Bei Feuerwehrübungen auch am EAP kamen bis Ende 2016 PFAS-haltige Löschschäume zum Einsatz. Foto: Michael Werndorff

Der Flughafen Basel-Mulhouse sei für die hohe PFAS-Belastung im Grundwasser im Elsass verantwortlich, heißt es. Diese stammt von Löschschäumen, die früher zum Einsatz kamen.

Sie gehen davon aus, dass der Flughafen für die hohe PFAS-Belastung im Grundwasser im Elsass verantwortlich ist, wie es in einer Medienmitteilung vom Mittwochabend heißt.

 

Bei den klagenden Organisationen handelt es sich um den Umweltschutzverein Alsace Nature und ADRA, einem Verein zum Schutz der Anwohner in der Umgebung des Euroairports.

PFAS sollen krebserregend sein

Nach ihren Angaben weist das Trinkwasser für rund 60.000 Personen hohe Konzentrationen von PFAS (per- und polyfluorierte Alkylverbindungen) auf. PFAS würden sich in Körper anreichern und stünden im Verdacht, krebserregend zu sein und Hormon- und Fortpflanzungsstörungen zu verursachen. Die Kläger gehen davon aus, dass der jahrelange Einsatz von PFAS-haltigem Löschschaum am Flughafen die Quelle der Verschmutzung sei, wie sie schreiben. Die Stoffe würden sich breit im Grundwasser des Rheins verbreiten, von dem die Trinkwasserversorgung im Elsass abhänge.

Verweis auf Verursacherprinzip

Mit ihrer Klage wollen die Organisationen erreichen, dass Verantwortlichkeiten festgestellt werden und das gesetzliche Verursacherprinzip angewendet wird, wie es weiter heißt. Zudem sollen die Gesundheit der Bevölkerung ernsthaft überwacht und die Kontamination des Grundwassers eingedämmt und dieses gereinigt werden.

Filteranlagen seien nicht ausreichend

Bisher ergriffene Maßnahmen wie installierte Filteranlagen erachten die Organisationen als unzureichend. Es handle sich um Notlösungen, die die Verschmutzung nicht an der Quelle bekämpften. Zudem erachten sie die bisherigen Antworten der Behörden und der aus ihrer Sicht Verantwortlichen als nicht zufriedenstellend. Aus diesem Grund strebten sie ein Gerichtsverfahren an. Der EAP möchte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA nicht zur Klage äußern. Sprecherin Manuela Witzig schreibt jedoch, dass der Einsatz der durch die ICAO (Internationale Organisation für Zivilluftfahrt) zertifizierten Löschschäume gesetzlich vorgeschrieben gewesen sei. Seit Januar 2017 seien auch Schäume ohne PFAS zertifiziert und der Flughafen verwende diese seither.

EAP will sich nicht äußern

Bis vor wenigen Jahren alternativlos

Auch Feuerwehrübungen seien Pflicht und ein anderes Mittel stand nicht zur Verfügung, wie Witzig weiter festhält. Der EAP habe sich somit genau an die Vorschriften gehalten. Zudem stehe der Flughafen in engem Kontakt mit den Behörden: Nach der Entdeckung der hohen PFAS-Konzentrationen im Wasser im Gebiet Saint-Louis sei ein Lenkungsausschuss gebildet worden, dem auch der Flughafen beigetreten sei.