In der Einwohnerfragestunde der Ortschaftsratssitzung lieferten sich die Waldmössingerin Meta Prowasnik und Reiner Ullrich einen verbalen Schlagabtausch.
Die ehemalige Mitarbeiterin der Ortsverwaltung wollte von Ullrich wissen, ob über den Standort im Ortschaftsrat nichtöffentlich beraten worden sei. Sie nehme dies an, weil sie vom Ortschaftsrat bisher nichts dazu gehört habe. Rätin Sabine Munz habe ihr mitgeteilt, dass sie dem Standort nicht zugestimmt habe und nochmals darüber beraten wollte. Der Ortschaftsrat habe für die Bürger da zu sein. Es gebe Befürworter, aber ebenso Personen, die den Mobilfunkmast am geplanten Standort ablehnten. So wie die Telekom das machen wolle, gehe es nicht. „Als sie den Pachtvertrag mit der Telekom abgeschlossen haben, hat die Bürgerinitiative erst neun Monate später davon erfahren“, warf Prowasnik dem Ortsvorsteher Geheimhaltung vor.
Wie Ullrich versicherte, habe zum Mobilfunkmast keine nichtöffentliche Beratung stattgefunden. Der Ortschaftsrat habe ohnehin keine Entscheidungskompetenz über den Standort. Er sei aber von Anfang an ins Thema involviert gewesen. Wenn eine Verbesserung des Mobilfunknetzes erreicht werden soll, brauche es einen Netzanbieter. Das sei in diesem Fall die Telekom. Von ihr habe er die Mitteilung erhalten, dass man sich im Kreis drehe. „Entweder der Mast wird am vorgesehenen Standort bei der Kastellhalle gebaut, oder wir lassen es“, machte der Ortsvorsteher deutlich.
Telekom steigt bei anderen Standorten aus
Die von der BI vorgeschlagenen Alternativ-Standorte hätten bei der Telekom keine Berücksichtigung gefunden, weil sie funktechnisch nicht umsetzbar seien. Wenn man andere Standorte wolle, steige die Telekom aus. „Ihre Behauptung, den Abschluss eines Pachtvertrags hätte ich neun Monate geheim gehalten, weise ich entschieden zurück. Da haben sie weder den Schwarzwälder Boten noch das Gemeindeblatt gelesen“, verteidigte sich Ullrich.
Prowasnik ließ nicht locker: „Die Detailkarte wurde den Bürgern in einer Ortschaftsratssitzung nie gezeigt. Durch den Mast bei der Kastellhalle wird das Mobilfunknetz im Bereich der Seedorfer Straße nicht besser“, tadelte die Frau. Technische Fragen, hielt Ullrich entgegen, könne er nicht beantworten. Er sei nicht der Verhandlungsführer mit der Telekom gewesen, sondern Tiefbauamtschef Konrad Ginter. Auch den Pachtvertrag habe er nicht aufgesetzt, er sei ihm nur zur Unterschrift vorgelegt worden. „Ich habe keine Sachkompetenz. Da so ein Vertrag kein amtliches Dokument ist, muss er Dritten wie beispielsweise der BI auch nicht offengelegt werden. Als ehemalige Mitarbeiterin der Verwaltung müssten sie das wissen“, konterte der Ortsvorsteher. Damit gab sich die Bürgerin nicht zufrieden. „Andere Kommunen haben es fertiggebracht, dass Sendemasten vom Betreiber abgebaut worden sind. Es wäre viel besser, wenn die Verwaltung ihre Energie für den Lebensmittelmarkt einsetzen würde, auf den wir in Waldmössingen schon seit fünf Jahren warten“, forderte Prowasnik.