diesem Jahr können auch Nichtmitglieder der ausrichtenden Verbände an der Prämierung teilnehmen.