Die Lisa-Rees-Medaille ging in diesem Jahr an Dirk Furtwängler, Jörg Lievert und den Förderverein Seniorenzentrum Sankt Fridolin.
Oberbürgermeister Jörg Lutz überreichte den Preisträgern diese Ehrung unter stürmischem Applaus beim Neujahrsempfang.
In seiner Neujahrsansprache würdigte OB Lutz die vielen Menschen, die sich in Lörrach ehrenamtlich engagieren, als „immateriellen Reichtum“ der Stadt.
Dirk Furtwängler erhielt die Lisa-Rees-Medaille für seine Arbeit im Behindertenbeirat. Er führte den Beirat 15 Jahre lang, seit der Gründung bis 2022, als Vorsitzender. Seit 2022 ist er zweiter Vorsitzender. Die Aufgaben im Beirat habe Furtwängler stets im „Team auf Augenhöhe“ angepackt, kritische Situationen habe er mit feinem Humor gemeistert, hob Laudator Philipp Bohner hervor. Er habe sich für die Stärken aller Mitglieder und ihre Perspektiven interessiert, die sich aus ihren unterschiedlichen Behinderungen ergaben. Seine persönliche Expertise als Mensch mit Sehbehinderung habe er eingebracht, aber nie in den Vordergrund gestellt. Als Meilensteine in Dirk Furtwänglers Amtszeit nannte Bohner die Entwicklung eines Stadtplans für behinderte Menschen, die Beratung bei öffentlichen Bauvorhaben sowie die Sensibilisierung für die Belange von Menschen mit Handicap.
Furtwängler habe ihn gerade gefragt, ob die Urkunde zur Medaille in Blindenschrift verfasst sei, sagte OB Lutz, nachdem er die Auszeichnung überreicht hatte. Man müsse wohl weiterhin für die Belange von Menschen mit Behinderung sensibilisieren, fügte er an.
„Ich vermute, wenn andere noch überlegen, ob etwas machbar ist, haben Sie längst die Wasserwaage geholt.“ Mit diesen Worten beschrieb Norbert Uttner die Tatkraft von Jörg Lievert. Der Maurermeister, der 33 Jahre lang sein eigenes Baugeschäft führte, war auch im Ehrenamt vielfach aktiv. 47 Jahre wirkte er im Vorstand der Siedlergemeinschaft Lörrach in der Homburgsiedlung, von 1980 bis 2025 als Vorsitzender. Jörg Lievert habe Begegnungen geschaffen gemäß seiner Lebenshaltung: „Wenn man selbst gerne lebt, dann sorgt man dafür, dass auch andere sich wohl fühlen.“ Lievert organisierte in der Siedlung Suppenfeste, Metzgeten, Nikolaus- oder Adventsfeiern, Seniorennachmittagen und Ausflüge. Als Ort für viele Feste schuf Lievert im Jahr 1982, unterstützt vom damaligen Pfarrer Mauch, den Siedlerraum. Beim Verband Wohneigentum, zu dem die Siedlergemeinschaft gehört, beriet und vertrat er außerdem Familien bei Fragen rund ums Wohneigentum und eigene zu Hause. Von 1987 bis 2002 wirkte er als Trainer beim FV Lörrach.
Auch nach einem Schicksalsschlag habe Jörg Lievert mit seiner Familie einen Weg gesucht und gefunden, schilderte Uttner in seiner Laudatio weiter. Sohn Markus war nach einer Hirnblutung mit zwölf Jahren plötzlich auf dem Rollstuhl angewiesen. Trotz Behinderung entdeckte der Junge das Sportschießen für sich und betreibt es mit großem Erfolg: 49-mal wurde er Landesmeister und errang drei Medaillen bei den deutschen Meisterschaften. Vater Jörg Lievert trainiert ihn.
Jeden Mittwoch, wenn in Stetten Markttag ist, ist das Quartierscafé im katholischen Gemeindehaus voll: Der Förderverein Seniorenzentrum Sankt Fridolin lädt zum Mittagstisch für Senioren und alle interessierten Bürger ein. Oliver Bohn würdigte in seiner Laudatio die aktiven Bürger, die seit Gründung des Fördervereins im Jahr 2014 Begegnungsmöglichkeiten für Senioren schaffen. Im Quartierscafé habe Dieter Funk, der seit vielen Jahren auch Vorsitzender ist, anfangs selbst gekocht, berichtete Bohn. Inzwischen erledige das ein ehrenamtliches Team unter Leitung eines pensionierten Kochs. Außerdem biete der Förderverein Gymnastik an, organisiere begleitetes Einkaufen, Tanzcafés, einen Adventsmarkt, Vorträge, Fahrdienste und Vieles mehr. Die Aktiven pflegten Kontakte zu den Marktbeschickern, zur Gemeinde Sankt Fridolin und den Fastnachtcliquen, schilderte Bohn. Kurz: Sie täten „alles, was älteren Menschen hilft, Teil unserer Gemeinschaft zu bleiben.“