Es war der einzige Tagesordnungspunkt der Sitzung – die Verpflichtung des neuen Bürgermeisters für Triberg. So verlief dieser besondere Abend.
In einer besonderen Gemeinderatssitzung wurde Sven Ketterer als neuer Bürgermeister verpflichtet. Es war der einzige Tagesordnungspunkt der Sitzung, die wegen des riesigen Interesses im großen Saal des Kurhauses stattfand, umrahmt von der Stadt- und Kurkapelle.
Bürgermeisterstellvertreter Reinhard Storz begrüßte neben vielen Ehrengästen den Gemeinderat, die Ortschaftsräte, Verwaltung und Bauhof, ein großes Kontingent der Feuerwehr, Vereine sowie viele Bürgerinnen und Bürger. Mit dabei war neben Landrat Sven Hinterseh und zahlreichen Bürgermeisterkollegen auch Oberstleutnant Chris Weißbrodt, Kommandeur des Artilleriebataillons 295.
Mit 81,2 Prozent der abgegebenen Stimmen war Sven Ketterer am 9. November als Nachfolger von Gallus Strobel gewählt worden, erinnerte Storz, ein hoher Vertrauensvorschuss und ein klares Mandat. In den nächsten Jahren stünden Stadt, Gemeinderat und Bürgermeister vor enormen Herausforderungen, etwa das neue Feuerwehrgerätehaus, der Ausbau der Breitbandversorgung, Sanierung respektive Neubau des Kindergartens St. Anna, hohe Investitionen vor allem am Schwarzwaldgymnasium und der Realschule, Instandhaltung der Straßen, Erhalt der Infrastruktur sowie die Digitalisierung der Verwaltung.
„Das Amt des Bürgermeisters ist mehr als Verwaltung. Es ist Leitung, Gestaltung, Vermittlung, zugleich Repräsentation und vor allem tägliche Arbeit für die Menschen“, betonte Storz. Realismus bedeute aber, die finanzielle Ausstattung der Kommunen zu sehen, bei steigenden Pflichtaufgaben und steigenden Kosten. Bürokratie und Verwaltungswut seien stetig angewachsen. Daher müsse der neue Bürgermeister diese Botschaft auch nach außen tragen. „Die kommenden Jahre werden anspruchsvoll“, räumte er ein. Die Herausforderungen ließen sich nur im vertrauensvollen Zusammenspiel von Bürgermeister, Gemeinderat, Verwaltung, Ortschaftsräten, Vereinen Wirtschaft und Bürgerschaft bewältigen. Es folgte die Vereidigung des neuen starken Mannes der Stadt durch den Ersten Bürgermeister-Stellvertreter, der ihm auch die Amtskette umhängte und seine Frau Sabine sowie die Kinder Frieda und Theo durch ein kleines Geschenk mit einbezog.
Landrat Sven Hinterseh betonte, dass von einem Bürgermeister viel erwartet werde, sah aber auch die „echte Aufstiegsgeschichte“ hinter Sven Ketterer. Er habe gezeigt, dass man Vieles durch harte Arbeit erreichen könne.
Frey: Zuhören lernen
Der Sprecher der Bürgermeister des Kreises, Jörg Frey, wünschte viel Kraft, Freude und Leidenschaft. Es sei elementar, dass man als Bürgermeister vor allem lerne, zuzuhören und Vertrauen zu gewinnen. Pfarrer Markus Ockert stellte fest, dass er die Formel „So wahr mir Gott helfe“ schon fast nicht mehr erwartet habe.
Das Schlusswort hatte Sven Ketterer selbst: Er werde seine neue, herausfordernde Aufgabe mit Dankbarkeit, Respekt und Vertrauen beginnen. Mit Augenmaß wolle er die anstehenden Projekte mit allen Betroffenen gemeinsam meistern. Er freue sich als Bürgermeister auf die Aufgabe, „nicht, weil sie leicht, sondern weil sie wichtig ist.“