Ein Kommunikationsproblem, die Haltestelle beim hölzernen Buswartehäuschen in Marzell betreffend, sorgte für Unmut im Gemeinderat.
Das Buswartehäuschen steht dort, wo die Zufahrt zur Grundschule von der Kreisstraße abzweigt und ist umgeben von reichlich befestigtem Raum zum Rangieren. Das Problem: Bislang gilt dieser Bus-Stop nicht als klassifizierte Bushaltestelle.
Auf Anfrage unserer Zeitung beim Landratsamt Lörrach gab Pressesprecher Torben Pahl folgende Auskunft: „Nach Rücksprache mit dem Fachbereich Verkehr& ÖPNV wird die Haltestelle mit dem hölzernen Buswartehäuschen zur regulären Linienbus-Haltestelle des ÖPNV. Die bisherige Bushaltestelle ,Katholische Kirche’ an der K 6350 in Fahrtrichtung Malsburg/Ortsmitte Marzell entfällt in diesem Zusammenhang.“
Die erforderliche Beschilderung der neuen Bushaltestelle, erklärt Pahl, stehe eventuell noch aus. Gleichzeitig sei zwischen Friedhof und Einmündung Im Schwendle/Auf dem Buck beidseitig Tempo 30 zum Schutz der Kinder auf dem Schulweg angeordnet worden. Das bestätigt Schulleiter Andreas Schurig auf Anfrage. Dem voran gegangen sei eine Verkehrsschau und es sei eine Änderung angekündigt worden, mehr wisse er auch nicht, nur das: Der Bus halte nach wie vor beim Buswartehäuschen.
Rat wird laut
Wegen der vor einigen Wochen angebrachten Tempo 30-Schilder fragte Dierk Kilchling in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Malsburg-Marzell nach, ob die Gemeinde vom neuen Tempo 30 wisse und was das bedeute. Er erkundigte sich, ob die Kinder demnächst die offiziellen Haltestellen etwa 150 Meter oberhalb vom Buswartehäuschen links und rechts der Kreisstraße nutzen müssten, stellte fest, es sei gefährlich, wenn die Kinder morgens nach Ausstieg aus dem Bus über die Kreisstraße gehen müssten und wollte wissen, warum es vorab in einer nichtöffentlichen Gemeinderatssitzung keine Infos dazu gab.
Singer hält die Platzierung der Schilder für „unglücklich“
In seinem Zorn wurde Kilchling so laut, dass Bürgermeister Mario Singer eine scharfe Rüge aussprach.
Sodann stellte Singer fest, die Gemeindeverwaltung sei mit den Tempo 30-Schildern vor vollendete Tatsachen gestellt worden, er halte deren Platzierung für unglücklich. Auch er hatte wohl den Eindruck bekommen, der bislang inoffizielle Busstopp nahe der Schule könne spätestens mit Einführung des neuen Buslinienbündels Mitte Dezember wegfallen.
Kommunikation kritisiert
Jedenfalls schlug er bei einem Termin bald darauf eine pragmatische Lösung für das vermeintliche Problem vor: Zum Schulbeginn am Morgen könne der Bus die Kinder weiter bis zu den Rehakliniken mitnehmen, an der dortigen Wendeschleife wenden, wieder zurück nach Marzell fahren und dann die Schulkinder an der klassifizierten Bushaltestelle auf der sicheren Seite der Kreisstraße aussteigen lassen.
In der Gemeinderatssitzung hatte Singer die Kommunikation zwischen der Gemeindeverwaltung und der Verkehrsbehörde beim Landratsamt kritisiert.