Das Pflegeheim Haus Tanneck in Schömberg wird umgebaut. Foto: Thomas Fritsch

Die Bauarbeiten am Haus Tanneck in Schömberg liegen im Zeitplan. Das Pflegeheim wird bei laufendem Betrieb umgebaut. Die Fertigstellung ist für Ende Oktober geplant. Erfreulich ist für Inhaber Oliver Zajac außerdem, dass er momentan mehr als genug Fachkräfte hat.

„Heute fangen sie an mit der letzten Decke“, sagt Oliver Zajac. Der Inhaber des „Haus Tanneck“ in Schömberg spricht von den Bauarbeitern, die das Pflegeheim gerade umbauen. Seit dem 15. Juli vergangenen Jahres ist die Einrichtung nämlich eine Baustelle – bei laufendem Betrieb.

 

Zajac hatte jahrelang auf den Umbau gewartet. Vorigen Sommer ging es dann endlich los. Der Mittelbau aus den 1950ern-Jahre sollte abgerissen und neu aufgebaut werden. Etwas größer als bisher, weil es im Pflegeheim künftig nur noch Einzelzimmer geben wird, und weil eine neue Intensivpflegestation mit elf Plätzen entstehen soll. Wobei: Ein kompletter Abriss war es nicht. Stattdessen erzählt Zajac beeindruckt, dass die ausführende Baufirma Theurer aus Altensteig-Spielberg manche Teile des Mittelbaus abreiße, aber andere stehen lasse und darauf Neues aufbaue. So entsteht „eine Art Patchwork aus neuem und altem Gebäude“, erklärt der Heim-Betreiber. Die Firma leistet sehr gute Arbeit, lobt er.

Zahl der Plätze reduziert

Weil der Mittelbau in seiner bisherigen Form nicht mehr existiert, gebe es einen aus Holz gebauten Gang, der die anderen Gebäudeteile wie ein Kanal miteinander verbinde und durch den Mittelbau führe – während drumherum gebaut wird. „Das ist schon irre.“

Positiv ist zudem, dass die Arbeiten im Zeitplan liegen, wie Oliver Zajac berichtet. „Wir sind guten Mutes, dass wir im Mai Richtfest haben werden.“

Rund sechs Millionen Euro investiert er in den Umbau seiner Einrichtung. Auch mit Blick auf die Kosten läuft es derzeit nach Plan. Trotzdem sagt Oliver Zajac: „Das ist wirtschaftlich schon eine Herausforderung.“ Dieses Jahr könne er wirtschaftlich abschreiben. „Ich bin aber guten Mutes.“ Denn die Investition sei eine Investition in die Zukunft.

Um den Umbau starten zu können, musste im „Haus Tanneck“ erst einmal die Zahl der Plätze reduziert werden. Ursprünglich waren es 77, nun sind dort übergangsweise nur noch 55 Pflegebedürftige zu Hause. Bereits Anfang 2024 ging es los. Manche Bewohner zogen um ins Haus Nagoldtal in Calw-Hirsau, das Zajac ebenfalls betreibt, andere Plätze, darunter solche in der Kurzzeitpflege, wurden nach Freiwerden nicht neu besetzt.

Wenn der Neubau fertig ist, sollen in „Tanneck“ 67 Senioren betreut werden. Ein Schwerpunkt liege dabei auf psychisch kranken Bewohnern. Damit habe man lange Erfahrung. Ein weiterer soll die Intensivpflege werden. Die Kombination aus beidem sieht Oliver Zajac als „Alleinstellungsmerkmal“ im neuen „Haus Tanneck“. Die Zeit des Umbaus, mit weniger Bewohnern, nutzt er, um seine Mitarbeiter, die nun weniger zu tun haben, entsprechend zu schulen. In Stuttgarter Kliniken sollen sich die Fachkräfte in Intensivpflege weiterbilden.

Mitarbeiter bilden sich weiter

Überhaupt schildert der Pflege-Experte die Personalsituation als erfreulich. „Wir haben im Moment keinen Fachkräftemangel.“ Zumal alle drei Auszubildenden, die im vergangenen Jahr ihre Lehre abgeschlossen hatten, übernommen worden seien. Und am 1. September fangen sechs neue Azubis an.

Eher habe er im Moment zu viele Fachpflegekräfte – aber mit Blick auf die elf neuen Intensivpflegeplätze würden die ja bald gebraucht. Wann es so weit ist? Oliver Zajac schätzt, dass im Frühjahr der Innenausbau beginnen kann. Und am 26. Oktober soll die Baufirma laut Plan ihren letzten Arbeitstag in dem Schömberger Pflegeheim haben. Eine Ende der Bauzeit ist also in Sicht.