Drangvolle Enge herrschte im kleinen Saal des Bürgerzentrums Bürchau,  wo Bürgermeister Stefan Niefenthaler zu seinem ersten Neujahrsempfang lud. Foto: Gerald Nill

Dass man den offiziellen Teil eines Neujahrsempfangs in nur einer Stunde über die Bühne bringen kann, bewies Bürgermeister Stefan Niefenthaler im Kleinen Wiesental.

Brechend voll war das kleine Bürgerzentrum in Bürchau beim ersten Neujahrsempfang des neuen Bürgermeisters. Mit nur 100 Sitzplätzen platzte der Empfang förmlich aus allen Nähten, der Geselligkeit war die Enge allerdings förderlich. Und als bei der Ansprache von Stefan Niefenthaler das Mikro ausfiel, war das auch nicht weiter schlimm, man hörte den Bürgermeister auch so gut bis in die letzte Reihe.

 

Niefenthaler begrüßte neben zwei Amtskollegen insbesondere Altbürgermeister Gerd Schönbett besonders herzlich. Auch im Rückblick hatte Schönbett einen Ehrenplatz. Die Einschätzung, dass Schönbett große Fußstapfen hinterlasse, könne Niefenthaler nach einem halben Jahr bestätigen. Wenn man auf die Verabschiedung Schönbetts zurückblicke, könne man nur sagen, der Vorgänger habe alles richtig gemacht: „Eine bemerkenswerte Leistung“, schloss Niefenthaler und die Besucher knüpften mit herzlichen Beifall an.

Applaus gab es auch für Melanie Mühlhäuser und ihre Seniorenarbeit im Tal. Mit dem Abschluss der Breitbandarbeiten in Sallneck sei nun das ganze Kleine Wiesental mit schnellem Internet versorgt, berichtete Niefenthaler.

„Im Verborgenen“ sei am Millionen-Projekt Radweg zwischen Wieslet und Tegernau weitergearbeitet worden. „Es wird konkret“, berichtete Niefenthaler. Er erwarte, dass in der Jahresmitte oder zum Jahresende Aufträge für den Bau vergeben werden können. Einen Sonderapplaus gab es für die Mitarbeiter vom Bauhof, die an Weihnachten und Silvester wegen mehrerer Wasserrohrbrüche aktiv werden mussten. Niefenthaler warnte, dass das Thema die Gemeinde auch in den kommenden Jahren beschäftigen könnte, weil offenbar nicht alle Leitungen in Sand gelegt wurden.

Beim Ausblick herrschte Freude über die Aussicht auf neue kommunale Autos vor: ein Elektroauto für die Gemeinde, ein Winterdienstfahrzeug und ein neues Feuerwehrauto. Bei den geplanten Neubaugebieten Niedertegernau und Wieslet wird es dieses Jahr konkret. Von Straßensanierungen sollen Vorderheubronn, Bürchau und Eichholz profitieren.

Ein Aufraunen ging durchs Publikum, als Niefenthaler ankündigte, dass die private Wasserversorgung von Kühlenbronn nicht mehr den Anforderungen genügt. Und obwohl bereits eine Verbindungsleitung gelegt worden ist, wird die Anbindung ans öffentliche Netz mit einem Pumpwerk und einem Wasserbehälter 750.000 Euro verschlingen.

„Ein ganz großes Thema wird in diesem Jahr die Feuerwehr sein“, kündigte Niefenthaler an. „Strukturanalyse“ und „Bedarfsplan“ lauten die Reizworte, die in der Vergangenheit für böses Blut im Kleinen Wiesental gesorgt haben. Aber die Feuerwehr muss zeitgemäß aufgestellt werden. „Ich blicke zuversichtlich ins neue Jahr“, gab sich Niefenthaler aber optimistisch.

Bürchaus Ortsvorsteher Tobias Roser, links, lobte Bürger, die sich ehrenamtlich für den Orteil einsetzen, hier Katharina Matzken. Bürgermeister Stefan Niefenthaler,  rechts, applaudiert. Foto: Gerald Nill

Als Gastgeber hatte Bürchaus Ortsvorsteher Tobias Roser Gelegenheit, seinen Ortsteil vorzustellen. Roser stellte die ehrenamtliche Mitarbeit in den Mittelpunkt seiner Ausführungen und dankte den Mitmenschen, „die im Feierabend nicht auf der faulen Haut liegen, sondern noch etwas bewegen“. Er begann beim Heimat- und Bürgerverein, der alle zwei Jahre ein Lichterfest organisiert. Dann erwähnte Roser lobend die „Rentnergang“, die dafür sorgt, dass sich das Wasserrad, das Wahrzeichen im Kleinen Wiesental, stets rund dreht. Schließlich wurde auch die Weidegemeinschaft gelobt, „die nicht viele Worte macht, aber zur Tat schreitet, um die Landschaft offenzuhalten. Roser endete mit den fleißigen Gartenhelfern, die den Dorfgarten als „Ort der Begegnung“ in Schuss halten. Die 200 Bürchauer seien zwar nicht immer einer Meinung, „aber wir sprechen miteinander“, schloss Roser.

Für den guten Ton sorgte beim Neujahrsempfang Kleines Wiesental der Musikverein Freundschaft Wies, der nicht ohne Zugabe von der Bühne gelassen wurde. Foto: Gerald Nill

Für den guten Ton sorgte beim Neujahrsempfang der Musikverein Freundschaft Wies, der nach seinen Märschen nicht ohne Zugabe von der Bühne gelassen wurde.