Fast 400 Gäste kamen zum Neujahrsempfang der Gemeinde Grenzach-Wyhlen in das Haus der Begegnung. Foto: Rolf Rombach

Beim Neujahrsempfang der Gemeinde Grenzach-Wyhlen zog Bürgermeister Tobias Benz vor rund 400 Gästen ein positives Fazit mit Blick auf das Doppeljubiläum im vergangenen Jahr.

Begleitet vom Geläut der Glocken der beiden großen Grenzacher Kirchen zogen am Samstagabend fast 400 Menschen in das Haus der Begegnung ein. Doch statt eines Gottesdienstes begrüßte Bürgermeister Tobias Benz gemeinsam mit Gattin Lisa die Gäste aus nah und fern zum Neujahrsempfang der Doppelgemeinde.

 

Veranstaltung wird live im Internet übertragen

Eröffnet wurde der Abend mit zwei Stücken des Basler „Lorenzo-Pierdominici-Trios“. Mit einer Etüde von Fréderic Chopin unterhielt Musikschul-Schüler Moritz Ferstl am Flügel. Über 300 Aufrufe verzeichnete am Abend die Live-Internet-Übertragung der Veranstaltung.

Schon im Rahmen seiner Begrüßung zog Benz ein zufriedenes Fazit des vergangenen Jahres bezüglich 50 Jahre Zusammenschluss von Grenzach und Wyhlen sowie 750 Jahre Ersterwähnung Grenzachs. „Das Jubiläumsjahr hat deutlich gezeigt: Wir können gemeinsam feiern, gestalten, erinnern und Zukunft leben“, lobte er das große bürgerschaftliche Engagement, das für viele Höhepunkte und lebendiges gemeinschaftliches Erleben sorgte. Er dankte Vereinen und Gruppierungen für ihren Einsatz zum Gemeinwohl. Mit dem Kinderrechteweg sowie dem Fitness-Parcours habe man Dinge, die über das Jubiläumsjahr hinaus bestehen werden.

Bürgermeister Tobias Benz hob in seiner Rede viele positive Entwicklungsschritte der Gemeinde hervor. Foto: Rolf Rombach

Ebenso werden 2026 die finanziellen Sorgen vieler Kommunen fortbestehen, wie der Bürgermeister auch beim Neujahrsempfang zusammenfasste. Ursächlich seien die Pflichtaufgaben wie die Kinderbetreuung, bei der die Gemeinde Grenzach-Wyhlen zwischen 12 000 und 16 000 Euro je Platz jährlich drauflege. „Hätten wir also 100 Betreuungsplätze weniger, läge unser Haushaltsdefizit rund 1,5 Millionen Euro niedriger“, rechnete Benz vor. Schulen, Kitas, Schülerbetreuung und Mensen kosteten 2024 fast 12 Millionen Euro des 57-Millionen-Haushalts der Doppelgemeinde.

Bürger können und sollen sich einbringen

Doch nach diesem Klagen lenkte Benz den Blick auf die positiven Entwicklungen. Im Februar eröffnet die Tagespflege im ersten Neubau der Neuen Mitte Grenzach. Die im Mai 2025 gestarteten Tiefbauarbeiten des neuen Stadthains sind im Tiefgaragengeschoss bereits weit fortgeschritten. Für Herbst 2028 rechnet der Rathauschef mit dem Abschluss. Damit verbunden sind dann auch 100 neue Wohneinheiten. „Das Ergebnis wird am Ende für die Bauzeit mehr als entschädigen. Wir dürfen uns freuen“, versprach Benz.

Mit der Neugestaltung des Kreuzungsbereichs Abtsmatten/ Gartenstraße sei ein weiterer Meilenstein der Neuen Mitte Wyhlen abgeschlossen. Für den geplanten Wyhlener Dorfplatz an der nördlichen Gartenstraße sicherte Benz erneut ein „geeignetes Beteiligungsformat“ zu, damit Bürger sich und ihre Ideen einbringen können.

Benz bedauerte, dass im Neubaugebiet Kapellenbach-Ost der Eigentumserwerb durch Familien nicht wie gewünscht gelungen sei. Grund seien gestiegene Zinsen und hohe Baukosten. Durch Landesförderungen sei es zumindest möglich gewesen, im Geschosswohnungsbau Sozialquoten bis zu 100 Prozent zu erhalten. Die 2018 getroffene Entscheidung für ein Nahwärmenetz im Quartier habe sich als weitsichtig erwiesen, um damit einen Teil zur Wärmewende beizutragen. Hierzu ergänzte der Rathauschef, dass der Aufbau des interkommunalen Wärmeverbunds Jahrzehnte benötigen werde und zu vergleichen sei mit der flächendeckenden Umsetzung von Wasser- und Abwasserversorgung im vergangenen Jahrhundert.

Für das Sorgenkind Hochrheinhalle kündigte Tobias Benz an, dass diese ab Herbst wieder zur Verfügung stehen solle. „Die Bausubstanz ist grundsätzlich in Ordnung“. Seinen Dank richtete er an den Turnerbund, der seine Räumlichkeiten den Schulen und Vereinen zur Verfügung stellt, sowie den weiteren Vereinen, die gemeinsam Lösungen für die Platzprobleme fanden.