Ganz besondere Semesterferien warten auf den sehbehinderten Langläufer Theo Bold, denn der 19-Jährige wird voraussichtlich bei seinen ersten Paralympics an den Start gehen.
Der Paralangläufer Theo Bold aus Rottenburg steht vor der Teilnahme bei seinen ersten paralympischen Spielen im März. Der sehbehinderte Langläufer, dessen Bruder Jakob als Guide agiert, ist 19 Jahre alt und erlebte Ende des vergangenen Jahres sein Weltcup-Debüt. „Es ist eine besondere Saison mit großen Zielen.“
Der VWL-Student hatte von Anfang an Vollgas gegeben, um die Norm für die Paralympics, die im März in Mailand und Cortina in Italien stattfinden, möglichst schnell zu schaffen. „Das war wichtig, denn dadurch konnte ich mich die Saison über auf anderes fokussieren, das ich noch verbessern wollte.“
Nicht mehr nur Hobby
Theo, der zehn Prozent Sehkraft hat, läuft gemeinsam mit seinem Bruder. Dieser führt ihn akustisch auf der Loipe. Vor runde zehn Jahren entwickelten die beiden Rottenburger den Spaß am Langlauf. „Es ist einfach der coolste Sport“, freut sich Theo Bold, dass er inzwischen die Möglichkeit hat, das Langlaufen nicht mehr nur als Hobby zu betreiben. Vor vier Jahren wurde es professioneller und vor zwei Jahren schaffte er es in den Nachwuchskader. Inzwischen gehört er dem Perspektivkader an.
Dadurch erhält der 19-Jährige Fördermittel und kann sich während seines Studiums in Freiburg, wo er seit Herbst studiert, nebenher auf den Sport konzentrieren. Dort lebt er in einer vom Olympiastützpunkt Freiburg zur Verfügung gestellten Sport-Wohngemeinschaft. Am Stützpunkt hat er gute Trainingsmöglichkeiten wie einen eigenen Kraftrau. Mit einer Trainingsgruppe vor Ort fällt es zudem leichter, sich zu motivieren. „Außerdem trainieren wir am Notschrei, wo es zuletzt echt guten Schnee hatte.“
Seine Stärken sieht der Rottenburger vor allem im Sprint. Hier will er in Italien auf jeden Fall an den Start gehen. In welchen weiteren Disziplinen der 19-Jährige antritt, muss sich aber noch zeigen. „Toll wäre auch die Staffel. Hierfür sind die Plätze aber hart umkämpft. In zwei Wochen wird es in unserem Trainingslager ein Ausscheidungsrennen geben.“
Riesige Vorfreude
In wenigen Tagen werden nun auch die Teilnehmer für die Spiele vom Verband bekannt gegeben. „Das interne Go der Trainer haben wir aber schon“, verrät Theo Bold. Dann würde ein Traum für ihn Erfüllung gehen. „Die Vorfreude ist riesig. Das mit 19 Jahren zu schaffen, ist einfach toll. Ein echtes Highlight und etwas ganz Großes“, blickt der Rottenburger voraus.
Besonders werden die Spiele auch, da durch die Nähe zur Heimat die Familie vor Ort mitfiebern kann. Das deutsche Team sieht er derweil für die Paralympics breit aufgestellt. „Wir sind in fast allen Disziplinen vertreten und ich hoffe für uns alle, dass ein paar Medaillen rauskommen werden.“
Ein Tag vorher die letzte Prüfung
Bis es aber in Italien losgeht – Anfang März wird Anreise sein – ist Theo allerdings noch mit dem Studium eingespannt. Einen Tag vor der Abreise hat der 19-Jährige noch seine letzte Prüfung. Die Paralympics fallen daher für ihn perfekt in die Semesterferien.