Nach der umfangreichen Neugestaltung präsentiert sich der Spielplatz im alten Stadtpark in völlig neuem Gewand. Die Stadt Müllheim hat 283.000 Euro investiert.
Die vergangenen Jahre ist der alte Stadtpark mehr oder weniger vor sich hingedümpelt. Die paar kargen Spielgeräte lockten nur wenige auf das Areal.
Umso beeindruckender ist das Ergebnis der umfangreichen Neugestaltung, das am Montag präsentiert wurde. Der neue Spielplatz in zentraler städtischer Lage, an der Östlichen Allee/Ecke Badstraße, lockt nun mit vielfältigen Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten.
Bürgermeister Martin Löffler zeigte sich bei der Wiedereröffnung der Anlage begeistert über das „planerische Kunststück“, das der ausführenden Firma Bau-Werk mit dem Projekt gelungen sei. Der Schwerpunkt liege nun klar auf dem Thema Spielen, gleichzeitig sei es gelungen, den Parkcharakter zu erhalten.
Teurer als geplant
Angesichts des „sehr gelungenen Ergebnisses“ sei auch zu verschmerzen, dass der Spielplatz teurer wurde als ursprünglich geplant.
Laut Löffler hat die Stadt insgesamt 283.000 Euro investiert. Davon entfallen 228.000 Euro auf den Spielplatz und 55.000 Euro auf die Parkanlage.
Löffler: „Unheimlicher Mehrwert für die Bevölkerung“
Bei Investitionen in Spielplätze handele es sich ohnehin um „gut angelegtes Geld“, da sie einen „unheimlichen Mehrwert für die Bevölkerung“ böten, zeigte sich der Bürgermeister überzeugt.
Der neue Spielplatz im alten Stadtpark verbinde moderne Spielkonzepte mit der Geschichte Müllheims, machte Löffler die Besonderheit der neuen Anlage deutlich. Die Spiellandschaft greife das Stadtthema der Mühlen auf, „die in der Geschichte und Entwicklung von Müllheim eine große Rolle spielen“.
Die Stadt der Mühlen
Müllheim, das im Jahr 758 erstmals urkundlich erwähnt wurde, hat sich als Stadt der Mühlen einen Namen gemacht. In der damaligen Schenkungsurkunde des Klosters St. Gallen wurde die Ansiedlung als „villa mulinhaimo“, Ort der Mühlen, erwähnt. Die Mühle findet sich auch im Stadtwappen wider.
Mühlengebäude und Wasserspiele
Ein zentraler Hingucker auf dem neuen Spielgelände ist denn auch das „Mühlengebäude“ mit seinem angedeuteten Mühlenrad. Von dort aus gibt es Wasserspiele mit Handpumpen und kleinen Wasserrädern mit Matschtisch und einem Mini-Wasserlauf.
Kinder aller Altersgruppen sollen auf dem Spielplatz vielfältige Bewegungs- und Entdeckungsmöglichkeiten finden.
Für Kleinkinder unter drei Jahren gibt es einen separaten Kleinkindbereich, wo unter anderem eine Vogelnestschaukel zur Verfügung steht. Größere Kinder können sich beispielsweise an einem Seil- und Kletterparcours austoben.
Austesten und Risiken einschätzen
„Unser Anspruch ist es, Spielräume zu schaffen, die nicht einfach sind“, betonte Thomas Lang, Geschäftsführer von Bau-Werk, bei der Spielplatz-Eröffnung. Ziel sei es, dass Kinder „sich Mühe geben, und an den Geräten verschiedene Fähigkeiten und Muskeln ausprobieren und trainieren“. Dabei sollen die Kleinen auch lernen, sich selbst und Risiken einzuschätzen, machte der Spielplatzbauer deutlich.
Nachhaltige Hölzer
Bei der Auswahl der Materialien lege das Neuenburger Unternehmen großen Wert darauf, „so ökologisch und nachhaltig wie möglich“ vorzugehen. Für die Geräte habe man beispielsweise Holz der heimischen Robinie sowie Rollkies vom Rhein als Fallschutzmaterial genutzt.
Treffpunkt der Generationen
Zum Konzept von Lang gehöre es auch, mit den Spielplätzen Orte zu schaffen, die jedermann offenstehen, unabhängig von Alter oder Geldbeutel. „Das hier soll ein Treffpunkt der Generationen sein zum Spielen, Matschen, Ausruhen und Verweilen.“
Für eine hohe Aufenthaltsqualität sorgen auf dem neugestalteten Areal die vielen Sitzgelegenheiten und Bäume, die im Sommer reichlich Schatten spenden. Neben den Bänken gibt es jetzt auch eine Himmelsliege, die zum Entspannen einlädt.