Imposante Großbaustelle: Im Krautbühlpark (Foto) und auf der anderen Flussseite im Kleb stehen Arbeiten für den Abwasserzweckverband sowie die SEN an. Nagolds Stadtwerke wollen zudem ein Nahwärmenetz ausbauen. Foto: Heiko Hofmann

Ein Nahwärmenetz für 17 Millionen Euro, der Umbau einer Villa, neue Wohnungen in der Stadt – das und noch viel mehr planen die Eigenbetriebe der Stadt Nagold 2026.

Parken, Wohnen, Wasser und Energie – um diese Themen kümmern sich in Nagold drei kommunale Eigenbetriebe. Ähnlich wie bei der Stadt selbst gehen auch die Eigenbetriebe in diesem Jahr in die Vollen.

 

Die Stadt Nagold investiert 2026 in ihrem Bauhaushalt die Rekordsumme von 29 Millionen Euro. Darin sind jedoch noch gar nicht all jene Projekte enthalten, die von den städtischen Eigenbetrieben gebaut werden. Was sind die aktuell wichtigsten Projekte von Stadtwerken (SWN), dem Eigenbetrieb Wohnen in Nagold (WiN) und der Stadtentwässerung Nagold (SEN)? Hier ist der Überblick.

Nahwärmenetz im Kleb

Diese Baustelle beschäftigt Nagold schon länger. Es ist neben der Zellerschule sozusagen die Nagolder Mega-Baustelle. Im Stadtpark Kleb und in Teilen der Innenstadt bauen die Stadtwerke 2026 an einem nachhaltigen Nahwärmenetz, das den Badepark und auch Teile der Innenstadt versorgen soll. Wegen des Dükerbaus unter der Nagold hindurch sowie des Ausbaus und der Erneuerung des Leitungsnetzes sind an dieser Großbaustelle auch der Abwasserzweckverband und die SEN beteiligt.

Im Stadtpark Kleb werden derzeit große Erdmassen bewegt. Foto: Heiko Hofmann

Nach Angaben der Stadt Nagold geht es um den Bau eines „innovativen Projekts, das verschiedene Wärmequellen miteinander koppelt und Kunden mit Wärme versorgt“. Die Quellen, die das Nahwärmenetz speisen sollen, sind: Geothermie-Sonden in 250 Metern Tiefe, Abwasserwärme und Flusswärmetauscher.

Die Projektkosten beziffert die Stadt Nagold auf 17 Millionen Euro. Förderungen des Bundes sollen später die „Investitionen sowie die Betriebskosten senken“. Projektbeginn mit dem Düker- und dem Leitungsbau war bereits 2024.

Neubau Hochbehälter Wanne

Ein reines Projekt der Stadtwerke Nagold (SWN) ist der Neubau des Hochbehälters Wanne. Der Trinkwasser-Hochbehälter befindet sich bei Hochdorf und wird durch einen oberirdischen Edelstahl-Hochbehälter ersetzt. Die Kosten liegen laut Angaben der Stadt Nagold bei 1,3 Millionen Euro.

Erweiterung Parkhaus Innenstadt

Das Parkhaus Innenstadt Ost – besser bekannt als Weihergässle – wird zur Mobilitätsdrehscheibe ausgebaut. In dem Projekt der Stadtwerke Nagold geht es um die Erweiterung und Überdachung der Parkflächen. Das Dach wird als reines Photovoltaik-Dach errichtet und ergänzt das Angebot um Ladestationen für Autos sowie Ladestationen in Fahrradboxen.

4,6 Millionen Euro sollen in den Ausbau des Weihergässles gesteckt werden. Foto: Heiko Hofmann

Die Kosten sollen bei rund 4,6 Millionen Euro liegen. Projektbeginn war bereits im Jahr 2024, der eigentliche Baubeginn soll aber erst 2026 erfolgen.

Neue PV-Anlagen

Stetig erweitern die Stadtwerke Nagold die Ausstattung städtischer Gebäude mit Photovoltaik-Anlagen. Jährlich sind für die Umsetzung 500.000 Euro vorgesehen. Die Kosten der einzelnen Anlagen reichen von 30.000 Euro bis 150.000 Euro.

Erneuerung Wasseraufbereitung

Die Stadtwerke sind auch für die Versorgung der Bürger mit frischem Trinkwasser zuständig. In diesem Jahr steht die Erneuerung der Desinfektionsanlage für rund 400.000 Euro an.

Sanierung Notariat

SWN und SEN beginnen in diesem Jahr mit der Sanierung des einstigen Notariats – einer prägenden Jugendstilvilla an der Haiterbacher Straße. Die beiden Eigenbetriebe der Stadt Nagold werden dort in Zukunft zentral unterkommen.

Ein Schmuckstück, wenn auch noch nicht renoviert: Das einstige Notariatsgebäude in Nagold wird zur Heimat für die Eigenbetriebe SWN und SEN. Foto: Heiko Hofmann

Die technischen Mitarbeiter und die kaufmännischen Mitarbeiter bekommen im ehemaligen Notariat ein gemeinsames Bürogebäude. Die Kosten für die Sanierung des denkmalgeschützten Hauses werden auf 3,5 Millionen Euro veranschlagt.

Digitale Wasserzähler

2025 begannen die Stadtwerke mit dem Austausch aller Wasserzähler. Eingebaut werden überall digitale, fernauslesbare Wasseruhren. Die Kosten dafür liegen bei 800.000 Euro.

Leitungssanierungen

SWN und SEN arbeiten bei diesem Projekt Hand in Hand: Auch 2026 stehen allgemeine Sanierungen von Wasserversorgungsleitungen in Nagold an.

2.4 Millionen Euro sind für allgemeine Sanierungen von Leitungen vorgesehen. Foto: Heiko Hofmann

Konkret geht es unter anderem um die Haiterbacher Straße, die Stauffenbergstraße und die Danziger Straße. Die Kosten werden auf 2,4 Millionen Euro veranschlagt.

Weitere Erschließungen

Für die Erschließungen von Neubau- und Industriegebieten sind 2026 etwa eine Million Euro eingestellt. SWN und SEN planen Erschließungsarbeiten für das Adler-Areal in Pfrondorf, den Wolfsberg 8 und den INGpark, Teil 7.

Großprojekte der WiN

2026 plant der Eigenbetrieb Wohnen in Nagold (WiN) einen Neubau in der Calwer Straße 2. Auf dem Gelände steht aktuell noch ein Gebäude, das aber dem Bau eines geförderten Wohn- und Bürogebäudes weichen soll.

In der Calwer Straße 2 plant die WiN einen Neubau. Zuvor muss das bestehende Haus abgebrochen werden. Foto: Heiko Hofmann

„Im Erdgeschoss sind Büros für die Bauverwaltung und eine Wohnung vorgesehen, im Rest des Gebäudes weitere neun Wohneinheiten“, heißt es auf Nachfrage der Redaktion. Die Kosten werden bei circa 4,5 Millionen Euro liegen. Projektbeginn war bereits 2025, Baubeginn ist nun 2026. Zudem plant die WiN die Sanierung des städtischen Gebäudes in der Schmidgasse 8 sowie weiterer Liegenschaften.