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Ostelsheim Hesse-Bahn: Schaugarten soll kleiner werden

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Das Gelände des Ostelsheimer Obst- und Gartenbauvereins könnte sich bald deutlich verkleinern. Wird der zweite Bauabschnitt der P+R-Anlage umgesetzt, muss der Verein auf 325 Quadratmeter Fläche verzichten. Foto: Biermayer

Ostelsheim - In einer Gemeinderatssitzung im Mai klang das Problem schon an: Dort, wo Teile der Park-and-Ride-Anlage für die Hermann-Hesse-Bahn entstehen sollen, befindet sich der Schaugarten des Os­telsheimer Obst- und Gartenbauvereins (OGV). Am Freitag gelang dem Gremium diesbezüglich ein Durchbruch.

Viele OGV-Mitglieder waren am Freitag in die Ratssitzung gekommen, ging es mit dem Schaugarten doch um die Zukunft des Herzstücks ihres Vereins. Auf diesem Gelände zeigt der OGV schon seit 30 Jahren Bürgern, was im Gartenbau möglich ist.

Der Vereinsvorsitzende Norbert Feyhl zeigte sich in der Gemeinderatssitzung versöhnlich. Nachdem die Vermessungspflöcke eingeschlagen worden seien, habe man sich mit dem OGV beraten. "Es ist natürlich ein Wermutstropfen für den Verein", so Fehyl. Man wolle aber am Vereinsgrundstück festhalten, auch wenn es durch die Baumaßnahmen kleiner werde.

Zwei Bauabschnitte sind geplant

Feyhl bat nur darum, dass gleich eine endgültige Lösung gefunden werde. Denn nur so könne ein neuer Garten angelegt werden. Außerdem benötige man einen Anschluss ans Abwassernetz. Der OGV bot an, sich um die Bepflanzung der P+R-Anlage zu kümmern. Bürgermeister Jürgen Fuchs dankte dem Verein für dessen Kooperation. Man werde sich den Belangen des Vereins ­annehmen.

Nachdem dieser Knackpunkt aus dem Weg geräumt war, konnten sich die Räte nun dem eigentlichen Vorhaben widmen. Es gebe zwei geplante Bauabschnitte für die Anlage, die zwischen dem zukünftigen Haltepunkt und dem Wohngebiet Fuchsloch entstehen soll, erklärte Siegfried Hägele vom Ingenieurbüro Henne.

Im ersten Abschnitt würde die Straße auf 6,50 Meter verbreitert sowie 28 Senkrechtparkplätze, davon drei für Schwerbehinderte und zwei mit Ladestationen, auf der Seite zur Bahnstrecke entstehen. Dazu kämen ein Wendehammer mit sechs Metern Durchmesser am Ende der Parkreihe und eine Option für elf weitere Längsparkplätze hinter dem Wendehammer in Richtung Osten. Ebenfalls seien 14 überdachte Fahrradstellplätze mit einer möglichen Erweiterung um sieben Plätze geplant.

Im zweiten Bauabschnitt, erklärte Hägele, seien auf der gegenüberliegenden Seite 20 Senkrechtparkplätze geplant. Diese Ausbaustufe beträfe den OGV, da hier 325 Quadratmeter des Schaugartens zu Parkplätzen würden. Auch die Straßenverbreiterung beträfe den OGV, wenn auch nur in geringerem Ausmaß. Die diskutierte Idee der Kiss-and-Ride-Anlage werde nicht weiter verfolgt.

Rudi Schlienz (FWV) warf ein, dass es zu wenig Fahrradstellplätze seien. Man solle doch gleich die Option für sieben weitere Plätze mitbauen. Das ergebe ein einheitlicheres Bild. Auch die Anzahl der Ladesäulen für E-Autos erschien ihm zu gering. Tobias Cascio Generano (UO) plädierte ebenfalls für mehr Fahrradstellplätze. Er brachte unüberdachte Geländer zum Anschließen und Fahrradboxen für teurere E-Bikes ins ­Gespräch.

Gefahr des Wildparkens angesprochen

Daniel Stückel (UO) sah dies ähnlich. Durch ein Mehrangebot an Fahrradstellplätzen ließe sich verhindern, dass die Ostelsheimer innerorts mit dem Auto zum Bahnhof kämen. Er positionierte sich zudem gegen die Option der Längsparkplätze, da er hier die Gefahr des Wildparkens auf dem weiterführenden Feldweg sehe.

Klaus Richter (FWV) meinte, diese Längsparker machten nur Sinn, wenn der Wendehammer verschoben werde. Ernst-Martin Gehring (FWV) vermutete, dort werde so oder so geparkt, warum also nicht die Fläche ausweisen? Es gehe ja auch erstmal nur um die Ausweisung der Flächen. Was später gebaut werde, sei eine andere Sache. Christine Schweizer (FWV) sprach sich für ein Maximum an Parkplätzen aus.

Ingenieur Hägele erklärte, dass eine Verschiebung des Wendehammers nicht möglich sei, da dieser dann mit der Bahntrasse kollidiere. Auch empfinde er die Längsparkplätze als baulich schlechte Option. So etwas werde normalerweise nicht gemacht. Und laut Gutachten reichten eigentlich schon die Stellplätze, welche im ersten Bauabschnitt geplant seien. Die Längsparkplätze würden also eigentlich nicht benötigt. Zum Thema Fahrradstellplätze merkte er an, dass diese auf der gegenüberliegenden Straßenseite möglich seien. Wenn man sie wolle, solle man sie am besten gleich ­mitplanen.

Es entspann sich eine Diskussion unter den Räten darüber, ob man die Längsparker nicht drehen könne, um so Platz zu gewinnen und darum, wie viele Parkplätze für welche Verkehrsmittel benötigt würden. Stückel (UO) machte darauf aufmerksam, wie viel Ausgleichsfläche für die wenigen Längsparkplätze geschaffen werden müsse.

Letztendlich einigte man sich einstimmig auf die von Hägele vorgeschlagene Variante der Bauabschnitte, allerdings mit dem Zusatz, mehr Fahrradstellplätze zur Verfügung zu stellen. Separat wurde über die Option Längsparkplätze nach dem Wendehammer abgestimmt. Auch hier entschied sich der Gemeinderat für die Möglichkeit dieser Erweiterung, jedoch bei zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen. Mit diesen beschlossenen Plänen können nun Umweltgutachten beauftragt und die Träger öffentlicher Belange beteiligt werden.

Eigentlich sollten die Räte auch über den Sachstand bezüglich der Hermann-Hesse-Bahn informiert werden. Der Geschäftsführer des Zweckverbandes, Michael Stierle, sowie sein Stellvertreter Holger Schwolow waren jedoch verhindert. Dieser Bericht sei für die nächste Gemeinderatssitzung geplant, so Bürgermeister Fuchs zu den Räten.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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