Blick auf das zukünftige Wohnquartier Ziegelgärten im Frühjahr 2023 in Horb: In Weiß der Bahnhof, dahinter der Park-and-Ride-Parkhaus. Die neuapostolische Kirche soll weichen. Foto: Jürgen Lück

Daniel Wochner baut ein neues Wohnquartier in Bahnhofsnähe. Wie viele Sozialwohnungen und Besonderheiten er plant.

Das wird außergewöhnlich in der Großen Kreisstadt: Daniel Wochner gibt zum ersten Mal konkrete Einblicke in sein Projekt „Ziegelgärten“ – ein neues Wohnquartier in Bahnhofsnähe.

 

Im Dezember hatte der Gemeinderat den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan mehrheitlich beschlossen. Wochner: „Der Gemeinderat hat mit sehr breiter Mehrheit abgestimmt – bei nur einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen. Das ist ein starkes politisches Signal. Damit können wir nun in die konkrete Detailplanung einsteigen: Tiefbau, Erschließung, Verkehrsflächen und technische Infrastruktur. Die Träger öffentlicher Belange sind beteiligt, die bisherigen Rückmeldungen sind ausnahmslos ohne Bedenken. Das Projekt läuft derzeit sehr positiv und nach Plan.“

Baustart könnte im Jahr 2027 sein

Er hofft, dass im zweiten Quartal 2027 der Baustart für die ersten der 14 Gebäude an der Isenburger Straße sein wird. Wochner, Geschäftsführer der Ziegelgärten GmbH: „Wenn alles weiterhin so gut läuft, rechnen wir mit dem Baustart der ersten Gebäude im Jahr 2027, realistisch in der zweiten Jahreshälfte 2027. Gebaut wird abschnittsweise – nicht alles auf einmal.“

Daniel Wohner (Mitte) stellte im Gemeinderat Horb im Dezember 2025 seine Pläne für das Wohnquartier vor. Links OB Michael Keßler (CDU). Foto: Jürgen Lück

Für ihn soll das neue Wohngebiet ein Vorzeigeprojekt werden. Wochner: „Die Häuser sind im höchsten Energiestandard KfW 40 QNG. Das Wohnquartier ist 200 Meter vom Bahnhof entfernt – ideal für Menschen, die auch den Zug nutzen und auch im Home Office arbeiten. Es wird sogenannte Co-Working-Spaces geben. Büros, in dem man von seiner Wohnung aus Rechner und Smartphone mitnimmt und dort bei Bedarf in Ruhe arbeiten kann.“

Wochner: Soviel neue Sozialwohnungen können entstehen

Im Gemeinderat hatte er auch vom sozialen Wohnungsbau gesprochen. Wochner: „Die genaue Zahl hängt noch von Förderzusagen ab. Es wird ein nennenswerter Anteil. Insgesamt entsteht eine dreistellige Zahl an Wohneinheiten. Davon werden voraussichtlich etwa 20 bis 30 Prozent als geförderter Wohnraum realisiert – also nicht nur wenige Wohnungen, sondern ein relevanter Block.“

Eine ideale Stelle, findet Wochner: „Viele Menschen mit Wohnberechtigungsschein sind junge Familien oder Haushalte mit geringerem Einkommen. Sie besitzen oft nur ein Auto oder keines und sind auf Bus und Bahn angewiesen. Die Lage der Ziegelgärten – nahe Bahnhof Horb und Schulen – ist dafür ideal. So entsteht soziale Durchmischung an einem Standort, der die nötige Infrastruktur bereits bietet.“

Darum will Wochner selbst auch Vermieter werden

Wochner weiter: „Gerade im sozialen Mietbereich möchte ich selbst Vermieter bleiben – aus Überzeugung und aus sozialer Verantwortung.“

Die Ziegelgärten können das erste Wohnviertel in Horb werden, in dem Genossenschaften Gebäude kaufen. Wochner: „In anderen Städten gibt es das bereits. In Horb noch nicht. Beim genossenschaftlichen Bauen schließen sich zukünftige Bewohner zu einer Genossenschaft zusammen. Diese errichtet gemeinsam ein Gebäude. Mitglieder kaufen sich mit vergleichsweise wenig Eigenkapital ein, weil zusätzliche Förderprogramme – etwa über die KfW – genutzt werden können.“

Ziegelgärten bieten Chance für Genossenschaften

Was sind die Vorteile? Wochner: „Niedrigere Finanzierungskosten, geringe Verwaltungskosten, keine renditegetriebenen Mietsteigerungen und ein langfristig sicheres Wohnen bis ins Alter.“

Was entstehen dort für Wohnungen? Wochner: „Neben dem genossenschaftlichen Wohnen wird ein Teil klassisches Bauträgergeschäft (wie Doppelhäuser), in denen die Immobilie an Eigentümer oder Kapitalanleger verkauft werden. Ein Teil wird Mietwohnungen, die wir selbst im Bestand halten.“