Die zur Ortschaftsratssitzung gekommenen Hochemminger lauschen und erleben ihren Ortsvorsteher Helmut Bertsche einmal anders. Foto: Florian Hahnel

Der Kunstrasenplatz, Fördergelder und zwei Bauplanungen waren Thema im Ortschaftsrat.

Wenn es um Geld geht, kennt sich der Hochemminger Ortsvorsteher Helmut Bertsche schon berufsbedingt aus. Der Chef der Ortsverwaltung sieht die Gesamtstadt Bad Dürrheim in einem überaus schwierigen Fahrwasser, blickt aber auch über den Tellerrand hinaus.“

 

Asphaltieren von Feldwegen über den Bestand hinaus? „Die nächsten zehn oder 15 Jahre eher nicht“, entsprang es seinem Mund während der nun abgehaltenen Ortschaftsratssitzung.

Als hauptberuflicher Leiter der Tuttlinger Stadtkasse hat es Bertsche täglich mit dem Geldfluss zu tun und kritisiert unter anderem die bestehenden Förderstrukturen: „Ich war noch nie ein Freund von zielgerichteten Fördertöpfen. Wenn Geld verteilt werden kann, soll es Gemeinden und Städten gemäß der jeweiligen Größe pauschal zukommen, vor Ort kann dann autonom entschieden werden.“

Weshalb Bertsches „Ausflug“ in die Finanzwelt? Weil auch in Hochemmingen um jeden Euro schon länger gerungen werden muss. Das Thema Kunstrasen kursiert im größten Bad Dürrheimer Stadtteil bereits seit einiger Zeit, dürfte jedoch allenfalls Zukunftsmusik sein. Den Zustand der größtenteils gesperrten anliegenden Gemeindeverbindungsstraßen kennt jeder.

Ortschaftsrat Benedikt Engesser möchte sich mit seiner Gattin ein Eigenheim in Sichtweite des familiären Reiterhofs erstellen lassen und bekam nun immerhin im Kreis der lokalen Bürgervertreter grünes Licht.

Das Projekt ist ein übergeordnetes Bauvorhaben, die Auflagen sind entsprechend hoch, auch das Landwirtschaftsamt spricht mit. Auf ein zumindest kleines finanzielles Entgegenkommen Bad Dürrheims braucht man nicht hoffen.

Gleiches gilt für den Bauherren, der im Gewann „Schroteln“ eine Außenlagerfläche mit satten 31 000 Quadratmeter in Auftrag geben will. Abermals grünes Licht im Rat – die Hürden dürften in diesem Fall aber überwindbar sein, Photovoltaikfläche inklusive. Zur Einfriedung müssten hochstämmige Bäume gepflanzt werden, der Begrünungsplan liegt im Bad Dürrheimer Stadtbauamt und ist noch in Arbeit.