Ein Gottesdienst zur 40-jährigen Organisten-Tätigkeit von Johannes Henning wurde am Sonntag in der evangelischen Kirche St. Johannes in Maulburg gefeiert.
Henning, aufgewachsen in Maulburg, wo er bis heute noch wohnt und arbeitet, begann seine Ausbildung zum Orgelspieler mit 16 Jahren beim evangelischen Bezirkskantor Matthias Schneider von Schopfheim. Parallel zu seiner Schulzeit mit Abschluss als Abiturient 1988 am Hebelgymnasium in Lörrach konnte Henning seine Ausbildung zum Organisten bei Martin Winkler, dem Nachfolger von Schneider, erfolgreich absolvieren. Seit dieser Zeit ist Henning ununterbrochen der Organist von St. Johannes in Maulburg.
Auftakt mit einem Stück aus der Zeit des Barock
Seinen Jubiläumsgottesdienst eröffnete Henning souverän spielend an der 1979 eingebauten Orgel (zwei Manuale, ein Pedal und 13 Register) auf der Empore der Kirche klanglich passend mit einem Stück aus der Barockzeit: Präludium und Fuge in g-Moll vom Lübecker Kantor und Komponisten Dietrich Buxtehude (1637 bis 1707). Mit vollem Klang setzte Henning an der Orgel ein. Und sein Spiel mündete über zarte und hohe Töne mit einer Stimme nach der anderen einsetzend im breiten Klangrausch seines Orgelspiels.
Verbindendes Element der Lieder ist das Thema Freude
Die Lieder des Gottesdienstes durfte Henning alle selber aussuchen. Und daraus ergab sich für Pfarrerin Bärbel Wassmer vor allem „Freude“ als Thema ihrer Predigt. Es ging ihr dabei um „Freude“ in ihrer weiteren Dimension als Teil im Kraftfeld zwischen Freude und Leid, wie dies im von Henning ausgesuchten Gesangbuchlied „Jesu meine Freude“ von 1653 anklingt.
Und hier spricht Wassmer als Predigerin Henning, den Orgeljubilar, direkt an: „Und Freude macht dir die Musik eindeutig, denn sonst hättest du nicht schon 40 Jahre all das durchgehalten. In allen Liedern für diesen Gottesdienst klingt auch an, dass das Leben nie ‚pure‘ Freude ist, sondern dass es darum geht, die Freude zu bewahren, auch in schwierigen Zeiten. Und dass Gott unsere Zuflucht und Stärke ist – gerade in schwierigen Zeiten.“
Auch das Flotte des Jazz ist ihm nicht fremd
Diese Freude und vernehmbares Vertrauen erreichten die singende Gemeinde auch im Spiel vom gleichermaßen von Henning gewählten modernen und jazzigen Lied des Freiburger Kirchenmusikers Martin Gotthard Schneider (1930 bis 2017): „Danke für diesen guten Morgen, danke für jeden neuen Tag. Danke, dass ich all meine Sorgen auf dich werfen mag.“
Hennings dritter Orgellehrer war möglicherweise dieser Schneider, der Komponist und Dichter des bekannten Danklieds. Denn Henning erzählt im Gespräch mit unserer Zeitung von einem Fortbildungsseminar als junger Organist bei Schneider, von dem Jazz und dem Hochfahren der Bässe, wie dies Schneider ihm orgelnd vermitteln konnte.
Dies ist Hennings Spiel auch heute noch anzumerken. Es ist das Flotte, der Drive seines Spielens, das andere, die er musizierend um sich schart, zu begeistern versteht. So bringt es Stefan Mazur, ein Ältester der Kirchengemeinde von St. Johannes und Mitspieler in einer Band von Henning, folgendermaßen auf den Punkt: „Wo Johannes nicht dabei ist, da fehlt Tempo.“