Der Ortschaftsrat Kürnberg befasste sich mit der Bekämpfung der Asiatischen Hornisse. Er beschloss den Imkerverein Schopfheim mit 500 Euro zu unterstützen.
Invasiv, also gebietsfremd und gefährlich, so hat die Europäische Union die Asiatische Hornisse eingestuft. Damit sind alle Staaten aufgerufen die Verbreitung einzudämmen. Dirk Begger und Klaus Ingelfinger vom Imkerverein Schopfheim kämpfen gemeinsam mit den Kommunen darum, die Verbreitung zu reduzieren.
Angesichts der Verbreitungszahlen und der möglichen Mittel ein fast aussichtsloses Unterfangen. Aber die beiden lassen sich nicht entmutigen, besuchen Gemeinderats- und Ortschaftsratssitzungen und werben um Unterstützung.
Die Hornissen bauen in zwei Meter Höhe Gründungsnester in Schuppen, an Balkonen und Nischen. Im Spätsommer ziehen sie sich in die Baumwipfel zurück, meist in Höhen über 25 Meter. Die Asiatische Hornisse ist etwas kleiner als die Europäische, hat einen dunklen Körper und gelbe Füße. Im Gegensatz dazu ist der Körper der Europäische Art rotbraun bis gelb.
Proteine bestimmen den Speiseplan. Gejagt werden Spinnen, Insekten, Wildbienen und Zuchtbienen. Ein Bienennest wird als „all you can eat – alles was du essen kannst“ angesehen und deshalb total verschlungen. Natürliche Feinde hat die Hornissenart in Europa nicht. Besorgniserregend ist die Auswirkung der Fresssucht. Bienen werden vernichtet, die Bestäubung von Pflanzen fällt aus und damit stören die Tiere aus Asien das ökologische Gleichgewicht. Die Ökonomie der bäuerlichen Betriebe wankt.
Eine Mitschuld gibt Klaus Ingelfinger dem Staat. Die Bekämpfung überlässt man der Bevölkerung im Gegensatz zu anderen EU-Staaten.
In der Zentralen Datenbank der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) sind die Hornissennester vermerkt. Dirk Begger und Klaus Ingelfinger unterstützen über den Imkerverein Schopfheim und das Ordnungsamt der Kommunen die Meldung. Wer ein Nest entdeckt, kann sich über die Homepage des Verein an diesen wenden.
Viel Lob für die Kommunen hatten die beiden Imker dabei. Schopfheim droht zum Hotspot zu werden. Die Kommune hilft mit Geld. 3000 Euro gibt die Stadt für die Bekämpfung und der Ortschaftsrat in Kürnberg, um Ortsvorsteher Peter Ulrich, hat gestern 500 Euro dazu gegeben.
Gefährlich können die Hornissen auch für Allergiker werden. Wird ein Mensch als Bedrohung wahrgenommen, sticht der neun Millimeter lange Stachel zu „was das Zeug hält,“ sagt Dirk Begger und ergänzt: „Textilien halten nicht ab.“
Wie intensiv die Bekämpfung sein muss, zeigen die bisherigen Verbreitungen. Jedes Jahr versiebenfacht sich der Bestand. Aus einem Nest werden ein Jahr später sieben und im dritten Jahr schon 49.
Der Imkerverein macht weiter und versucht, so viele Nester wie möglich zu vernichten.