Der einsame Schliengener Trauerschwan von Schloss Entenstein hat jetzt wieder eine Gefährtin. Und das neue Duo versteht sich bestens.
Vorbei ist es mit der Einsamkeit im Schlossgraben: Am Montagabend ist dort nämlich ein neuer Trauerschwan eingezogen. Damit gibt es jetzt wieder zwei schwarze Schwäne im Schliengener Schlosspark.
Und das neue Duo versteht sich blendend, berichtet Antje Matt von der Gemeindeverwaltung. Gemeinsam mit einer Rathaus-Kollegin hat sie das neue Tier bei einem Kleintierzuchtverein in der Nähe von Heidelberg abgeholt. 150 Euro hat die Gemeinde für den schwarzen Schwan bezahlt.
Transport und Zusammenführung der beiden Tiere seien völlig problemlos verlaufen, freut sich die Bauamtsmitarbeiterin. Der Schliengener Schwan habe sich sichtlich gefreut, eine neue Gefährtin zu bekommen.
In Harmonie und Eintracht
„Die beiden haben sehr positiv aufeinander reagiert. Es war praktisch Liebe auf den ersten Blick“, meint Antje Matt mit einem Schmunzeln. Seitdem drehen die beiden in Harmonie und Eintracht gemeinsam ihre Runden im Schlossgraben.
Einsamkeit angemerkt
Nach dem Tod von einem der beiden Schliengener Trauerschwäne Ende März – er starb an einer Lungenentzündung – habe man dem verbliebenen Tier durchaus angemerkt, dass es einsam war, hat Matt beobachtet.
Dementsprechend bestrebt war das Rathaus, zügig ein neues Tier für Schliengen zu finden. So hatte Hauptamtsleiter Clemens Pfahler im Gespräch mit unserer Zeitung deutlich gemacht: „Dass das Tier auf Dauer allein bleibt, ist einfach nicht artgerecht.“
Der verbliebene Trauerschwan habe sogar Kontakt zum Fischreiher gesucht, der regelmäßig den Schlossgraben zum Jagen ansteuert. Matt: „Der hatte aber wenig Interesse.“ Umso schöner sei es nun für das ganze Rathaus-Team zu beobachten, „wie froh der Schwan ist, jetzt wieder einen Artgenossen an seiner Seite zu haben“.
Auf Hochzeitsbildern
Die Trauerschwäne gehören seit Jahrzehnten zum Bild von Schloss Entenstein, in dem die Gemeindeverwaltung ihren Sitz hat. „Sie gehören zur Schlossansicht einfach dazu“, betont Bürgermeister Christian Renkert. So seien die Schwäne auch auf vielen Hochzeitsfotos der Brautpaare zu erkennen, die sich im Wasserschloss das Ja-Wort geben.
Seit den 1970er-Jahren gibt es in Schliengen die Trauerschwäne – damals wurde das Schloss grundlegend saniert und der Wassergraben wieder hergestellt und befüllt. Das erste Schwanen-Paar hatte Erhard Kößler besorgt und eingesetzt. Der frühere Geschäftsführer der WG Schliengen war Gründungsmitglied und Vorsitzender des Vereins zur Erhaltung des Schliengener Wasserschlosses Entenstein.