Bettruhe – und viel trinken heißt es beim Norovirus. Foto: Christin Klose/dpa

Es ist Virenzeit. Neben der Influenza grassiert offenbar das Norovirus. Wir wollten wissen, wie die Situation im Kreisklinikum ist.

Der betagte Vater einer Bekannten liegt derzeit im Lörracher Kreiskrankenhauses. Das Norovirus hat ihn erwischt. Untergebracht ist er auf der Isolierstation: Besucher nicht erlaubt. Das sei für die Erkrankten natürlich eine Herausforderung, weiß der Klinische Geschäftsführer Klaus Steinmeyer-Bauer. „Aber es ist notwendig.“ Denn gerade in einem Krankenhaus mit vielen Schwerkranken, frisch Operierten und auch geschwächten Patienten, müsse eine Verbreitung des Virus’ unbedingt verhindert werden.

 

Im Gespräch mit der Redaktion stellt er auf Anfrage zunächst klar: Das Norovirus grassiert entgegen Gerüchten nicht im Lörracher Krankenhaus, sondern es kommen Fälle von außen in die Aufnahme. „Wir haben hier keinen dezidierten Ausbruch.“ Um allerdings eine weitere Verbreitung des Virus’ durch eingelieferte Patienten zu vermeiden, werden Betroffene in ein spezielles Isolierzimmer gelegt.

Die Hygiene ist essenziell

Die Hygiene ist für Steinmeyer-Bauer essenziell. „Wir wollen weitere Ausbreitungen aller Infektionskrankheiten unbedingt verhindern.“ Daher betritt das entsprechend geschulte Pflegepersonal nur in Schutzkleidung das Isolierzimmer. Bei Besuchern lasse sich indes selbst unter Anleitung nicht sicherstellen, dass nicht doch eine Übertragung stattfinde. Daher das Besuchsverbot. „Wir sind dem Gesundheitsschutz verpflichtet. Die Pflegekräfte sprechen mit den Patienten und erklären ihnen das.“ In der Regel sei gerade beim Norovirus nach zwei, drei Tagen das Schlimmste überstanden und die Patienten seien dann nicht mehr ansteckend. Dann können sie auf die normale Station beziehungsweise nach Hause, so der Geschäftsführer. Täglich gebe es im Kreiskrankenhaus eine Hygiene-Visite bei den Patienten – eine wichtige Kontrolle.

Dr. Klaus Steinmeyer-Bauer Foto: Kliniken des Landkreises Lörrach

Die Noro-Welle scheint indes – ebenso wie die Grippewelle – in Lörrach derzeit abzuklingen, lautet die gute Nachricht. Aktuell liegen auf der Isolierstation noch 13 Patienten, vor rund zwei Wochen waren es noch 20 – „da waren wir fast ausgelastet“.

„Die Isolation funktioniert“, unterstreicht der Klinik-Geschäftsführer. Aber: Bei Patienten oder Besuchern und im Klinik-Alltag können sich auch Mitarbeiter anstecken. „100-prozentig lässt sich das nie verhindern – wie im alltäglichen Leben eben auch.“

Auf das Norovirus angesprochen, weiß Klaus Steinmeyer-Bauer, wovon er spricht. Die Erkrankung habe auch er schon durchgemacht. Wie so viele Infektionen.

Von Kindern eingeschleppt

Gerade Eltern von kleineren Kindern, würden häufig mit unterschiedlichen Krankheiten angesteckt. Im Prinzip sei das Norovirus für einen gesunden Menschen ungefährlich. „Allerdings fühlt man sich wirklich sterbenselend.“ Für alte und Kranke könne der starke Flüssigkeitsverlust durchaus gefährlich werden. Hält er über zwei Tage an, müsse sich vielleicht auch ein ansonsten gesunder 20-Jähriger Hilfe holen. Ein Norovirus macht in der Regel keinen Krankenhaus-Aufenthalt nötig.

Doch der Klinik-Geschäftsführer zeigt generell großes Verständnis: „Wer Not und Angst hat, wer Schmerzen gerade unerklärlicher Art hat, wer nachts im Bett liegt und bei wem panikartige Gedanken kreisen, der soll natürlich in die Notaufnahme kommen.“ Und:„In sich hereinhorchen und dem gesunden Menschenverstand vertrauen“, heißt seine Empfehlung.

Hygiene ist wichtig. Foto: Jonas Güttler/dpa

Wer indes seit Tagen oder Wochen leichtere Schmerzen hat und sich um keinen „normalen“ Arzttermin kümmern wollte, sollte die Notaufnahme nicht als Bypass für eine medizinische Abklärung nutzen, so sein Appell. „Damit macht er es nur für diejenigen Menschen schwer, die tatsächlich schnelle medizinische Hilfe nötig haben.“