2,7 Hektar Bruttobauland wurden im Zuge des geänderten Verfahrens für den B-Plan „Kreuzberg II“ als potenzielle Wohnflächen gestrichen. Foto: Fischer

Der Gemeinderat hat den Entwurf für das neue Baugebiet „Kreuzberg II“ einstimmig beschlossen. Ab Mitte November können die Bürger den Plan einen Monat lang einsehen.

Fast 440 Seiten lang ist das Gutachten, das zum Bebauungsplan „Kreuzberg II“ erstellt werden musste. Thomas Kernler (Zink-Ingenieure) erläuterte im Gemeinderat die vielen Stellungnahmen, die er bereits in den Plan eingearbeitet habe. Der Rat beschloss den Entwurf einstimmig.

 

Die Stadtverwaltung wird diesen nun voraussichtlich am Donnerstag kommender Woche veröffentlichen und ab Freitag, 14. November, starte dann die Offenlage. Dann kann der Entwurf einen Monat lang zum Beispiel von den Anliegern rund um das neue Baugebiet eingesehen werden. „Im Jahr 2021 haben wir den Bebauungsplan im beschleunigten Verfahren aufgestellt. Das geht inzwischen nicht mehr, deswegen mussten wir auf das Regelverfahren umstellen“, erläuterte Kernler die Veränderungen.

Verfahrenswechsel bedeutet mehr Aufwand

„Nun brauchen wir eine Flächennutzungsplan-Änderung und auch einen Flächentausch.“ Für das neue Baugebiet müssen 2,7 Hektar Bruttobauland an anderer Stelle herausgenommen werden. Deswegen wird eine 1,2 Hektar große Fläche am Hechtsberg und eine 1,5 Hektar große Fläche im Kinzigvorland als Wohnbaufläche gestrichen.

Beide Flächen seien laut Kernler nicht für Wohnbebauung geeignet, die Fläche im Kinzigvorland sei Überflutungsfläche und die am Hechtsberg könne wegen immissionsschutzrechtlicher Anforderungen nicht entwickelt werden. Diskussionen gab es auch um die Höhe der Häuser und die Anzahl der Vollgeschosse. Zulässig sind zwei Vollgeschosse und ein Dachgeschoss, damit die Anlieger in der Straße Am Bühlhof nicht zu viel Schatten bekommen.

Um das zu untersuchen, hatte die Stadt Hausach ein Verschattungsgutachten in Auftrag gegeben, „das auch für uns keine Alltäglichkeit ist“, sagte Kernler. Das Ergebnis: Der Hang ist je nach Tageszeit tatsächlich stark verschattet, durch die Rücknahme des Waldrands gebe es tagsüber aber auch teilweise eine Verbesserung. „Die neue Bebauung führt nicht zu totaler Finsternis oder starken Einschränkungen der bestehenden Häuser“, lautete das Fazit.

Das Ziel der Stadt ist es, ein möglichst breites Spektrum an Bauweisen anzubieten und möglichst vielen Bürgern Wohneigentum zu ermöglichen. Auf insgesamt 42 Baugrundstücken sind Einzel- und Doppelhäuser sowie zwei Mehrparteienhäuser vorgesehen und damit etwa 62 Wohnungen für 143 Einwohner. Pro Haus sind maximal drei Wohneinheiten erlaubt. Angestrebt wird eine Dichte von 47 Einwohnern je Hektar Bruttobauland. Erlaubt ist in dem neuen Baugebiet ausschließlich privates Wohnen, was Ferienwohnungen, Gewerbebetriebe, Gartenbaubetriebe oder Tankstellen ausschließt.

Straßennutzung

Die einzige Zufahrt bleibt über den Bühlhof, eine Verbindung zur Kreuzbergstraße sei unverhältnismäßig. Der Weg zum Abenteuerpfad bleibt Fußgängerweg. Die Kreuzbergstraße ist während der Bauzeit für den Baustellenverkehr gedacht und soll „keine Verbindungsstraße werden“. Die Lage des Plangebiets am Hang sei nicht altersgerecht, „aber wir brauchen den Wohnraum“, die Fläche am Kreuzberg sei verfügbar und im Eigentum der Stadt, was bei vielen anderen Flächen nicht der Fall sei. „Genau das ist unser Problem in Deutschland, wir sprechen von Bürokratieabbau, setzen diesen aber nicht konsequent um.“