Nachdem die Ortsgruppe Dotternhausen des Schwäbischen Albvereins das jahrzehntelange Pachtverhältnis für die Plettenberghütte gekündigt hatte, wurde das Thema in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats heiß diskutiert.
Wie brisant das Thema Plettenberghütte ist, zeigte sich schon zu Beginn der Sitzung des Dotternhausener Gemeinderats am Mittwochabend. Unter dem Tagesordnungspunkt Bürgerfragen“ wurde der Gemeindeverwaltung ein „desolater Verlauf“ bei dieser Thematik vorgeworfen. Fast 60 Jahre hatte die Ortsgruppe Dotternhausen des Schwäbischen Albvereins die Hütte von der Gemeinde gepachtet. Bis vor einem Jahr wurde oben auf dem Plettenberg bewirtet. Nun hat die Ortsgruppe das Pachtverhältnis gekündigt.
„Bisher habe ich mich zu diesen Vorwürfen vor allem gegenüber meiner Person nicht öffentlich geäußert, weil es bis zum 15. April mit der Ortsgruppe Dotternhausen des Schwäbischen Albvereins einen gültigen Pachtvertrag gab, aber vieles davon ist nicht wahr“, stellte Dotternhausens Bürgermeisterin Marion Maier klar.
Die Schlösser wurden mit Sekundenkleber verklebt
Bereits im Jahr 1976 sei beschlossen worden, dass es verboten ist, mit Autos bis ganz nach oben zur Plettenberghütte zu fahren. Lärmprobleme seien erstmals 1990 erwähnt worden. „Nicht ich habe eigenmächtig beschlossen, dass die Polizei kontrollieren soll, dass nicht hochgefahren werden soll und dass es bei Zuwiderhandlung Bußgelder gibt. Dies wurde einstimmig vom Gemeinderat beschlossen“, sagte Maier.
Die Übergabe der Plettenberghütte samt Schlüsseln an die Gemeinde Dotternhausen sei bisher noch nicht erfolgt: Die Schlösser seien mit Sekundenkleber verschlossen worden, was Ratsmitglied Mario Maurer als „Frechheit mit Vorsatz“ und nicht nur als „Lausbubenstreich“ einstuft. „Die Angelegenheit mit dem Sekundenkleber hat auch uns von der Ortsgruppe Dotternhausen sehr getroffen“, meinte Ratsmitglied Ilse Ringwald, die zudem Vorsitzende der Ortsgruppe Dotternhausen ist. Sie nahm zudem Bezug auf ein laut Ringwald „unterirdisch“ verlaufenes Gespräch am Anfang September mit den den Ratsmitgliedern Georg Cotta von Cottendorf und Wolfgang Wochner. Darin sei sie damit konfrontiert worden, dass die Ortsgruppe den „schwarzen Peter der Gemeindeverwaltung zuschreiben“ möchte. „Mit der Möglichkeit der Unterverpachtung 2011 hat der Gemeinderat ein enormes Entgegenkommen gezeigt“, meinte Cotta von Cottendorf, der das „Kirchturmdenken“ der Ortsgruppe anprangerte. Er meinte, dass die Probleme mit dem „Start der Kommerzialisierung der Plettenberghütte, die mit Halligalli einher ging“, begonnen hätten.
Wunsch, dass Zuständigkeit bei Ortsgruppe bleibt
Die Fronten schienen am Mittwochabend verhärtet, doch nichtsdestotrotz sieht Ratsmitglied Andreas Gerg alles andere als eine erneute Verpachtung an die Ortsgruppe als „Notlösung“ an. Keiner könne die Plettenberg besser führen als die Ortsgruppe, zumal Idealismus vonnöten sei, weil „rein kommerzielle Anbieter durch den Verbot der Zufahrt und den Naturschutzbedingungen schnell in einen Konflikt geraten könnten“.
„Ich habe weiterhin den Traum, dass die Plettenberghütte vom Schwäbischen Albverein betrieben wird“ , wünschte sich Philipp Kopp. Er möchte bei dem 1957 ursprünglich als altes Schafhaus gebautes Gebäude „back to the roots“ gehen und plädierte dafür, dass die Hütte im Besitz der Gemeinde bleiben und ein Bewirtungsplan aufstellen soll.
Fünf Anfragen liegen vor
Laut der Bürgermeisterin lägen der Gemeindeverwaltung fünf Anfragen auf Verpachtung vor, drei davon aus Dotternhausen und zwei aus der näheren Umgebung.
Mehrheitlich entschied das Gremium, dass in einem gemeinsamen Gespräch in kleinem Kreis mit der Ortsgruppe Dotternhausen Erfahrungswerte ausgetauscht werden, um in enger Absprache das weitere Vorgehen zu besprechen.
„Lasst uns einen Schlussstrich ziehen und nach vorne schauen“, sagte Markus Schnekenburger und hofft auf einen konstruktiven Austausch voraussichtlich Ende Mai. „Wichtig ist, dass wir einen klaren Verantwortlichen wie beispielsweise einen Pächter finden und gleich klare Regeln für das Hochfahren, für den Nutzungszweck und für Veranstaltungen definieren“, gab Gemeinderätin Elisabeth Menholz mit auf den Weg.