Wo früher der Hartplatz am Brühlbach war, entsteht jetzt in Bochingen ein Kunstrasenplatz. Mit im Boot ist eine Firma, die auch schon Bundesliga-Sportplätze gebaut hat.
„Wenn ehrenamtliches Engagement zusammengeführt wird, können solche schönen Projekte entstehen“, sagte Bürgermeister Matthias Winter am Mittwoch beim Spatenstich für den neuen Kunstrasenplatz in Bochingen.
Mit diesen Worten brachte er auf den Punkt, was das Vorhaben auszeichnet: viele Helfer und ein Ziel, von dem der ganze Ort profitieren soll.
Für den Vorsitzenden der Spvgg, Wolfram Zündel, war der Moment ein besonderer. Nach mehreren Jahren der Vorbereitung kann das Projekt nun umgesetzt werden. Auch Ortsvorsteher Thorsten Ade und Mitglieder des Vorstands waren beim Spatenstich vor Ort.
Die Fläche am Brühlbach hat eine lange Tradition. Bereits 1955 wurde sie von der Gemeinde, dem Turnverein und der Spvgg gemeinsam eröffnet. „Lange Zeit war diese die einzige, die der Verein hatte“, erinnert Zündel. 1981 kam ein Trainingsplatz hinzu, 1996 folgte der Albeck-Sportplatz. Nach Jahrzehnten intensiver Nutzung ist der Zustand des alten Hartplatzes inzwischen schlecht. Seit 2020 plant der Verein eine Erneuerung.
Unterstützt durch Förderprogramme
„Der aktuelle Hartplatz ist für keine Art von Sport mehr verwendbar“, erklärte Florian Schlotter, Geschäftsführer der Spvgg Bochingen, bereits im Sommer im Oberndorfer Gemeinderat. Der Platz bestehe „nur noch aus Dreck und Steinen“. Daher sei klar gewesen, dass gehandelt werden müsse.
Finanziell ermöglicht wird das Projekt durch mehrere Förderprogramme. Neben Zuschüssen des Württembergischen Landessportbunds (WLSB) und des EU-Programms LEADER fließen zudem Einnahmen aus dem Biergartenfest in die Finanzierung ein. Zudem unterstützte die Stadt finanziell und bei Fragen des Lärmschutzes und der Baugenehmigung.
„Das ist ein wunderbares Projekt, das der Ortschaft insgesamt zugute kommt und durch das Motto ‚Feiern für den guten Zweck’ beim Biergartenfest auch aus der Gemeinschaft stammt“, betonte Bürgermeister Winter.
Bereits in der Vorwoche hatten die vorbereitenden Arbeiten begonnen. Das Oberndorfer Unternehmen OBB Tiefbau stellte eine Stützmauer, um die Fläche auf rund 12 000 Quadratmeter zu erweitern. Die weiteren Arbeiten übernimmt die Firma Sportstättenbau Garten-Moser aus Kusterdingen, die auf Sportstättenbau spezialisiert ist und bereits Sportplätze für Bundesliga-Mannschaften gebaut hat.
Geplant ist eine Kunstrasenfläche von etwa 44 mal 29 Metern. Hinzu kommen ein umlaufender Weg, befestigte Bereiche für Tore und Fangzäune mit sechs Metern Höhe in Richtung Spielfeld und zwei Metern Höhe in Richtung Volleyballplatz.
Ein Platz für die gesamte Gemeinde
Der neue Platz soll nicht nur der Spvgg dienen, sondern auch von der Gutenbergschule und der Bevölkerung genutzt werden. Die Schule will ihn künftig im Unterricht und in den Pausen einsetzen.
Ortsvorsteher Ade betonte: „Das war eine absolute Mannschaftsleistung.“ Der Kunstrasenplatz, so Ade, sei „für alle da“ – für die Kinder, die Schule und den Verein.
Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 212 000 Euro. Durch die Fördermittel und das Engagement vieler Ehrenamtlicher bleibt die Eigenleistung des Vereins überschaubar.