Die Pläne für das Neubaugebiet „Hochdorf Ost IIB“ schreiten voran. Ende dieses Jahres soll die Satzung beschlossen werden. Das Gebiet könnte 480 Menschen Wohnraum bieten.
Frühzeitig war die Stadt Nagold mit dem Bebauungsplanverfahren in die Öffentlichkeitsbeteiligung gestartet. Und schnell wurde deutlich, dass das geplante Neubaugebiet im größten Nagolder Teilort nicht nur auf Gegenliebe stößt.
Unter anderem hatte sich eine Bürgerinitiative gegründet, die vor allem die Größe des Neubaugebiets kritisierte.
Die bei der Stadt Nagold eingegangenen Stellungnahmen zu dem Bebauungsplanentwurf sind denn auch üppig ausgefallen und füllen fast 50 Seiten in der offiziellen Drucksache für den Gemeinderat.
Jetzt geht’s in den Gemeinderat
In der kommenden Woche wird der Bebauungsplanentwurf nun im Nagolder Gemeinderat beraten. Dann soll auch die öffentliche Auslegung beschlossen werden. Der weitere Zeitplan: Im August und September findet die nächste Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung statt. Ab Oktober werden die Stellungnahmen nochmals abgewogen, und im Dezember könnte dann noch der Satzungsbeschluss fallen.
Zumindest im Technischen Ausschuss zeigte sich, dass weiterhin eine große Mehrheit hinter dem Vorhaben steht. Nur Annegreth Fezer-Brenner (FDP/Grüne-Fraktion) lehnte den Empfehlungsbeschluss für den Gemeinderat ab. Unter anderem verwies sie auf den „relativ massiven Eingriff“ auf den recht guten Böden, die bis dato landwirtschaftlich genutzt werden. Die ökologischen Ausgleichsmaßnahmen wirkten auf sie „oft sehr mickrig“.
8,2 Hektar großes Plangebiet
In der Drucksache ist von einem 8,2 Hektar großen Plangebiet die Rede, das sich südlich an den Ortsrand von Hochdorf anschließen soll. Der städtebauliche Entwurf sieht etwa 240 Wohneinheiten in einer Mischung aus freistehenden Einfamilienhäusern, Kettenhäusern sowie Mehrfamilienhäusern vor. Die Belegungsdichte wird mit zwei Einwohnern pro Wohnung angenommen, was wiederum die besagten 480 Einwohner ergibt.
In der Sitzung des Ausschusses ging Claudio Miracapillo von der LBBW Immobilien Kommunalentwicklung unter anderem auf die ökologischen Ausgleichsmaßnahmen ein. Östlich und außerhalb des Baugebiets soll eine 7000 Quadratmeter große Magerwiese angelegt werden. Weiter ist die Anlage einer gut 1000 Quadratmeter großen Streuobstwiese ebenfalls außerhalb des Wohngebiets aber auf Hochdorfer Gemarkung entlang der B463 geplant. Zudem sind Heckenpflanzungen für die Goldammer auf Hochdorfer Gebiet vorgesehen.
1378 Fahrzeuge pro Werktag
Auf Vollmaringer Gemarkung sollen als Ausgleich zwei Blühstreifen für die Feldlerche entstehen. Die Maßnahmen resultieren allesamt aus den Ergebnissen des Umweltberichts, der deutlich macht, dass der notwendige ökologische Ausgleich nicht nur in dem betroffenen Gebiet erfolgen kann. Zudem müssen auch Ökopunkte angekauft werden.
Planer Miracapillo erörterte auch ein Verkehrsgutachten, das von einer Verkehrsmenge von 1378 Fahrzeugen pro Werktag ausgeht – als Worstcase-Szenario, also bei Vollausbau des Wohngebiets. Der Planer informierte, dass „Verkehrsmengen“ auf Wohnstraßen in der Regel bei zwischen 60 und 100 Autofahrten pro Stunde liegen. Im Fall des Neubaugebiets in Hochdorf liegt dieser Wert bei 58. „Das ist also unter dem Schnitt anderer Wohngebiete“, so der Planer.